Zwischen historischen Kriegen und Weltraumschlachten


Vom 21.02 bis zum 22.02 war es wieder soweit: Die Hamburg Tactica, im schönen Bürgerhaus in Wilhelmsburg gelegen, öffnete zum zehnten Male ihre Pforten und begrüßte Tabletop-Fans aus aller Herren Länder und aus (fast) allen Systemen. Wie jedes Jahr gab es neben Spieltischen, die zum spielen einluden, auch wieder massig Stände, an denen man neue Miniaturen oder Werkzeuge ergattern konnte. Besucher hatten die Möglichkeit neue Systeme kennenzulernen, berühmten Designern über die Schulter zu schauen oder im Flohmarkt vielleicht die eine, bereits lange ersehnte Figur zu finden.

Drei Personen, drei Ansichten

Ich habe die Hamburg Tactica mit meiner Freundin Alina und einem Freund namens Robert besucht. Dabei hätten die Personen unterschiedlicher nicht sein können. Alina hatte, bis sie mich kennengelernt hat, so gut wie gar nichts mit Miniaturen zu tun gehabt. Robert spielt wiederum schon seit über 12 Jahren Tabletop.

Deshalb bekommt ihr hier nicht nur einen Bericht über die Messe, sondern gleich drei!

Robert, der Tabletop Veteran

Für Robert und Sascha ein neues interessantes Spiel. Dust Tactics

Für Robert und Sascha ein neues interessantes Spiel. Dust Tactics

Den Anfang macht Robert. Er ist derjenige, der die meisten Erfahrungen von uns dreien mit Tabletop und auch mit solchen Messen hat. Er war schon auf diversen Games days sowie Throne of Skulls. Seine Haupterfahrung liegt in den Systemen von Games Workshop, aber das Interesse liegt trotz alledem im allgemeinem Tabletop.

Als erstes muss erwähnt werden, dass alle möglichen Spielsysteme von Fantasy, über SciFi, rüber zum asiatisch angehauchten Setting bis hin zum Weltkriegssystem vertreten waren. Es war für jeden Fan etwas dabei! So konnte man nicht nur “über den Tellerrand” schauen, sondern gleichzeitig die Systeme in Aktion sehen und vielleicht auch ein neues System für sich entdecken.

Für uns neu war ein relativ großes Angebot an Brettspielen. Wie es sich für eine Tabletop-Messe gehört, waren es natürlich nur Spiele, welche auch echte Figuren enthielten.

Uns schon bekannt war der 3D-Drucker. Mit diesem ließen sich eigene Figuren oder Gebäude herstellen. Der Drucker war letztes Jahr schon zu bestaunen und der Detailgrad der doch recht kleinen Häuser ist weiterhin echt beeindruckend gewesen.

Grundsätzlich hatte die Messe ein enorm großes und breitflächiges Händlerangebot. Neben den Großen wie zum Beispiel dem Hamburger Tabletop Shop, Battlefield Berlin und Fantasy Warehouse hatte die Messe auch englische Vertreter wie einen riesigen Perry Miniatures und Foundry Stand. Alles was man dort nicht finden konnte, hat man garantiert irgendwo an den sehr vielen kleinen und teilweise speziellen Ständen gefunden.

Lebende Legenden: die Perry Brüder

Auch wenn sie schon die letzten zwei Jahre mit dabei waren, ist es trotzdem immer wieder ein Highlight, den Perry Brüdern beim modellieren zuzuschauen. Dieses Jahr waren zusätzlich noch Aly Morrison und Peter Dennis mit von der Partie.

Womit wir aber auch gleich zu Roberts negativen Erfahrungen kommen: Das Workshop Angebot hielt sich leider ziemlich in Grenzen. Auch bei den “Stars” wusste man nicht, ob man sie nun etwas fragen, oder nur beobachten durfte.

Alina, die Neue unter den Tabletoppern?

Beim Batman Tabletopspiel fühlte sie sich wohl

Beim Batman Tabletopspiel fühlte sie sich wohl

Ob Alina nun wirklich zu den Tabletoppern gehen wird, steht erst einmal außer Frage. Interessant ist es allerdings zu hören, was eine komplett außenstehende Person zu solch einer Messe zu sagen hat.

Im großen und ganzen gleicht die Erfahrung der mit Robert. Das heißt in Kurzform, dass auch sie begeistert von der Vielfalt an Settings und Modellen war.

Leider gab es speziell für Frauen, welche bekanntermaßen eher weniger mit dem Hobby ihres Freundes anfangen können, kaum Anreize, sich doch etwas intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

Wir reden hier nun nicht von dem typischen “Nerd-Girl”. Die haben ihre Figuren ja noch schneller angemalt, als die Männer es können. Und meistens auch noch hübscher.

