Was macht man…


…wenn man als Kindheitstrauma eine Hexe im Lebenslauf aufzuweisen hat, die einen Fressen wollte und Eltern die einen mitten in der Nacht im Wald ausgesetzt haben? Korrekt, man lernt aus diesem Ereignis und bildet sich über Volkshochschule und Co. weiter zu hauptamtlichen Hexenjägern! Und mit dem Background im Lebenslauf kann man es in Augsburg richtig krachen lassen. Besonders wenn man Hänsel und Gretel heißt.

Als in Augsburg immer mehr Kinder verschwinden und Panik um sich greift, beschließt der Bürgermeister von Augsburg die berühmten Hexenjäger anzuheuern. Immerhin haben die sich seit ihrem Erlebnis im Pfefferkuchenhaus eine ansehnliche Reputation erarbeitet und auch ein Arsenal angeschafft, dass so mancher Hexe besser daran täte, auf eine kinderfreie Diät umzusteigen.
Allerdings ahnt noch niemand, dass damit etwas wesentlich Schlimmeres in Gang gesetzt wird. Das wird den beiden Geschwistern einiges abverlangen und sie dazu zwingen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Der Film ist herrlichstes Popcorn-Kino, der sich selbst mal so gar nicht ernst nimmt, sondern sich ganz klar der Action und einigen coolen Sprüchen unterwirft. Jeremy Renner (auch bekannt durch seine Rolle als Hawkeye in den aktuellen Marvelfilmen) beweißt hier, dass er mehr kann als nur grimmig gucken und Dinge zerstören!

Wie man unter anderem in den Extras erfährt, hat er einen ausgeprägten Sinn für Humor und war Feuer und Flamme für diese Produktion. Etwas, das meiner Meinung nach sehr gut rüberkommt. Dazu hat man ihm noch die hübsche aber energische Gemma Arterton als Gretel an die Seite gestellt, die ihrem Bruder beim Hexenjagen in nichts nachsteht.

Der Einfallsreichtum der Crew beim Design der Waffen und auch bei den Special Effects ist schön anzusehen. Nur wie oben schon erwähnt, sollte man keinen ernsthaften oder logischen Film erwarten. Dieser hier lebt für die Show und für den Moment. Da verschmerzt man auch einige wirklich platten Jokes und übertriebene Schäden bei der Schlacht um die nächste Generation der Augsburger Steuerzahler.

Ja, jemand meinte, mich drauf hinzuweisen der Film wäre…. unrealistisch! Dass man hier keine eins zu eins Umsetzung der alten Fabel zu erwarten hat, war mir klar als ich das Cover sah. Auch der Titel hätte hier bereits einen kleinen subtilen Hinweis drauf geben können.

Kürzlich erreichte mich dann noch das Gerücht, dass eine Fortsetzung für 2016 geplant ist. Aber ob und wie, bleibt abzuwarten. Sollte das finale Produkt rauskommen, werde ich gern mal schauen, ob es dem Fortsetzungs-Fluch unterworfen ist oder den Schwung aus diesem Film aufnehmen und weitertragen kann.

Fazit

Kurz und schmerzlos, ihr seid ja keine Hexen. Hänsel und Gretel – Hexenjäger ist auf jeden Fall einen Blick für einen Filmabend mit Popcorn und Freunden wert und kann dadurch durchaus unterhaltsam sein.

Was bedeutet diese Bewertung? Das seht ihr hier.

Sven Strobach

Sven Strobach

Isst, trinkt und atmet Filme. Sie sind sein Lebenselixier. Für ein Filmbattle braucht ihr mindestens eine Filmsammlung, die einer Videothek würdig ist.
Hauptthemen: Filme, Serien

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  • Ich fand den Film auch fantastisch 😉 Ziemlich witzig und cool. Irgendwie kam er aber in Übersee wohl nicht so gut an, schade eigentlich, hätte gerne mehr solcher “Märchenfilme” gesehen. Snow White and the Huntsman hätte ähnliches Potenzial gehabt, war aber mMn eher langweilig.