Und der Ring… äh, Kreis schliesst sich


Nach nunmehr 13 Jahren – man stelle sich das mal vor: 13 Jahre – soll Peter Jacksons Vision, von den Werken des Herrn Tolkien, endlich ein würdiges Ende finden. Grund genug sich ein paar Leute, leckeres Essen und die Hobbit-Filme eins und zwei zu krallen um für das Finale vorbereitet zu sein!

Die ersten beiden Teile frisch ins Gedächtnis gerufen, ging es dann direkt ab ins UCI Othmarschen für: Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (stellt euch hierbei vor, dass an dieser Stelle ein bombastisches Orchester spielt).

Wir erinnern uns, an welcher Stelle wir im Kino zurückgelassen wurden, damals, fassungslos und nach dem nächsten Teil hungernd!

Bilbo und die Zwerge haben einen Weg in den Berg gefunden, der Drache ist nicht sonderlich angetan von Dieben und beschliesst die Nachbarschaft mal daran zu erinnern wer hier eigentlich das sagen hat. Gandalf war auf geheimer Mission anderweitig unterwegs, um einen dunklen Necromanten zu stellen und für das Gute in der Welt einzutreten.

Die Orks sind in Aufbruchstimmung und die Elben sind auch irgendwie mittendrin statt nur dabei! Wie man sieht, sind alle Fraktionen bestens vorbereitet um mit in knapp 144 Minuten ein furioses Ende der Hobbit-Trilogie hinzulegen.

Leider sitze ich ein wenig zwischen den “Stühlen”, also zwischen den Leuten die mit den Büchern groß wurden und denen die erstmals durch Peter Jackson das Auenland und seine haarigen Bewohner kennen und auch lieben lernten. Darum spring ich von der Story-Grundlage direkt zum….

Fazit

Egal ob man die Bücher kennt oder das Auenland vergeblich im Geografie-Unterricht sucht, man sollte den Film auf jeden Fall gesehen haben! Schon allein da er den Übergang zu der Herr der Ringe-Reihe darstellt und erklärt, wie Bilbo Beutlin an den einen Ring kam, der ja noch für einigen Ärger und Aufregung sorgen wird. Mich persönlich hat der Film mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einerseits hab ich natürlich von Kindheit an meine eigenen Vorstellung zur Welt von J.R.R. Tolkien im Kopf gehabt. Andererseits hat Peter Jackson in den 13 Jahren eine wunderbare Kulisse geschaffen, um diese Bücher real werden zu lassen.

Mit der Schlacht der Fünf Heere schafft er den Bogen, alle Charaktere an Ihren angestammten Platz zurückzusetzen. Es ist vorbei mit den hinzuerfundenen Figuren und das heutzutage vorgeschriebenen Liebes-Geplänkel. Auch Legolas zieht endlich los, um Aragorn kennen zu lernen und mit ihm die nächsten Abenteuer in Angriff zu nehmen, die sich am Horizont abzeichnen. Davon abgesehen, dass er – wie auch so zwei oder drei andere Figuren – eigentlich im Hobbit nichts verloren hatte! Aber das fällt wohl unter künstlerische Freiheit und Nutzung von berühmten Namen um das Film-Projekt besser promoten zu können.

Handwerklich ist der Film spitze… die Kulissen sind atemberaubend, die Effekte wirklich sehenswert. Allerdings hat man den Eindruck, das Ganze irgendwie schon mal erlebt zu haben. Und richtig, es erinnert merkwürdig oft an die Herr der Ringe-Filmreihe. Aber sowas kommt eben vor, wenn man aus einem 300 Seiten starken Kinderbuch ein Filmprojekt zaubern will, das es mit Herr der Ringe (drei Bücher) aufnehmen kann.

Dazu nimmt Jackson dann gerne Elemente aus anderen Werken Tolkiens, um die Filme zu füllen und abzurunden. Wie sonst sollten drei Filme präsentiert und später noch als Extended Cut vermarktet werden? Eben.

Nun aber die zentralen Fragen: Sollte man den Film sehen? Absolut eine (Kauf-)Empfehlung von mir! Ist der Film gut? Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, gleichzeitig aber auch tolerant genug sein, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Man kann eine solche Literatur-Vorlage nicht 1:1 wiedergeben, irgendwas fehlt immer oder man erfindet an anderen Stelle Dinge hinzu, die einem persönlich wichtiger erscheinen mögen.

Darum: Greift euch ein paar Freunde, geht ins Kino und bildet euch eure eigene Meinung. Diskutiert danach drüber und sagt mir anschließend, was ihr über Die Schlacht der Fünf Heere denkt.

Sven Strobach

Sven Strobach

Isst, trinkt und atmet Filme. Sie sind sein Lebenselixier. Für ein Filmbattle braucht ihr mindestens eine Filmsammlung, die einer Videothek würdig ist.
Hauptthemen: Filme, Serien

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