Bericht von der Endzeitcon Bastion Beauregard: On enemy territory


In diesem Gastbeitrag entführt Euch Alexander Dorrenbach in ein düsteres Bunker-Abenteuer, das vom 13. bis zum 15. März in Remagen stattfand. Die Con Bastion Beauregard: On enemy territory fand im Apollinaris Keller statt und dürfte sich vielen Teilnehmern langfristig ins Gedächtnis gebrannt haben. Ein Interview mit den Veranstaltern von der 5 Division folgt hier demnächst. Aber zunächst einmal ab in den Bunker:

An: Generalstab 5te Division

Von: Leutnant Schnee

Einsatzbericht Bastion Beauregard

13.03.2167

 

Draußen dämmerte es schon, doch was macht das schon viele Meter unter der Erde aus?

Da waren wir alle, wir die Rebellen gegen das ARGUS-Regime. Viele Chasseure erlitten den Tod, um uns die Pläne für diesen Hintereingang zuzuspielen – sie sollten nicht umsonst gestorben sein.

Im Sommer 2166 hatten wir uns in einem Aufstand aus den gierigen Fängen der ARGUS befreit und der Armee des Stahls den Rücken zukehrt. Seitdem hatten wir die meiste Zeit damit verbracht, Kräfte zu sammeln und neue Verbündete zu finden. Nun war es endlich soweit. Ich sah es in den Augen der Soldaten: Rache für die vielen Toten, für Familien und Freunde wurde nun endlich greifbar!

Unter den wachsamen Augen des Generals las ich noch einmal unsere Befehle vor.

Wir würden die ARGUS hier stürzen – koste es, was es wolle – und die Gefangenen befreien. So, dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch. Eine gerechte Sache, Aye.

Der erste Zug, unser Sprengkommando, rückte unter der Führung des Sergeant Major vor. Es gab einen gewaltigen Knall und schon stürmte Zug um Zug hinein… Hinein in den Bunkerkomplex. Wir konnten nicht ahnen, was uns dort erwarten sollte…

Erste Schritte in den feindlichen Bunker.

Erste Schritte in den feindlichen Bunker.

 

Die Küche

Alles voller Rauch, Geschrei und dem lauten Stakkato der Gewehre. Hatte man uns erwartet? Den Informationen nach hätten wir mit Leichtigkeit die Küche überrennen sollen, doch nun waren dort vorne Feuergefechte…

„Scheiße, Scheiße, Scheiße…“

Ich schob mich nach vorne, einen Doc im Schlepptau. Noch immer konnte ich nur schemenhaft erkennen wer dort vor mir war. Die Küche schien verlassen, einzig ein beunruhigenderweise gefüllter Leichensack lag oben auf der Anrichte. Währenddessen sicherten die Soldaten den Bereich und riefen zur Vorsicht. Sprengfallen – man hatte uns also tatsächlich erwartet.

Während ich mir einen ersten Überblick verschaffte, wurde der Leichensack geöffnet. In ihm befand sich ein Mann, man hatte ihm den Mund zugenäht.

„Diese verdammten Mistkerle, Wahnsinnige…! War die frühere Armee in der ich selbst einen großteils meines Lebens verbrachte bereits derart Degeneriert?“

Nachdem der Doc, Dingo war ihr Name, ihm die Nähte gezogen hatte wurde der Mann vorerst in das hinter uns gelagerte notdürftig eingerichtete Lazarett geschafft. Die Befragung musste vorerst warten, da wir schneller vorankommen mussten. Ich musste die Männer zur Eile ermahnen und trieb sie zusammen mit dem Sergeant Major an.

Finnegan ein findiger kleiner Ire und einer unserer besten Chasseure wurde vorgeschickt. Wenn jemand sich durch die mit Sprengfallen gespickten Gänge schlängeln konnte, dann er.

