Vielseitig einsetzbares Zubehör


Hersteller TP-Media hat uns ein Stück Pen & Paper-Zubehör geschickt, auf dass wir es für unsere Seite hier testen. Da ich regelmäßig spiele, habe ich das GamerBoard an mich gerissen und es zu mehreren Sitzungen mitgenommen.

First things first: Was ist das GamerBoard? Das GamerBord ist ein Klemmrahmen im Format A3, wie Ihr ihn vermutlich von Innenwerbetafeln oder Menüaushängen in Schnellrestaurants und Mensen kennt. Dazu gibt es neben einer wiederbeschreibbaren Deckfolie drei Rasterfolien, welche die Fläche in verschieden große Hexgrids oder Zentimeterquadranten unterteilen. Im Rollenspiel könnt Ihr so Eure eigene Battlemap unter eine der Folien klemmen und dann oben mit den beiliegenden Whiteboardmarkern herummalen, magnetische Markierungen setzen oder eigene Figuren aufstellen.

Out of the Box

Im Lieferumfang meines GamerBoards enthalten war der Klapprahmen nebst Schutzfolie, drei Rasterfolien, vier verschiedenfarbige Whiteboard-Marker (normalerweise nicht Teil des Lieferumfangs), eine Reihe von verschiedenfarbigen magnetischen Knöpfchen und dazu passende magnetische Brettspielfiguren. Außerdem waren vier passende Filzstreifen mit einer KlebeseiteKlebeseite dabei, die verhindern sollen, dass das GamerBoard den Tisch zerkratzt. Außerdem ist im Paket eine ziemlich lange Liste mit Warnungen, von denen ich annehmen muss, dass sie in der österreichischen Heimat des GamerBoards Pflicht sind. SO gefährlich wirkt das Teil gar nicht.

Mehr als 50 Euro in Nerd-Cred liegen auf meinem Wohnzimmertisch.

Mehr als 50 Euro in Nerd-Cred liegen auf meinem Wohnzimmertisch.

Die Verarbeitung des Boards selbst ist robust und wertig. Ohne einen (nicht im Lieferumfang enthaltenen) Whiteboard-Schwamm bekommt Ihr die Folien allerdings nur schwer wieder sauber. Der Rahmen wirkt jedoch so, als ob er einige Benutzung überleben würde – gut so, da er vermutlich bei einigen Spielern mehr Action sehen wird, als die täglich wechselnden Aushänge der örtlichen Kantine. Auch die Filzstreifen sind sinnvoll, da der Rahmen durchaus harte Kanten hat.

Die Gridmap-Folien sind ähnlich wie klassische Overhead-Projektorfolien und tun bestimmt ihren Dienst. Ich war nie ein großer Fan von Gridmaps, wie ich in einem künftigen Post meiner Spielleiter-Serie mal erklären werde. Entsprechend habe ich sie nicht aktiv genutzt. Die mitgelieferten Marker tun ihren Dienst und sind sehr sinnvoll, da ich nicht extra noch mal los musste, um welche zu besorgen. Die Magnetfiguren würde ich als größtes Manko betrachten: Die Neodym-Magnete sizten unterschiedlich tief darin und einige der Figuren haben ziemlich verzogenes Plastik. Das schmälert ihren Nutzen nicht, wirkt aber als Kontrast zum doch recht edlen Klapprahmen etwas billig.

Aber ist es auch nützlich?

Im praktischen Einsatz war das Erste, was mir am GamerBoard aufgefallen ist, seine enorme Größe. Für ein Whiteboard ist A3 (plus Rahmen) natürlich nicht all zu groß, in meinen Rucksack kriege ich es aber nicht hinein. So zwingt mich das Brett mangels (riesiger) Satteltaschen, vom Rad auf Auto oder gar Bus und Bahn umzusteigen, will ich es zu einer Sitzung mitnehmen.

Im Spiel zeigt sich dann allerdings, dass das GamerBoard genau so groß ist, wie es sein muss: Kleiner wäre es vor allem mit dicken Folienstiften ziemlich unpraktisch und an einem größeren Tisch zu weit von den Spielern weg. Vor allem in meinen regelmäßigen Runden, die in den Räumlichkeiten der Universität stattfinden, muss es mit großen wandmontierten Whiteboards konkurrieren. Da ist seine Nähe der größte Vorteil, den es mitbringt.

Liegt das GamerBoard flach auf dem Tisch, ist der Rahmen etwas dick und verdeckt ein wenig die Sicht auf die Randbereiche der Battlemap/Skizze/Krakelei. Dafür soll man das Brett laut Herstellerseite auch als praktische Würfelunterlage nutzen können, wobei jener Rand vermutlich wieder sehr praktisch ist.

Die Karte war von weiter weg etwas schwer zu sehen. Bild später nachgestellt.

Die Karte war von weiter weg etwas schwer zu sehen. Bild später nachgestellt.

Da ich kein großer Fan von Gridmaps bin, sind die drei mitgelieferten Folien nicht zum Einsatz gekommen. In der ersten Runde, in der ich das GamerBoard getestet habe, war unter der Deckfolie der Plan einer Bohrinsel eingespannt, auf der das Abenteuer stattfand. Die Bleistiftzeichnung auf gräulichem Rechenpapier wäre auch ohne eine Folie darüber etwas schwer zu sehen gewesen, wenn sie in der Tischmitte liegt, also habe ich mit den Markern alle wichtigen Außenlinien einmal grob nachgemalt. Die farbigen Magneten dienten zur Markierung der Position, meist der ganzen Gruppe. Um die Karte herum konnte ich mit den Markern schnelle Skizzen anfertigen, um den Spielern visuell zu demonstrieren, wo genau die mysteriösen Runen auf einer Werkstattmaschine gemalt waren.

In der zweiten Runde konnte ich erstmals den psychologischen Effekt des GamerBoards nutzen: Alleine, es auf den Tisch zu packen, war eine Ansage. Wer meine Spielleiter-Kolumne regelmäßig liest, weiß, dass meine Spieler dazu konditioniert sind, Kämpfen einen gewissen Respekt entgegenzubringen. Als ich also anfing, das Verhör eines Vampirs mit einem Raumplan zu versehen, sorgte dies für ziemliches Unbehagen bei meiner Gruppe. Es war ein wenig so, als würde ich eine geladene Waffe auf den Tisch legen. Tschechows GamerBoard. In diesem Fall nutzte ich das Brett tatsächlich nur als WhiteBoard und habe direkt auf der Rückseite gemalt, von der Ihr die Whiteboard-Marker sehr viel besser wieder herunterkriegt, als von den Deckfolien.

Ein durchgeladenes GamerBoard bedroht meine Spieler.

Ein durchgeladenes GamerBoard bedroht meine Spieler.

Obwohl ich regelmäßig in einer Umgebung spiele, in der an den Wänden große Whiteboards hängen, werde ich das GamerBoard vermutlich auch in Zukunft dabei haben. Zum einen muss ich dann nicht aufstehen und bleibe bei meinen Notizen und den Spielern, wenn ein Kampf ausbricht, zum anderen kann ich auch reguläre Dinge damit schnell illustrieren. Ich weiß nicht, wie gut sich das Ganze für eine detailliertere Karte eignet, für die groben Pläne und Darstellungen, die ich auch sonst machen würde, ist es allerdings höchst effizient. Die magnetischen Figuren bedeuten, dass Ihr nicht in den Zeichnungen herumwischen müsst, um Positionen zu verschieben. Dank der Magneten verschieben sich die Männchen und Knöpfchen auch nicht versehentlich, wie es die improvisierte Alternative (Würfel, Legomenschen, etc.) gerne tut. Und sie sind deutlich kompakter als Miniaturen im Stile von WarHammer.

Drum prüfe, wer sich ewig beschrifte – mit einem Entwurf auf dem GamerBoard.

Drum prüfe, wer sich ewig beschrifte – mit einem Entwurf auf dem GamerBoard.

Zuletzt könnt Ihr das GamerBoard auch außerhalb von Rollenspielen einsetzen. Scharaden oder ähnliche Partyspiele profitieren von einem tragbaren Whiteboard und ich bin sicher, dass mein Sohn gerne damit spielen wird, wenn er alt genug ist. Zudem habe ich direkt angefangen, meine erste Tätowierung darauf zu designen – die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert. 

Was kostet der Spaß?

Der Preis ist natürlich ein großer Faktor beim Kauf einer Spielleiterhilfe. Ob Euch die Sache ihr Geld wert ist, müsst Ihr natürlich abhängig von Eurer finanziellen Lage und Eurem Bedarf abschätzen. Bedenkt jedoch, dass der Hauptunterschied zu einem unwesentlich günstigeren Klemmrahmen ohne „Gamer“-Label das Fehlen von Magnetismus und Filzuntersatz ist, beide äußerst angenehm und nützlich.

Der Hersteller bietet das GamerBoard in zwei Versionen zu jeweils zwei Ausstattungen an. Ich habe die Variante mit scharfen Ecken bekommen, eine abgerundete Version existiert ebenfalls. Solltet Ihr Kinder haben, würde ich Letztere empfehlen, da ein fallen gelassenes Brett mit spitzen Ecken durchaus Löcher in Boden oder Füße schlagen könnte. Vorteil der scharfkantigen Version ist eine bessere Integrität der Ecken beim Öffnen und Schließen, sagt zumindest meine Erfahrung im Poster-Aufhängen.

Im Basispaket für derzeit 22,90 Euro befindet sich das GamerBoard mit einer Deckfolie, Klebefilzstreifen für den Schutz Eures Tisches und zwei Schrauben und Dübel für die Wandbefestigung. Für zehn Euro mehr gibt es drei Rasterfolien und 13 verschiedenfarbige Magnet-Buttons dazu und Ihr habt zumindest in der Theorie alles, was Ihr für einen Abend mit dem Brett benötigt (minus der Whiteboard-Marker!).

Der Hersteller bietet in seinem Web-Shop einiges an Zubehör an, das Ihr separat kaufen könnt. Während mein Probeexemplar einiges an Extras dabei hatte, könnt Ihr möglicherweise einiges an Geld sparen, wenn Ihr überlegt, was genau Ihr braucht. Separat erhältliche Neodym-Magnete sind deutlich günstiger als Spielfiguren und laden zum Basteln ein und ich persönlich habe zum Beispiel eigentlich keinen Bedarf an Gridmap-Folien. Wenn ich das gute Stück von meinem eigenen Geld kaufen würde, hätte ich wohl die nackte Version ohne Zubehör gewählt, mir einen Satz Magnet-Buttons dazubestellt und die Folienstifte anderweitig besorgt. Eingefleischte Gridmap-Nutzer werden da allerdings natürlich einen anderen Bedarf haben als ich.

Fazit

Das GamerBoard ist für mich definitiv eine Bereicherung und wird vor allem für schnelle Übersichtspläne das Papier auf meinen Sitzungen ersetzen. Auch vorbereitete Encounter lassen sich gut in den Rahmen einspannen. Von mir gibt es daher eine Kaufempfehlung – wie gesagt mit dem Hinweis, dass Ihr Euch genau überlegen solltet, welche Ausstattung Ihr tatsächlich braucht. Das Brett wird jedenfalls künftig mein ständiger Begleiter auf Rollenspielsitzungen – zumindest, wenn ich sie leite.

Ihr bekommt das Board beim Hersteller direkt. Wenn Ihr Euch eine zweite Meinung einholen wollt, empfehle ich folgendes Video unserer Freunde von Orkenspalter TV:

Marten Zabel

Marten Zabel

Bewertet Dich anhand Deiner Spiele, Serien und Rechtschreibung, wenn er nicht gerade selbst Spiele designt oder von größeren Dingen träumt.
Hauptthemen: Pen & Paper, Games, Brettspiele

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  • Moritz

    Welcher Dämlack würde denn auch auf die Idee kommen, auf dem Gerät ein Tabletop spielen zu wollen… 😉

    • Moritz

      Äh, das war ein Kommentar zum Video. Sorry.

  • Fadenweber

    Zur Transportproblematik: Taschen für technische Zeichentafeln oder Künstlerportfolios bieten sich hier an, da kann dann auch gleich das übrige Gedöns für den Spieleabend rein 🙂

  • Christian Turkiewicz

    Ich habe mir das Noteboard zugelegt. Dient einem ähnlichen Zweck, ist aber faltbar und transportabel. Verzichtet dafür natürlich auf jede menge Extras die man beim Gamerboard hat. https://www.youtube.com/watch?v=7Q7vn4DQm0c