The amount of Tabletop Men is too damn high!

Ich bin mir sicher, dass ein Großteil der Männer, die diesem Hobby frönen eine, im gesellschaftlichen Sinne, “normale” Freundin haben. Diese interessieren sich im Normalfall nicht für ein Tabletop Spiel im 2. Weltkrieg oder im fernen Weltraum. Da muss etwas mit Vampiren, Werwölfen oder lizenzierte Spiele wie Game of Thrones her.

Vielleicht sollte man dann auch kein klassisches Tabletop a la “wir sind im Krieg und müssen als Xenos auslöschen” veranstalten, sondern eher etwas was mehr Ressourcenmanagement erfordert. Oder sich wie “Die Sims” spielen lässt.

Natürlich wäre ein “Sims” Tabletop todlangweilig. Aber ich denke ihr wisst was wir meinen.

Sascha, der Teilzeittabletopper

Für Sascha das beeindruckendste Gelände war beim Freebooters Fate Stand zu sehen

Für Sascha das beeindruckendste Gelände war beim Freebooters Fate Stand zu sehen

Meiner einer spielt seit knapp sechs Jahren. Angefangen mit Warhammer 40K, bemale ich derzeit meine ersten Freebooters Fate-Figuren und möchte mich mehr mit Skirmish-Systemen auseinandersetzen.

Mir haben vor allem die wunderschönen Figuren und Dioramen gefallen. Die Qualität der Figuren war so verdammt hoch, dass ich nur sabbernd daneben stehen konnte.

Was mir immer wieder positiv auf solchen Messen auffällt, war die Freundlichkeit aller Beteiligten. Seien es die Aussteller, die Spieler oder auch die Gäste. Gerade auf speziellen und etwas kleineren Messen ist die Freundlichkeit erfahrungsgemäß höher.

Auch in meinem Fall empfand ich die Auswahl an verschiedensten Settings großartig. Allerdings waren für meinen Geschmackt zu viele historische Spiele vertreten. Gar nicht vertreten war Games Workshop, was dem ganzen allerdings auch keinen Abbruch getan hat.

Leider war der Flohmarkt nur noch höchstens halb so groß wie im letzten Jahr. Das lag am neuen System. Früher hieß es “Bring and Buy”. Das heißt man konnte seine Figuren hinbringen, klebte einen Preis dran und konnte Abends dann sein eingenommenes Geld abholen. Das Tactica Team hat sich um den Rest gekümmert.

Dieses Jahr war es ein klassischer Flohmarkt. Natürlich hat man kaum Lust, den ganzen Tag an so einem Tisch zu stehen. Dementsprechend war das Angebot auch viel kleiner.

Auch wenn ich es klasse fand, dass man dieses mal auch Brettspiele kaufen konnte, gab es keine Möglichkeit diese anzutesten. Es existierten keine Testspiele. Leider war auch nicht immer ersichtlich, an welchen Tischen man ein Spiel antesten, und an welchen nur zuschauen konnte.

Trotz alledem empfand ich die Tactica als eine schöne Messe, auf der es sehr viel zu entdecken gab. Auch wenn ich am Ende des Tages leer ausgegangen bin.

Das Fazit? Macht euch selbst ein Bild

Die Tactica ist durch ihre Spezialität natürlich nicht für jedermann etwas. Für Fans von Tabletop-Systemen ist sie allerdings defintiv eine Reise wert. Wir haben Leute aus Frankfurt getroffen und viele Stände, die ihre Waren feil boten, kamen sogar aus dem benachbarten Ausland. Wenn ihr hier nichts findet, dann findet ihr es woanders auch eher schwerlich. Mit Ausnahme von Games Workshop-Figuren. Die waren, wie schon erwähnt, absolut gar nicht vertreten.

Wir haben ein paar Bilder für euch geschossen und die Galerie hier mit angehängt. Viel Spaß beim stöbern.

Das bewegte Bild

Ihr wollt das Ganze in bewegter Form sehen? Kein Problem. Die Jungs vom Tabletop Workshop (ehemalige Magabotato-Jungs!) haben die Messe in bewegter Form festgehalten. Schaut es euch an. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Schaut auch auf deren YouTube-Kanal vorbei. Und wenn ihr schon da seit, könnt ihr unseren auch gleich mit abonnieren.

Sascha Martens

Ist der CTO (Chief of Technology and Other stuff) der Seite und hält im Hintergrund die Technik und alles andere zusammen.
Hauptthemen: Comics, Games, Serien

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