Reden über Roguelikes: Pixel Dungeon


Als erstes Spiel dieser Serie will ich Euch von Pixel Dungeon erzählen. Wenn es um Roguelikes auf Android-Geräten geht, kommt Ihr um dieses Spiel kaum herum. Alleine schon aufgrund des Software-Designs könnte Pixel Dungeon als beste Android-App überhaupt gelten. Als Roguelike zeigt es, wie touchscreen-optimiertes Gameplay in diesem Genre geht.

Wenn es dieser Einstieg noch nicht verständlich gemacht haben sollte: Ich liebe dieses Spiel. Im Folgenden werde ich versuchen, darzulegen warum.

Äußerst solides Gameplay

Von der Spielmechanik her ist Pixel Dungeon ein klassisches Roguelike: Ihr wählt eine Charakterklasse und kämpft Euch dann durch ein fünfundzwanzig Ebenen tiefes Dungeon. Dieses ist zufallsgeneriert, genau wie darin enthaltene Schätze. Fünf verschiedene Abschnitte münden in jeweils einem Bossfight, der sich nicht umgehen lässt. Die Schwierigkeit ist hoch und jeder Tod permanent.

Pixel Dungeon beginnt gewohnt einfach: Im ersten Level sind die Gegner Ratten, die Euch noch nicht viel anhaben können, während Ihr die Umgebung nach wertvollen Items erforscht. Ein äußerst wichtiger Teil ist dabei die Identifizierung von Zaubertränken (die Euch auch schaden können, als Stärke- und Heilelixiere aber unverzichtbar sind), Zauberspruchrollen (die Ihr unter anderem benötigt, um Gegenstände zu verbessern) und Ausrüstungsgegenständen (verfluchte Gegenstände sind eine ständige Gefahr, wenn unbekannte Rüstungen und Waffen angelegt werden). Schon ab dem dritten Level kommen mit den Krabben erstmals stärkere Gegner in den Zufalls-Pool, was Euch das Leben wirklich schwer machen kann. Noch dazu ist jeder der fünf Bosskämpfe ist eine echte Herausforderung.

Ein Dwarven Warlock bekommt gleich ordentlich auf die Fresse

Ein Dwarven Warlock bekommt gleich ordentlich auf die Fresse

Pixel Dungeon hat einen enormen Wiederspiel-Wert: Auch ein erfahrener Spieler wird nur mit einem von zehn angefangenen Charakteren bis zum finalen Boss gelangen – ein halbwegs erfolgreicher Versuch kann gerne eine Stunde Spielzeit verschlingen. Dabei ist die App wie dafür gemacht, in kurzen Abschnitten gespielt zu werden: Sie lädt schnell, ist im Nu wieder verlassen und speichert zuverlässig den Spielstand – es sei denn, Ihr sterbt. Ein Level dauert je nach Spielweise zwischen einer und zehn Minuten und beinhaltet neben Monstern auch noch Herausforderungen wie verschiedenste Fallen, versteckte Durchgänge, verschlossene Türen und Spezialräume. Da das Spiel rundenbasiert ist, könnt Ihr Euch jeden Zug genau überlegen – und solltet dies auch tun. Anfangs mögen die Optionen noch auf Nahkampf oder Wurfwaffe begrenzt sein, später kommen mit Zauberstäben magische Optionen hinzu, welche dem Spiel immer mehr taktische Tiefe geben.

Eine vollkommen runde App

Was Pixel Dungeon von vielen Roguelikes unterscheidet ist die Kombination aus dem puren, einfachen Gameplay mit einer wirklich schön gemachten grafischen Oberfläche. Entwickler Watabou hat sämtliche Grafiken selbst gebastelt und schick aussehende, flüssig animierte Pixel-Art erschaffen, die dem Spiel einen eigenen, einheitlichen Look geben. Das Gameplay ist dabei stark an das Vorbild Brogue angelehnt, wobei das Spiel auf die obskuren Tastenbelegungen von PC-Roguelikes verzichtet und exzellent für Touchscreens optimiert ist.

Wie eingangs angemerkt, ist Pixel Dungeon auch als Software für Android ein Kunstwerk: Das Spiel skaliert seine Grafik in Landschafts- und Porträtmodus problemlos, läuft auch auf älteren Geräten und Displaygrößen von klein bis Tablet flüssig, hat kaum Ladezeiten und fordert KEINE besonderen Rechte ein. Die im Play Store angegebenen In-Game-Käufe beziehen sich lediglich auf einen Button, mittels dessen Ihr dem Entwickler Geld spenden könnt – einen Kaufpreis oder Werbebanner gibt es hier nämlich nicht.

Roguelike für Zwischendurch

Ich habe in meiner aktuellen Installation mehr als 1000 Spiele in Pixel Dungeon verbracht, mit jeder der Charakterklassen mehrfach den letzten Boss geschlagen und das Amulett an mich genommen. Das schreibe ich nicht, um zu prahlen, sondern um den Suchtfaktor dieses Games zu demonstrieren: Warte ich auf den Bus, spiele ich Pixel Dungeon. Sitze ich auf Klo, spiele ich Pixel Dungeon. Lädt auf meinem Rechner Kerbal Space Program, spiele ich Pixel Dungeon. Ich bin berufstätiger Vater – meine Gaming-Zeit ist begrenzt. Ein Spiel, das in kurzen Stücken ebenso spielbar ist, wie in langen Sitzungen und immer in meiner Hosentasche dabei ist, hat da einen unglaublichen Wert. Vor allem, wenn es dank Zufallsgenerierung nie aufhört, eine Herausforderung zu sein.

Fazit

Jeder Fan von Roguelikes, der ein Android-Gerät zur Verfügung hat, sollte Pixel Dungeon darauf installiert haben. Wenn Ihr allerdings keine Ahnung habt und zu den Vollidioten gehört, die im Play Store Rezensionen wie „Cooles Spiel aber zu schwer darum nur 3 Sterne“ hinterlassen, dann lasst es bitte bleiben. Pixel Dungeon ist das aktuell beste echte Roguelike auf Android und wird noch immer weiterentwickelt. Es will nicht ins Internet und fragt nicht nach dem Telefonstatus. Und es kostet keinen Cent. Dankt es seinem Macher. Ladet es im Play Store runter und zieht in Betracht, dafür zu spenden – wenn es Euch so sehr gefällt, wie mir. Also unbedingt ein Pflicht”kauf” – vor allem für den Preis von 0 Euro.

Wie bewerten wir? Seht es hier.

Marten Zabel

Marten Zabel

Bewertet Dich anhand Deiner Spiele, Serien und Rechtschreibung, wenn er nicht gerade selbst Spiele designt oder von größeren Dingen träumt.
Hauptthemen: Pen & Paper, Games, Brettspiele

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