Der Kill-Your-Friends-Simulator 2.0


Vlad ist wieder da und mit ihm auch die stummen Zauberer. Das verheißt auch die Rückkehr von lustigen Waffen, merkwürdigen Roben, schrägen Unfällen und mutwilligem Töten von Freunden, weil die das ja auch gerade getan haben. Außerdem sehen wir noch mehr Beweise, dass Vlad auf keinen Fall ein Vampir ist und dass die Allianz nun wirklich nichts zu Stande bekommt.

Man sagt ja, wenn man jemandes wahres Ich sehen will, soll man ihm Macht geben. Meiner Erfahrung nach ist es schwierig Macht, zu vergeben. Denn dafür braucht man ja selbst erstmal welche. Aber ein paar gut gezielte, brennende Steine und praktisch gesetzte Schneestürme können das Gleiche bewirken. Die Wirkung verstärkt sich mit zunehmender Anzahl der „Unfall“ basierten Charaktertode. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie das Einfrieren, Steinigen und von Klippen pusten Charakter testend ist, dann habt ihr noch nicht Magicka 2 gespielt.

 Abrakadabra, das gleiche Spiel ist wieder da

Beim ersten Starten habe ich mich zuerst gewundert. Das sieht doch genauso aus wie Teil eins. In einer Zeit, in der ein Jahr später erscheinendeMagicka 7 zweite Teile eines Spiels die Grafikpower mindestens verdoppeln, ist das merkwürdig. Vor allem, da der erste Teil von Magicka schon ein wenig länger her ist. Auf den zweiten Blick wurde dann aber klar, die Grafik ist besser – nur eben sehr subtil besser. Es wirkt hübscher und dichter. High Definition, natürlich. Hier zeigt sich schon der Humor der Macher, indem sie einem de facto das gleiche Spiel verkaufen in nur leicht besserer Grafik. Natürlich ist es hier als eine Hommage an die Videospiel-Industrie zu sehen… oder pure Faulheit. