Vom Verbrecher zum Heiland


Heute möchte ich euch meine Geschichte erzählen, zumindest zum Teil. Denn sie ist wirklich etwas kurios und ließ mich von ganz weit unten nach ganz weit oben steigen. Doch alles vom Anfang.

Es fand ein Konvent in Haven statt, der heiligen Stätte von Thedas, wo die Kirche herrschte. Templer und freie Magier sollten sich dort unter dem Dach eben jener Kirche treffen, um ihren andauernden Krieg zu beenden. Viele kamen und auch ich war dort – der Grund tut hier nichts zur Sache.

Der Konvent startete gerade erst, als eine Detonation alles veränderte. Ich wachte im Nichts auf, der Welt der Dämonen. Eine Frau aus Licht auf einem kleinen Hügel zog mich an, also ging ich auf sie zu – bis ich ein Klacken hinter mir hörte: Insektenartige Dämonen verfolgten mich. Also musste ich mein Tempo erhöhen und rannte los. Aus irgendeinem Grund wusste ich, dass die leuchtende Frau meine Rettung sein würde. Als ich ihre Hand berührte, entkam ich den Dämonen und dem Nichts.

Benommen schaute ich mich um. Haven. Ich war zurück. Was war passiert? Ehe ich mich ernsthaft mit dieser Frage befassen konnte, wurde ich von Kriegern umzingelt und abgeführt. Was wollten sie von mir?

Im Kerker erkannte ich, dass ich ein grünlich schimmerndes Mal an der Hand hatte. Wo es herkam, wusste ich nicht. Doch genau das wollten meine Häscher von mir wissen. Und auch, was passiert war. Ich wusste es nicht. An mehr als eine Explosion konnte ich mich nicht erinnern.

Erst da wurde mir erzählt, was sich scheinbar in Haven abgespielt hatte: Es wurde ein Riss ins Nichts erschaffen, der die Konklave komplett ausgelöscht hatte. Alle außer mir waren tot, weshalb man mir die Schuld an dem Unglück gab. Doch ich war es nicht gewesen und wüsste gar nicht, wie. Doch niemand schien mir zu glauben.

Dann jedoch sollte mein Mal untersucht werden. Es könnte der Schlüssel zu allem sein. Mit diesem Mal könnte ich die Risse manipulieren und schließen. So zumindest die Vermutung eines Magiers. Meine Chance auf Freiheit. Ich spielte mit und gab mich einem Versuch hin. Was sollte schon passieren? Schlimmer konnte es doch kaum werden, oder?

Ich machte mich also gemeinsam mit dem Magier, einem Zwergen und meiner Bewacherin auf den Weg, mein Mal an einem kleineren Riss zu testen. Überall waren Dämonen, die uns den Weg versperren wollten. Am Riss angekommen hielt der Magier meine Hand und richtete sie auf das Tor zum Nichts. Zwischen meinem Mal und dem Riss baute sich eine Verbindung auf. Voller Schmerzen hielt ich sie und… es passierte wirklich. Er wurde zerstört. Das Tor zur Welt der Dämonen war geschlossen. Meine Chance auf Freiheit?

Also spielte ich das Spiel mit und machte mich gemeinsam mit der illustren Truppe auf die Jagd nach weiteren Rissen. Der größte von ihnen lag im Zentrum der Detonation. Wir hofften, damit die Wurzel des Übels entfernen zu können. Also ging es zurück in das Kloster von Haven, wo alles begann.

Den Weg dort hin mussten wir uns durch zahlreiche Dämonen erkämpfen, am Ende sahen wir jedoch den Riss. War dieser für alles verantwortlich? Ich wusste es nicht – noch nicht. Wir stellten uns also den mächtigen und bösen Kreaturen, die den Riss bewachten. Ein kleiner Trupp Soldaten unterstützte uns im Kampf. Dieser war auch nötig: Ein riesiger Dämon entkam dem Riss, ehe wir ihn schließen konnten. Der Kampf war hart und wir waren alle dem Tode nah. Was dann genau passierte, weiß ich nicht mehr. Ich schloss das Portal und verlor vor Schmerzen das Bewusstsein.

Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Bett und meine Wunden waren versorgt. Als eine junge Frau hereinkam, schickte sie mich sofort zur Kathedrale der Stadt. Immerhin war ich nicht mehr in Ketten. Also machte ich mich auf und vor meiner Tür salutierten die Soldaten und die Menge bejubelte mich. Ich hatte keine Ahnung, was los war. Also ging ich zur Kathedrale und geriet in einen Streit um meine Person. Es ging um meine Freiheit oder meinen Tod. Zum Glück setzten sich meine Befürworter durch. Was dann geschah, begriff ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich.

Es wurde zuerst die Inquisition ausgerufen, dann wurde ich zum Herold Andrastes und Anführer eben dieser ernannt. Gerade noch ein Schwerverbrecher unter Verdacht, hunderte Leute getötet und das Tor ins Nichts aufgestoßen zu haben, dann sollte ich der Heiland, der göttlich Auserwählte sein. Doch genau so kam es. Seither führe ich die Inquisition an und suche nach weiteren Rissen, um sie zu schließen. Ich schare Verbündete um mich und versuche Thedas gegen die Dämonen zu einen. Ich bin der Inquisitor.

Ihr findet übrigens eine “richtige” Review zu Dragon Age Inquisition bei unseren Freunden Zockerheim, die ebenfalls aus meiner Feder, beziehungsweise Tastatur, stammt.

Felix Mohring

Jahrelanger Pen&Paper-Spieler und -Leiter. War mal in der Gamesbranche tätig. Leitet als Chefredakteur NonPlayableCharacters inhaltlich.
Hauptthemen: Games, Pen&Paper

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