Nach und nach wurde Akten um Akten sowie ein kleiner Safe gefunden und zu mir gebracht. Ein kurzer Blick auf die Seiten zeigte mir, dass viele von Ihnen zerrissen oder angebrannt waren. Offenbar sollten Beweise vernichtet werden – nicht sonderlich erfolgreich, wie sich herausstellte. Was immer hier passiert war, sie hatten es eilig gehabt – verdammt eilig!.

„Waren wir der Grund? Und wenn Ja, warum hatte uns kein MG-Nest am Eingang erwartet?“

Die nächste Tür war mit einem Zahlenschloss versehen. Wir hatten also einen Haufen Papier und einen Safe – Hervorragend! Dennoch suchten wir jeden kleinsten Winkel der Räume nach einem passenden Code ab.

Irgendwann schaffte es ein Soldat, den Safe zu knacken. Memo an mich: „Herausfinden welcher Soldat das war, ihn belobigen lassen und vor allem – meinen eigenen Safe besser verstecken!“

Man rief mich herbei und als ich die Tür des kleinen Metallobjektes öffnete, lief es mir kalt den Rücken hinab – „Eine Hand, eine gottverdammte Hand!“ Angeekelt warf ich sie neben mich um den übrigen Inhalt in Augenschein zu nehmen. Mein Magen rebellierte aber ich konnte dem nicht nachgeben. Nicht vor den Männern.

Ich befahl, die Hand mitzunehmen, wenn ich Heute darüber nachdenke weiß ich nicht warum ich solch einen Befehl gab. Dennoch musste ich wohl einen Grund gehabt haben – niemand würde Grundlos eine Hand ihn einen Safe legen, oder?

Das Tagebuch bringt mehr Hinweise ins Spiel.

Das Tagebuch bringt mehr Hinweise ins Spiel.

Zum Glück befand sich in diesem Safe auch ein Tagebuch, in dem wir tatsächlich die Ziffernfolge für das Türschloss finden konnten.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als mir einer der Soldaten berichtete das sie die nächste Tür geöffnet hätten.

„Ausgezeichnet!“

Hinter dieser Tür hämmerte etwas monoton.. Immer wieder hämmerte es.

Die Kämpfer rücken weiter in den Bunker vor.

Die Kämpfer rücken weiter in den Bunker vor.

 

Die Mensa

Nachdem die Tür geöffnet war, trieb der Sergeant Major die Männer erneut an und ließ sie den nun folgenden Raum stürmen. Das erste mal hatten wir Sichtkontakt! Doch das Bild das sich uns bot waren nicht die erwarteten Argus Schergen. Diese Dinger… Waren es überhaupt Menschen?

Unter Schaltkreisen und Kabeln sah man Fleisch, einige hatten keine Hände mehr und stattdessen Klingen montiert.

Doch was den Soldaten das Blut in den Adern gefrieren lies war das sie wortlos alles ertrugen…nicht einmal als die ersten Kugeln unserer Gewehre sie durchsiebten gaben sie einen laut von sich.

Welle um Welle brachen sie wie ein Heuschreckenscharm aus Ecken und Zugängen. Im diffusen und rauchgeschwängerten Licht verlor ich fast den Überblick.

Ein Grollen aus dem Gang hinter uns ließ uns aufschrecken.

Der Eingang den wir uns mühsam frei gesprengt hatten – Zusammengestürzt!

„War das ein Zufall?“ – Wohl nicht. Wir saßen in der Falle.

Als sich das Bellen der Gewehre beruhigt hatte ließ ich mir von den Zugführern den Status ihrer Einheiten melden. Diese Dinger hatten einige meiner Männer verschleppt. Aber wohin und warum?

Das Warum sollte mir noch so manch schlaflose Nacht bereiten…

Fortsetzung Folgt…
Teil 2 findet ihr hier.

Die Titelgrafik ist © Natalia Slioutova.
Alexander Dorrenbach

Alexander Dorrenbach

Ist meist in irgendeinem Endzeitszenario zu finden, ob nun als LARPer oder Gamer.
Hauptthemen: LARP

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