Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten


Seit der großen Schlacht in New York gegen Lokis Verbündete ist etwas Zeit ins Land gezogen. S.H.I.E.L.D erholt sich von von den jüngsten Ereignissen. Aber auch in den Tiefen des Weltalls rühren sich langsam aber sicher dunkle Kräfte, welche langfristige Pläne verfolgen, deren Konsequenzen noch keiner abschätzen kann.

 

Die Avengers haben den Kampf gegen die Verbrecherorganisation Hydra aufgenommen, welche in Captain America 2 ihr Haupt erhoben hatte.

Als es dem Helden-Team gelingt, eine Basis dieser Schurken auszuheben und dort ein Artefakt von Loki aus der Schlacht um New York zurückzuerobern, erhält Tony Stark a.k.a Iron Man die Chance, seine Pläne für eine seiner größten technischen Erfindungen in die Tat umzusetzen: Das sogenannte Ultron-Protokoll, mit dem er die Welt noch sicherer machen möchte, nachdem er erlebte in welcher Größenordnung der große Unbekannte spielt, der im Hintergrund die Fäden zieht und New York beinahe vernichtet hätte. Aber wie oben bereits gesagt, ist der Weg zur Hölle gepflastert mit guten Absichten und so kommt es wie es kommen muss, dass Ultron nicht sonderlich erpicht ist, wie Pinocchio nach der Pfeife von Tony Stark zu tanzen.

Ultron wird sein eigener Herr und begehrt gegen die Avengers auf (©Marvel 2015)

Ultron wird sein eigener Herr und begehrt gegen die Avengers auf (©Marvel 2015)

Marvel hat mit Avengers 2 Age of Ultron das Finale der zweiten Film-Season eingeleitet und den Weg in die dritte vorbereitet. Und ich muss sagen, mir ist bei der Pressevorführung die Kinnlade runtergeklappt! War Avengers 1 bereits sehenswert und geprägt von Action und Wortwitz sowie tollen Special Effects, hat Marvel hier in bewährter Zusammenarbeit mit Joss Whedon und Stan Lee (natürlich mit Cameo-Auftritt, wie es sich gehört) noch einen draufgelegt und so entstand das nächste Kapitel, um neue Maßstäbe in Sachen Superheldenfilm zu setzen. War es das letzte Mal noch New York, in dem die Avengers für Ruhe und Ordnung sorgten, ist der Konflikt diesmal größer und das Team ist weltweit unterwegs, um das Böse zu bezwingen an dem einzelne Superhelden scheitern würden.

Im ersten Teil konnte man noch nicht alle Ideen umsetzen, da die entsprechenden Special Effects noch nicht zur Verfügung standen. Das ist Geschichte und die Crew hinter der Kamera konnte noch weiter aufdrehen! Aber nicht nur die Effekte sind sehenswert, man legte auch wieder wert darauf, die Storyline mit demselben rasantem Tempo weiterzuführen. In Sachen 3D wurde geschickt getrickst: Man wird nicht damit erschlagen, sondern es kommt ganz nebenbei und bleibt dann auch die ganze Zeit beim Zuschauer. Es war eines der ersten Male, wo mich der 3D-Zuschlag im Kino nicht gestört hat.

Trotz allem nimmt man sich aber die Zeit, auch wieder das Miteinander der Avengers näher zu beleuchten und auch die Hintergründe der einzelnen Protagonisten weiter zu erforschen. Die Mischung der einzelnen Persönlichkeiten klappt auf Anhieb auch nach einigen Filmen Pause. Die Frotzeleien zwischen Iron Man und Captain America sind wieder genial und spiegeln die völlig unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Helden wieder. Auf der einen Seite der flapsige Multimillionär und Tech-Genie auf der anderen ein patriotischer Soldat aus einer vergangenen Zeit mit grundsoliden ethischen und moralischen Maßstäben! Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein, absolut herrlich für Spitzfindigkeiten geeignet. Aber auch Hulk, Black Widow und vor allem Hawkeye haben einige Überraschungen für die Zuschauer bereit.

Und als wäre das noch nicht genung, bringt Marvel noch weitere Figuren mit ins Spiel! Das Geschwisterpaar Wanda (Elizabeth Olsen) a.k.a. Scarlet Witch und Pietro (Aaron Taylor-Johnson) a.k.a. Quicksilver tauchen auf der Bühne auf. Die beiden verfolgen ihre eigenen Ziele und haben noch eine Rechnung mit Tony Stark zu begleichen. Der Golden Globe-nominierte James Spader spielt Ultron, einen der ältesten Gegner der Avengers, und seine Schöpfung Vision wird von Paul Bettany präsentiert, um der Story noch mehr Tempo zu geben.

Hulk kämpft gegen Ironman in seinem Hulkbuster-Anzug. Eine epische Schlacht. (©Marvel 2015)

Hulk kämpft gegen Ironman in seinem Hulkbuster-Anzug. Eine epische Schlacht. (©Marvel 2015)

Neben der Schlacht gegen Ultron, dessen Ziel die Vernichtung der Avengers ist, wird auch der Metaplot um die Infinity Gems vorangetrieben. Stück für Stück kommen die Edelsteine zu Tage und man kann sich bereits auf das von Marvel angekündigte Finale Infinity War freuen, das für Mai 2018 und Mai 2019 angekündigt ist. Vorher allerdings erwartet uns unter anderem noch der Civil War in Captain America 3 sowie Ragnarok in Thor 3. Auch von den Guardians of the Galaxy wird man noch hören, bis es gegen den großen Unbekannten geht (ich werde den Namen ganz bewusst nicht nennen, es soll ja auch Leute geben die nicht mit den Comics groß wurden oder die Szenen im Abspann nicht gesehen haben).

Ich muss ganz ehrlich sagen, als ich hörte das Avengers 2 den Titel Age of Ultron tragen sollte, war ich mehr als skeptisch, da ich doch gerade in den Comics ein Mega-Event mit eben diesem Namen verfolgt hatte und dessen Umsetzung einfach nicht für die Kinoleinwand möglich war. Immerhin war es das jährliche Event von Marvel Comics, welches sämtliche bekannte Figuren der Comicwelt auf die Probe stellt und auf der Leinwand… Naja, da haben wir eine Handvoll an Helden und Schurken aber nichts in dieser Größenordnung.

Aber Marvel musste mich eines Besseren belehren: Der Name ist zwar identisch, die Storyline aber völlig losgelöst vom Comic-Universum. Somit bin ich auch froher Dinge, was Civil War angeht, welcher sich bereits am Horizont abzeichnet. Man kann jetzt natürlich streiten, ob man die Entstehungsgeschichte einer Figur 1:1 übernehmen sollte (immerhin haben wir jetzt schon wie oft die Origin von Spider-Man ertragen dürfen) oder ob man diese ein wenig anpasst und aufpoliert. Das Marvel-Cinematic-Universum hat beschlossen, in den Grundzügen seiner Quelle treu zu bleiben, aber doch einige Abweichungen zuzulassen und das weiß zu gefallen!

Fazit

Ich glaube, ihr könnt es schon ahnen welche Empfehlung ich ausspreche. Der Film ist ein absoluter Pflichtbesuch für jeden, dem die Namen Iron Man, Captain America und Co. etwas sagen und der deren Filme bereits mitverfolgt hat. Aber auch für neue Zuschauer ist der Film sehenswert, auch wenn einem eventuell anfangs der Zugang zu den Charakteren fehlen könnte. Zurücklehnen und dem ganzen eine Chance geben ist angesagt: Auch ohne Comic-Vorwissen wird euch solide Action mit tollen Special Effects geboten und eventuell weckt es ja die Neugier auf mehr. Dann solltet ihr nach dem Film mal einen Comicladen in eurer Stadt aufsuchen und nach mehr von den mächtigsten Helden der (amerikanischen) Welt stöbern!

Sven Strobach

Sven Strobach

Isst, trinkt und atmet Filme. Sie sind sein Lebenselixier. Für ein Filmbattle braucht ihr mindestens eine Filmsammlung, die einer Videothek würdig ist.
Hauptthemen: Filme, Serien

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