“Der Gratisrollenspieltag soll den Handel stärken”


Am 28. März findet der Gratisrollenspieltag statt! Aber was bedeutet das eigentlich genau? Der ursprünglich aus Amerika stammende Tag soll wieder Leben in die lokalen Läden bringen, die immer wieder damit bangen müssen, im Konkurrenzkampf mit Onlineanbietern den Kürzeren zu ziehen.

Es gibt aber immer noch gute Gründe dafür, nicht nur per Klick einzukaufen. Denn sowohl Läden, als auch Vereine und Bibliotheken gehen mit ganz unterschiedlichen Angeboten an den Start.

Zum einen wäre da das mysteriöse GRT-Paket, das sowohl für Neulinge, als auch alte Hasen der Szene interessant sein kann. Ein Einblick in dessen Inhalt lässt sich auf der GRT Seite und per Video erhaschen. Zum anderen wird es auch wieder einige Rollenspielrunden geben. Das ist eine gute Gelegenheit, mal über den Tellerrand hinaus zu blicken und vielleicht das ein oder andere neue System kennen zulernen.

Das beste daran: Der GRT ist natürlich gratis (wie der Name schon sagt, aber man weiß ja nie heutzutage…) und das Paket auch. Allerdings Finger weg, denn ich sag besser mal:“MEINS!“, bevor alle weg sind.

Kurz vor Knapp konnte ich den Organisator Moritz zum Gespräch bitten.

NPC: Moritz, was hast du am 28. März, dem Gratisrollenspieltag, geplant?
Moritz: Da ich auf einem Jungessellenabschied bin, kann ich selbst nichts machen. Ich werde aber meine Mails im Auge behalten, um wenigstens mitzubekommen, was so stattfindet. In den letzten Jahren war ich immer in den Koblenzer Läden mit dabei.

NPC: Wann hattest du das erste Mal die Idee mit dem GRT?
Moritz: Ungefähr ein halbes Jahr, bevor der erste in Deutschland stattgefunden hat. Die Idee stammt ursprünglich aus Amerika.

NPC: Wie hast du selbst zum Rollenspiel gefunden?
Moritz: Ich spiele seit der roten Dungeons&Dragons Box (1983). Da ich zu der Zeit einige Nebenjobs hatte und dadurch das meiste Geld in meinem Freundeskreis, musste ich die Rolle des Spielleiters übernehmen. Da habe ich mir auch so ziemlich alles gekauft, was zum System raus gekommen ist, und habe auch selbst Abenteuer entworfen. Die ersten waren noch vergleichsweise naiv, aber später habe ich dann für ein kleines amerikanisches Label ein paar D&D Classic Abenteuer geschrieben, die 2006/2007 veröffentlicht wurden. Danach habe ich in Deutschland Fuß gefasst und für Ulisses, Uhwerk, Mantikor und so ziemlich jeden anderen gearbeitet.

NPC: Da hast du sicher einige Rollenspiele kennengelernt. Was ist dein Lieblingssystem?
Moritz: Ich bin immer noch der D&D Labyrinthlord im Classic System. Das könnte ich sogar im Schlaf leiten.

NPC: Es nehmen ja zahlreiche Läden am GRT teil, andere wiederum wollen dieses Jahr nicht mitmachen. Welche Gründe stehen dahinter?
Moritz: Wir können an dem Tag nicht an 130 verschiedenen Locations sein. Die Läden müssen ihre Veranstaltungen also selbst organisieren. Und wenn dann die Pakete unter der Ladentheke verstauben und keinerlei Werbung betrieben wird, ist die Sache nicht rentabel. Es gibt aber viele Geschäfte die das vorbildlich machen und spektakuläre Aktionen starten. Da haben wir dann auch keinen Einfluss drauf. Wir verschicken gerne die Pakete, aber was dann damit geschieht, liegt bei den Händlern.

NPC: Geht es vor allem darum neue Leute für das Rollenspiel zu begeistern?
Moritz: Es ist überhaupt nicht der erste Zweck neue Spieler zu finden. Wenn man sich den amerikanischen oder den internationalen Tag ansieht, dann ist die Idee dahinter, die Läden zu stärken. Es hat uns selbst überrascht, wie sehr in Deutschland davon ausgegangen wird, dass der Hauptzweck darin liegt, neue Leute ans Spiel zu bringen. Dass da viel passiert, ist natürlich super. Auch die Verlage machen da ganz viel mit Schnellstartern und wir bekommen immer wieder tolles Feedback, dass Neulinge mit dabei sind. Das ist saucool, aber im Endeffekt nicht das Erste, was der Tag erreichen soll.

NPC: Was befindet sich jetzt eigentlich in der Box?
Moritz: Ich hab selbst noch kein Paket bekommen und kenne nur das, was in Ivys Unboxing Video zu sehen ist. Leider ist dieses Jahr wenig exklusiver Inhalt dabei, da die Mail an die Verlage sehr spät raus ging, aber das wird nächstes Mal anders.

NPC: Moritz. Vielen Dank für das Gespräch.

Das vollständige Interview könnt ihr hier nachhören:

Lukas Kebel

Lukas Kebel

Hat sich schon in früher Kindheit mit Rollenspiel infiziert und gilt als Überträger der Stufe 12. Sammelt nun EP in der Prestigeklasse Artikelknecht.
Hauptthemen: Pen&Paper, Games

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