Traumhafte Trickfilmschmiede Studio Ghibli


Chihiros Reise ins Zauberland, Mein Nachbar Totoro, Die letzten Glühwürmchen – nicht nur hartgesottenen Anime-Fans sind diese Trickfilme mittlerweile ein fester Begriff. Studio Ghibli hat sich mit seinen aufwändig produzierten Trickfilmen längst auch in der westlichen Welt einen Namen gemacht.

Doch wer steckt eigentlich genau hinter Studio Ghibli? Hayao Miyazaki, geboren 1941 in Tokyo, träumte von einer Anstellung im Animationsbereich. Sein Weg führte ihn 1963 zu Toei Animation, wo er sich zunächst als Zwischenphasenzeichner probierte und später zum Hintergrundzeichner aufsteigen konnte. Eine seiner bekannteren Arbeiten als Hintergrundzeichner ist beispielsweise der populäre Anime Heidi (Originaltitel Alps no Shojo Heidi) aus dem Jahr 1974.

Im Jahr 1982 entwickelte Miyazaki die Manga-Serie Nausicaä – im Tal der Winde, welche 1983 sehr erfolgreich verfilmt und bis 1994 in fortlaufenden Kapiteln veröffentlicht wurde. Aufgrund des großen Erfolges von Nausicaä an den japanischen Kinokassen gründete Hayao Miyazaki bereits ein Jahr später mit seinem alten Weggefährten Isao Takahata das Studio Ghibli.

Die ersten Werke

Im Jahr 1986 erschien mit Die letzten Glühwürmchen der erste Film des Studios. Zwei Jahre später folgte Mein Nachbar Totoro. Obwohl beide Filme nicht an den Erfolg von Nausicaä anknüpfen konnten, erhielten sie dennoch fast durchgängig positive Kritiken und sorgten dafür, dass das Studio allmählich bekannter wurde. Im Jahr 1989 konnte Ghibli mit der filmischen Umsetzung des Kinderbuchs Kikis kleiner Lieferservice seinen ersten finanziellen Erfolg feiern.

Im Jahr 1995 begannen schließlich die Arbeiten zum Film Prinzessin Mononoke, welcher schließlich 1997 in die Kinos kam und in diesem Jahr der erfolgreichste Film in Japan wurde. Durch diesen Erfolg wurde sogar das Interesse von Disney am Studio Ghibli geweckt und es kam zu eine Vermarktungskooperation zwischen beiden Studios.

Der große Durchbruch

Trotz der bisherigen Erfolge gelang Ghibli erst im Jahr 2001 mit dem Animationsfilm Chihiros Reise ins Zauberland der große Durchbruch. Im Jahr 2003 gewann der Film den Oscar für den besten Animationsfilm und ließ damit sogar Konkurrenten wie Ice Age, Lilo & Stitch und Spirit hinter sich!  Es folgten weitere Auszeichnungen und bis heute ist Chihiro der am häufigsten ausgezeichnete Animationsfilm aller Zeiten.

Weitere Erfolge für das Studio waren unter anderem Das wandelnde Schloss  (2004) sowie Die Chroniken von Erdsee (2006) in welchem erstmals Miyazakis Sohn Goro Miyazaki Regie führte.

Besonderheiten und Stil

Die Werke Ghiblis integrieren Elemente der japanischen Kultur und verknüpfen diese mit internationalen Einflüssen. Obwohl die Geschichten häufig in Fantasiewelten angesiedelt sind, wird in den Filmen stets Wert auf glaubwürdige Figuren gelegt, deren Denkweisen und Handlungen für den Zuschauer nachvollziehbar sind.

Figuren in Ghibli-Filmen werden mit einer umfassenden Biografie versehen und werden in einen festen gesellschaftlichen Kontext eingebettet, um ihre Motive zu verdeutlichen. Hayao Miyazaki sagte 2003 im Interview mit dem Spiegel: „Gut gegen Böse – so lautet die simple Formel auf die Hollywood die schwierigen Konflikte der Welt verkürzt. Solche Filme möchte ich aber nicht machen.“

Miyazaki setzt damit nicht nur auf psychologischen Realismus seiner Erzählungen, sondern er drückt damit auch sein grundlegendes Verhältnis für menschliche Schwächen und Fehler aus. Die Darstellung der charakterlichen Weiterentwicklung steht hierbei im Vordergrund.

Ghibli-Festival-Woche in Mannheim 

Kurzum: Die Filme von Studio Ghibli bieten nicht nur für Animefans den ein oder anderen Leckerbissen. Wer also Interesse an den Werken des Studios bekommen hat, dem können wir die Ghibli-Festival-Woche vom 14. bis zum  21. November im Cineplex Mannheim ans Herz legen!

Von diesem Event werden wir außerdem auch ausführlich berichten. Mehr Informationen zu der Ghibli-Festival-Woche findet ihr auf der offiziellen Webseite.

Rüdiger Dinges

Rüdiger Dinges

Meister des kommentierten Gameplays und Videokünstler. Passionierter Retro-Zocker. Muss wohl am fortgeschrittenen Alter liegen!
Hauptthemen: Games

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