Wir reisten über Meere voller Ungeheuer und Dämonen


Manche Filme sind ein totaler Flopp an der Kinokasse und werden obendrein mit Schmähkritiken übersäht. Der 13te Krieger mit Antonio Banderas gehört zu diesen Filmen und spielte bei einem Budget von über 100 Millionen Dollar nur knapp 33 Millionen ein. Trotzdem gehört er für mich zu den Filmen, die man gesehen haben sollte.

“Er ruft nach dem Engel des Todes… Sie wird die Knochen befragen, sie ist eine Seherin… Sie ruft Männer auf, in der Anzahl der Monde… Dreizehn… Die Summe der Monde in einem Jahr. Sie sagt, 13 Krieger sind aufgerufen zu gehen.”

the_13th_warrior_Textbild2Der Poet Ahmad Ibn Fadlān (Antonio Banderas) fällt 922 n. Chr. wegen einer verbotenen Liebe in Ungnade. Er wird vom Kalifen zusammen mit einem Übersetzer (Omar Sharif) als Botschafter ausgesandt, um mit den Völkern des Nordens in Kontakt zu treten. Auf seiner Reise trifft er auf Wikinger und wird dabei in deren Belange verwickelt. Denn der “Engel des Todes” ruft 13 Krieger auf, König Rothgar gegen übernatürliche Wesen, die “Wendol”, zu Hilfe zu eilen. Allerdings muss der dreizehnte ein Fremder sein. Und so wird Ahmad Ibn Fadlān unfreiwillig zum dreizehnten Krieger. Unter der Führung von Buliwyf (Vladimir Kulich) zieht er mit den anderen zwölf Nordmännern – deren Sprache er weder spricht nochversteht – in die Schlacht gegen die Mächte der Finsternis.

“Ich hab das Tier, das mir das angetan hat, deutlich gesehn. Zähne wie ein Löwe, Kopf wie ein Bär, und Klauen, die ein Brett zu Späne fetzen können. Sie kommen nachts mit dem Nebel, wenn es am dunkelsten ist. Als ob sie im schwarzen Dunst sehen können.”

Der 13te Krieger hat alles was man sich als Fantasy-Rollenspieler (und -Spielleiter) von einem Film wünschen kann und bietet wunderbare Vorlagen für Fantasy Abenteuer. Allein schon aus diesem Grunde solltet Ihr diesen Film gesehen haben. Ich selber habe ein Einstiegsabenteuer an den 13ten Krieger angelehnt und die Spieler waren davon durchweg begeistert. Die Buchvorlage “Schwarze Nebel” (original: “Eaters of the Dead”) des US-amerikanischen Schriftstellers Michael Crichton von 1976 habe ich leider bisher nicht gelesen. Dies steht allerdings schon länger auf meiner ToDo Liste.

Crichton  vermischt im Film und im Buch den historischen Reisebericht über eine Wikingerbestattung des Arabers Ibn Fadlān gekonnt mit Elementen des Beowulf-Epos, welcher in die Figur des Buliwyf einfließt. Leider merkt man dem Film an, dass es bei den Dreharbeiten Probleme zwischen Crichton und Regisseur McTiernan gab. Verschiedene Handlungsstränge – wie zum Beispiel die sich entwickelnde Liebesgeschichte – werden angerissen aber nicht zu Ende erzählt. Dies liegt wohl daran, dass Crichton eine dreiviertel Stunde der ursprünglichen Handlung entfernt und selber nachgedreht hat. Aber obwohl hier und da meiner Meinung nach wichtige Szenen fehlen, ist der Film absolut sehenswert. Ja, er ist technisch nicht mehr Up-To-Date, aber er bietet einen wundervollen Einstieg in diese ungewöhnliche und mystische Geschichte. Außerdem hat er einige schöne Plot Twists auf Lager und auch der Zusammenprall der Kulturen ist wunderbar in den Dialogen und Handlungen der Wikinger festgehalten: “Gib einem Araber ein Schwert und er macht ein Messer daraus!” – “Darf ich das meiner Tochter schenken wenn du tot bist?”

the_13th_warrior_TextbildAber nicht nur die Wikinger können austeilen. Bereits zu Beginn verschafft sich der Araber seinen ersten Respekt bei Buliwyf, indem er selbstständig deren Sprache erlernt und sie damit überrascht: “Meine Mutter war eine keusche Frau, sie entstammte aus einer wohlhabenden Familie, wenigstens weis ich wer mein Vater ist – du schweinefleisch fressender Sohn einer Hure”

Ich möchte behaupten, dass der Film sehr viel Einfluss auf die Serie Vikings ausgeübt hat. Wie beim 13ten Krieger wird bei Vikings ein Andersgläubiger unfreiwillig in die Mitte der Wikinger aufgenommen und kann sich dort nach und nach eine wichtige Stellung erringen. Im Gegensatz zu Vikings erfährt hier allerdings der Hauptcharakter keine Wandlung: Er bleibt seinen Prinzipien und Glaubensvorstellungen treu, erhält aber durch die Erfahrungen die er macht einen letzten Schliff und reift dadurch zum Mann.

“Wir reisten über Meere voller Ungeheuer und Dämonen. Gelobt sei Allah in seiner Güte und Barmherzigkeit. Auf dass sein Segen auf jenen heidnischen Männern ruhe, die andere Götter verehrten, ihre Speisen teilten und ihr Blut vergossen, so dass dein Diener Ahmed Ibn Fahdlan zum Mann wurde, sowie zu einem würdigen Diener Gottes.”

Fazit

Der Film ist vielleicht etwas in die Jahre gekommen und hätte ohne den Streit zwischen Michael Crichton und McTiernan noch besser werden können. Dennoch ist er absolut sehenswert. Für mich ist er absolut genial und jeder Fantasy-Begeisterte (Rollenspieler) sollte ihn zumindest einmal im Leben gesehen haben. Wie allerdings eingangs erwähnt, hat der 13te Krieger auch sehr viele schlechte Kritiken erhalten und eben auch seine Schwächen. Daher würde ich ihn eher als Empfehlung einstufen.

Was diese Bewertung bedeutet, erfahrt ihr nach dem Klick.

Der 13te Krieger [Blu-ray]

Price: EUR 8,79

4.0 von 5 Sternen (207 customer reviews)

22 used & new available from EUR 5,49

Thomas Klöck

Thomas Klöck

Hat Pen & Paper mit der Muttermilch aufgesogen und mit sieben Jahren das erste Mal als "Game Master" fungiert. Zaubert aus Papier Drachen und Yodas.
Hauptthemen: Pen&Paper

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden

  • Von dem Film hatte ich bisher noch garnichts gehört.An und für sich nicht so ganz mein Genre,aber wenn ich mal die Gelegenheit bekomme guck ich den sicher mal an ^^