Gefangen in einem Labyrinth


An diesem Movie-Mittwoch bringt Jenny ein Doppel-Feature: Maze Runner als Buch und die dazugehörige Verfilmung. Lest hier, was sie von der Romanvorlage hält.

Inhalt

Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet – einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht Thomas einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben, und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um es herauszufinden …

Ein tödliches Labyrinth ohne Ausweg – Spannung pur!

Quelle: Verlagsseite

Auftakt einer weiteren Dystopie

Thomas erwacht in einem Fahrstuhl, der mit hoher Geschwindigkeit nach oben rast. Er weiß weder, wie er dort gelandet ist noch, wer er eigentlich ist. Seine Fahrt endet auf einer Lichtung, auf der viele Jungs leben und sich eine kleine Zivilisation aufgebaut haben. Jeder erfüllt hier eine bestimmte Aufgabe und auch von Thomas wird erwartet, dass er sich anpasst. Doch der Frischling ist fasziniert von dem gewaltigen Labyrinth, das die Lichtung umgibt. Seit 2 Jahren suchen die Jungs einen Ausweg und haben noch nichts entdeckt. Thomas’ Aufgabe wird ihm schnell klar: er will um jeden Preis Läufer werden und das Labyrinth erkunden!

Natürlich liegen hier Welten zwischen dem Film und dem Buch. Teilweise muss ich allerdings sagen, dass mir ein paar Sachen am Film besser gefallen haben – hier geht es allerdings um das Buch, nicht um die Verfilmung.

Ihr seid direkt in der Story und habt keine lange Einleitung, denn die Perspektive sitzt direkt mit Thomas in dem Lastenaufzug auf dem Weg zur Lichtung. Solche Einstiege mag ich sehr und sie eignen sich wirklich gut für Dystopien. So wird man nicht am Anfang zu lange mit zu vielen Informationen geflutet.

Das wäre dann wiederum aber auch ein Nachteil in diesem Roman, denn die Lichter, so nennen sich die Labyrinthbewohner, sparen sehr mit ihren Informationen. Klar, nach 50 Frischlingen sind sie es leid, alles immer wieder erklären zu müssen, aber als Leser seid Ihr irgendwann – genau wie Thomas – gefrustet, weil Ihr nichts erfahrt. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein guter Trick, weil man sich dem Protagonisten so etwas näher fühlt und mit ihm leidet.

Mitreißende Geschichte

Trotzdem hatte ich mit Thomas so meine Probleme. Es ist nicht so, dass er mir unsympathisch war oder so, aber wir fanden auch nicht so richtig zusammen. Ich fand ihn sehr unstet und unausgeglichen. Seine Gefühle und Gedanken schwanken gelegentlich so hin und her wie bei einer Schwangeren. So macht Gally ihm mal Angst, dann wundert er sich, warum er sich vor dem Typen gefürchtet hat, dann hat er wieder Angst vor ihm und so weiter. Entscheide dich! Ist der Kerl nun furchteinflößend oder nur ‘ne Witzfigur? Man könnte seine Sprunghaftigkeit mit dem Gedächtnisverlust und der Härte der Situation erklären – quasi, dass er sich erst einmal selbst finden muss. Erst gegen Ende wirkte er auf mich glaubhafter. Ich hoffe hier in den nächsten Bänden noch auf mehr Charakterentwicklung.

Auch die anderen Charaktere machten es mir nicht unbedingt leicht – was vorallem daran lag, dass ich die Filmrollen im Hinterkopf hatte. Alby, der im Film hart aber herzlich ist, ist mir im Buch beispielsweise total unsympathisch. Auch Newt hat es mir echt nicht leicht gemacht. Dagegen wurde ich zu einem richtigen Fan von Minho und Teresa. Gerade Teresa lockert mit ihrer großen Klappe einiges auf und ist für Thomas eine wichtige Stütze. Zum Glück wurde im ersten Teil auf Kitsch verzichtet. Es klingt zwar an, wie wichtig sich Teresa und Thomas sind, aber es ist angenehm eingebaut und sprengt nicht die Story. Romantisches Geturtel hätte da echt nicht reingepasst.

Kleine Mängel nicht nur in der Story

Der Stil ist … mäh! Sagen wir mal, ausbaufähig. Ich bin hier und da über einige Formulierungen gestolpert und habe mich mit den Wiederholungen echt schwer getan. Da wurden einige Reaktionen immer gleich beschrieben, Wort für Wort und das ging gar nicht. Aber es hielt sich zum Glück in Grenzen. Auch die zwanghaft jugendliche Sprache nervte mich etwas. Die Idee, dass eine Gruppe Kids ihre eigenen Wörter entwickelt, finde ich ganz cool und es ist auch realistisch. Das kenne ich ja auch aus meiner eigenen Clique. Aber dieser inflationäre Gebrauch dieser Wörter war dann doch zu viel des Guten.

An sich ist der Stil sehr leicht zu lesen und ich war beinahe schockiert, wie viele Seiten ich in einer Stunde geschafft habe, wenn ich mir wirklich mal die Zeit genommen habe.

Durch neue Entwicklungen bleibt die Handlung immer spannend und als Leser dürft Ihr auch gelegentlich mitdenken. Dann kommt man vielleicht eher auf manche Dinge, als die Lichter selbst.

Das Ende ist eine krasse Wendung, auf die ich ja schon zum Glück vorbereitet war. Erst denkt man, alles sei gut und es gibt ein entspanntes, rundes Ende und dann kommt im Epilog noch dieser krasse Cliffhanger. Ihr solltet den zweiten Band also direkt griffbereit haben! Ich habe mich direkt drauf gestürzt. Es scheint auch noch wesentlich mehr dahinter zu stecken, als es ursprünglich den Anschein machte –und das macht dann sehr neugierig. Ich glaube, das Konzept wird noch viel größer ausgebaut.

Zum Schuber: Der ist wirklich wunderschön geworden. Er wirkt sehr schlicht mit dem vielen Schwarz und der klaren Schrift, ist aber ein Beweiß, dass weniger manchmal mehr ist. Die Bücher selbst haben diesen Print im Metalliclook, der sehr schön schimmert, wenn das Licht drauf fällt. Leider bilden sich beim Lesen schnell Leserillen, aber das sehe ich nicht so eng. Irritiert hat mich etwas der Geruch. Eigentlich liebe ich den Duft von Büchern, aber diese rochen irgendwie anders. Da war ich froh, als es nach zwei bis drei Tagen ausgelüftet war. Ja, Bücherwürmer haben schon komische Ticks.

Fazit

Die Auserwählten – Im Labyrinth ist mit kleineren Abzügen ein spannender Auftakt zu einer vielversprechenden Reihe. Wer nur den Film kennt, sollte sich darauf einstellen, dass das Buch ganz anders ist. Trotzdem war ich gebannt und habe die Seiten wie im Flug gelesen. Maze Runner ist eine ausgetüftelte Idee, die noch ganz groß werden könnte. Das Suchtpotential reicht schon fast an Panem ran. Ich werde Thomas und seinen Freunden weiter auf ihrer Reise folgen.

Klare Kaufempfehlung!

Was bedeutet diese Wertung nun? Eine grobe Einschätzung findet ihr hier.

Maze Runner-Trilogie – Die Auserwählten: Schuber mit Bonusmaterial (Die Auserwählten – Maze Runner)

Price: EUR 29,99

4.3 von 5 Sternen (186 customer reviews)

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Haupttehmen: Alles

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  • Christian Turkiewicz

    Ich hab alle drei/vier gelesen und während ich die wirklich ganz nett finde und auch mit dem Ende im Gegensatz zu vielen anderen Lesern einverstanden bin, hat die Serie ein großes Problem mit dem “warum”. Die abgegebene Erklärung liegt irgendwo zwischen hanebüchen, unlogisch und unvollständig. Auch das inzwischen gelieferte Prequel hilft da leider nicht weiter. Kurzweilig ist die Serie allerings allemal.