Geburt eines Rollenspiels Teil 1: Was euch erwartet


Jeder hat schon hier und da ein bisschen an einem bestehenden System rumgeschraubt. Man merkt das vor allem, wenn man in eine bestehende Gruppe neu hineinkommt. Denn kaum eine Gruppe spielt zum Beispiel DSA wie eine andere. Die kleinen Änderungen waren mir irgendwann zu wenig, also habe ich ein komplett neues System zusammengebastelt.

Und genau darüber möchte ich hier berichten. Ich habe im zarten Alter von 14 mein erstes eigenes Pen&Paper-Rollenspiel entwickelt und mit Freunden gespielt. Es bestand aus einem Grundregelwerk, einer “unfassbar hübsch” gezeichneten Karte und ein paar Ausrüstungsgegenständen. Während des Spielens haben sich sowohl Welt als auch Regelwerk beständig erweitert. Einer meiner ersten großen Fehler. Aber was soll ich sagen, ich war jung.

Doch ehe ich tiefer gehe, möchte ich euch erklären, was euch hier in dieser Serie mit dem Namen Die Geburt eines Rollenspiels erwartet. Immer freitags alle zwei Wochen möchte ich euch verraten, wie mein eigenes Pen&Paper-Rollenspiel Legenden von Bardelion entstanden ist beziehungsweise noch immer entsteht. Am Ende werde ich euch zumindest eine Beta-Version als PDF zum freien Download zur Verfügung stellen, sodass ihr dann sogar das Ergebnis in Gänze sehen werdet. Die Karte aus dem Artikelbild ist übrigens ein Ausschnitt der Spielwelt.

Bei dieser Serie werde ich euch auch Fehler aufzeigen, die ich machte. Und ich werde euch erklären, wie ich letztlich überhaupt auf dieses Spielsystem gekommen bin. Ich fange also mit meinem ersten Gedanken an Bardelion an, so dass ihr einen Blick auf meinen persönlichen Pen&Paper-Gamedesign-Werdegang werfen könnt.

Warum tut man sowas?

Aber ehe ich mit meinem ersten Spiel in die Serie einsteige, kläre ich die wichtigste Frage überhaupt. Warum? Warum habe ich überhaupt damit angefangen, eigene Spielsysteme zu entwickeln? Das hat mindestens drei verschiedene Gründe:
1. Ich war nie ganz zufrieden mit den Systemen, die ich gespielt habe (v.a. Das Schwarze Auge, damals noch in der ersten Edition, ziemlich bald in der zweiten und dritten). Es hat mir irgendwie immer etwas gefehlt und die Welt war mir ein bisschen zu starr.
2. Ich wollte meine eigenen Geschichten mit meiner Spielgruppe erzählen. Die Abenteuer aus dem Netz waren nach kurzer Zeit irgendwie allen bekannt und die Kaufabenteuer waren mir persönlich wiederum zu starr und wenig frei aufgestellt.
3. Mir sind viele Ideen einfach “zugeflogen”. Ich sitze zum Beispiel auf einer Parkbank und hab plötzlich eine Idee für ein Spielsystem. Ich schaue einen Film und dieser inspiriert mich für ein neues Pen&Paper-Rollenspiel. Im Moment habe ich drei bis vier kurz notierte Spielsysteme, die seit einiger Zeit ruhen, weil ich einfach nicht die Zeit dazu habe.

In den kommenden Wochen werde ich also näher darauf eingehen, was für mich ein Rollenspielsystem ausmacht und wie ich es aufgebaut habe. Ich hoffe, dass ihr daraus selbst Inspirationen für Hausregeln oder gleich eigene Systeme bekommt. Vor allem hoffe ich aber, dass ihr aus meinen Fehlern lernen könnt und mit mir hinter die Kulissen blickt, wie ein Rollenspiel entstehen kann. Vielleicht berichtet auch ihr von euren Erlebnissen und zeigt mir wiederum andere Wege und Möglichkeiten auf. Fühlt euch also frei, den Kommentarbereich ausgiebig zu nutzen.

Felix Mohring

Mit 11 Jahren aus Versehen in die Rollenspielrunde des großen Bruders gerutscht und seither nicht mehr von dem Hobby losgekommen. Gründer und Marketing-Äffchen, Moderator und Formatentwickler der NonPlayableCharacters.
Hauptthemen: Pen&Paper

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