Epische Schlachten dank Origami


Das Miniaturen-Brettspiel Star Wars X-Wing hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Doch allein für die wunderschönen Miniaturen lohnt sich die Anschaffung für jeden Star Wars-Fan. Wer allerdings eine große Flotte spielen will, muss tief in die Tasche greifen. Daher habe ich kurzer Hand im passenden Maßstab für X-Wing einige Origami Modelle erstellt. Alles was Ihr dafür braucht, ist ein wenig Papier und Geduld.

Baue dir deine eigene Armada

“Möge die Macht mit dir sein!”

Zunächst einmal ein paar Worte zum Thema: Was ist Origami und wie kann ich damit eigene Raumschiffe erstellen? Origami ist eine japanische Papierfaltkunst mit der man meist aus einem einzigen Blatt ohne Schnitte und Kleber verschiedene Modelle falten kann. Das Papier hat in der Regel gleichlange Seiten. Die Größe des Papiers legt dabei die anschließende Größe des Modells fest. Die Anleitungen wurden früher vom Lehrer an den Schüler weitergegeben. Später wurden sie klassisch in sogenannten Diagrammen festgehalten und erlauben dadurch auch “Superkomplexe Modelle” mit mehreren hundert Faltschritten.

Ich empfehle – neben dem unbezahlbaren Lehrer – eine Mischung aus Diagrammen und Tutorial Videos, um Origami zu erlernen. Die Videos haben den Vorteil, dass man sieht, wie man von A nach B kommt. Da bei Superkomplexen Modellen teilweise mehrere Faltungen gleichzeitig durchgeführt werden, ist dies nicht immer einfach in Diagrammen darstellbar. Die Diagramme wiederum haben den Vorteil, dass sogenannte Referenzpunkte und -linien (sprich, muss ich das Papier zum Beispiel achteln oder zehnteln) eindeutig zuzuordnen sind. 

Star Wars X-Wing Origami

Star Wars X-Wing mit Origami X-Wing aus Notizbockpapier (©Thomas Klöck)

 Für den Start ins Star Wars Origami eignet sich meiner Meinung nach ein einfacher X-Wing. Da die Modelle des Spiels allerdings sehr klein sind, sollte man diesen zunächst mit größerem Papier (15x15cm) ausprobieren und erst später ein zum Maßstab passendes Papier (ca. 9x9cm) verwenden.

Sobald ihr den X-Wing ein paar Mal gefaltet hat, könnt ihr euch den TIE-Fighter vornehmen. Dieser ist bereits komplexer und hat ein paar schwierige Faltungenm die gemeistert werden wollen. Habt Ihr auch diesen erfolgreich einige Male gefaltet, könnt Ihr euch am Millenium Falken erproben. Nun habt ihr bereits je ein Schiff der drei Fraktionen – Jedi, Sith und Schmuggler – zur Verfügung und könnt nun beliebig viele Raumschiffe für epische Schlachten erstellen.

Auf diese Weise bauen, oder besser gesagt falten, wir uns binnen kurzer Zeit eine eigene Armada mit der wir epische Schlachten spielen können. Alles was wir brauchen ist ein Notizklotz mit 8x8cm Papier und DinA4 Papier für den Millenium Falken. 

Der X-Wing

Zum X-Wing gibt es zahlreiche gute Videos bei Youtube. Ich habe mir mal erlaubt euch zwei verschiedene Modelle auszuwählen und wünsche viel Erfolg beim Falten. Probiert es ruhig ein paar mal mit größerem Papier aus, bevor ihr zum passenden Format übergeht. Das zweite Modell ist schon vom Schwierigkeitsgrad zwischen dem TIE-Fighter und dem Millenium Falken anzusiedeln und benötigt auch größeres Papier. Geht also besser erst den TIE-Fighter an. Wenn ihr diesen gemeistert habt könnt ihr den zweiten X-Wing ausprobieren. Entscheidet selbst, welche X-Wing Version euch besser gefällt und ob der Mehraufwand lohnt.

Der Tie-Fighter

Da ich bisher kein gutes Video zum TIE-Fighter gefunden habe, habe ich vor einiger Zeit mal mit einem Freund zusammen eine YouTube Anleitung dazu gemacht.

Der Millenium Falke

Für den Millenium Falken möchte ich an das Video meines Lieblings Origami-Artist, Tadashi Mori, verweisen. Auch ich habe anhand dieses Videos den Millenium Falken erlernt. Um die richtige Größe für das Brettspiel zu erhalten, nehmt ein DinA4 Blatt und schneidet den oberen Teil ab um ein gleichseitiges Papier zu erhalten.

Weitere Tipps und Tricks

“Viel zu lernen du noch hast!”

Der OrigamiMann 15x15cm Tissue Foil

Der Millenium Falke, gefaltet mit Tissue Foil (©Thomas Klöck)

Man kann das Papier natürlich noch verschönern indem man es mit einer Schicht Alufolie beklebt, es bemalt oder vorher bedruckt. Letzteres kann ich bisher allerdings nicht empfehlen, da die meisten Drucker die Farbe nicht tief genug ins Papier einbringen und sie beim Falten nach und nach abblättert. Falls ihr dafür eine Lösung habt, bin ich ganz Ohr. Alternativ könnt ihr natürlich auch passendes Papier mit Struktur kaufen. Aber dann stellt sich irgendwann die Frage, ob man bei dem Aufwand nicht gleich weitere Miniaturen kaufen sollte. 

Tissue Foil ist mit das beste Papier das man nehmen kann. Der Millenium Falke im Foto wurde aus einem 15x15xm Tissue Foil Blatt erstellt. Da man es meines Wissens nicht im Laden kaufen kann, sondern es selbst herstellen muss, bin ich selbst erst ziemlich spät darüber gestolpert. Auch hier möchte ich auf ein Video von Tadashi Mori verweisen, der ganz gut zeigt, wie man es selber herstellen kann.

Solltet ihr nun noch Fragen zur Faltkunst haben, stehe ich euch selbstverständlich zur Verfügung. Oder gibt es von eurer Seite aus Wünsche für Anleitungen? Ich nehme mich gerne auch weiterer Spiele an.

Thomas Klöck

Thomas Klöck

Hat Pen & Paper mit der Muttermilch aufgesogen und mit sieben Jahren das erste Mal als "Game Master" fungiert. Zaubert aus Papier Drachen und Yodas.
Hauptthemen: Pen&Paper

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden