Geburt eines Rollenspiels Teil 5: Ein Name und die Länder der Welt


Nachdem ich euch nun in Kusjano zurück lassen mußte, erkunden wir nun weiter gemeinsam die neue Welt. Doch ehe ich mich wieder auf Reisenbegeben wollte, musste ein Name her.

Wie sollte also diese Welt heißen? Ich hatte bereits eine ungefähre Vorstellung davon und einen groben Überblick, wie sie aussieht. Doch was war ihr Ursprung? Da die Welt ursprünglich von einer Geschichte her kam, wollte ich mir auch den Weg dahin weiter bewahren. Noch immer hatte ich nämlich kein Rollenspiel für diese Welt im Kopf.

Wer also erzählt Geschichten in einem mittelalterlichen Setting, fragte ich mich. Die Antwort kam mir recht schnell: Barden. Also nannte ich die Welt entsprechend Bardelion. Es sollte die Welt sein, aus der Barden ihre Geschichten erzählen. Keine reale Welt also, sondern eine fiktive Welt. Somit würde ich bei jeder Geschichte, die ich in Bardelion spielen lassen würde, selbst zum Barden. Oder zumindest zum Chronisten, der die Geschichte des Barden festhält (vergleichbar mit Moers’ Idee, dass er die Geschichten aus Zamonien nur übersetzt).

Der Westen und Norden

Ein Name war also gefunden. Machen wir uns weiter auf Erkundungstour dieser Welt der Barden und lernen im kurzen Überblick die restlichen Länder kennen. Nördlich von Kusjano schließt sich das Land Normelon an. Die Bewohner ähneln äußerlich ostasiatischen Menschen unserer Welt. Diese sind eng verbunden mit Nân Dsuh, dem Reich der Dunkelelfen, die bereits seit vielen tausend Jahren dort herrschen und die Elfen aus Bardelion vertreiben wollen. Aber zu den politischen Verquickungen schreibe ich in einer späteren Folge mehr.

Nördlich des kleinen Reiches der Dunkelelfen liegt Bergenland, das ehemals zum im Nordosten gelegenen Balganur gehörte. Die (nennen wir sie der Einfachheit halber im Moment) Barbaren wurden in Bergenland zum Glauben des Erschaffers bekehrt und haben mit der Kirche als Fundament einen “zivilisierteren” Staat aufgebaut, der aber noch immer auf einem Kriegersystem fußt. Hier herrscht immer der stärkste und mächtigste Krieger bis zu seinem Tod. Dann muß wieder ein neuer König gefunden werden.

Balganur wird von mehreren Stämmen besiedelt, die in Bardelion als Babaren bezeichnet werden. Diese befinden sich in einem dauerhaften Krieg miteinander. Allerdings scharen immer wieder mächtige Stämme  mehrere Verbündete um sich. Als alle Barbaren sich zum letzten Mal zusammentaten, fiel das Imperium von Duthos und halb Bardelion wurde durch die marodierenden Truppen verwüstet. Dies ist einer der Gründe, warum ganz Bardelion ein vereintes Balganur fürchtet.

Karte von Bardelion

Ganz Bardelion im Überblick: Die Länder sind von Gebirge, Meer und dem Aldbomwald umringt. (gezeichnet von Katrin Weiser; © Katrin Weiser)

Der Osten und Süden

Ganz im Osten erstrecken sich die Neuen Zwergenreiche, die ehemals von Zwergen bewohnt wurden, bis aus dem Gebirge Dunkelzwerge kamen, die die Zwerge attackierten und in das Erzgebirge zurück trieben, wo heute ein unterirdisches Zwergenreich besteht.

Im Süden des Gebirges schließt sich das kleine Königreich der Fischer an, das die einzige richtige Demokratie von Bardelion darstellt. Das Land ist von Flüssen durchzogen und liegt direkt am Meer. Aus diesem Grund gibt es hier viele Fischer, was den Namen des Lands erklärt.

Die letzte Nation ist ein Verbund aus Inseln, die vor der Küste Bardelions liegen. Die Vereinigten Inselreiche sind nicht wirklich eine Nation, beraten sich aber regelmäßig miteinander, um den Handel, Probleme mit Piraten und viele weitere politische Themen zu besprechen. Jede Insel wird jedoch von einem Gouvaneur selbstständig geführt.

Durch die große Handelsmacht der Inseln hat sich übrigens in den vergangenen Jahren in ganz Bardelion die Währung der Inseln durchgesetzt. Eine der wenigen Dinge, bei der sich alle Nationen dieser Welt einig sind.

Doch zu den Konflikten und Kriegen Bardelions komme ich dann in einer späteren Folge dieser Serie. Kommende Woche folgen die ersten Überlegungen, die ich in Richtung Rollenspielsystem unternommen habe.

Felix Mohring

Mit 11 Jahren aus Versehen in die Rollenspielrunde des großen Bruders gerutscht und seither nicht mehr von dem Hobby losgekommen. Gründer und Marketing-Äffchen, Moderator und Formatentwickler der NonPlayableCharacters.
Hauptthemen: Pen&Paper

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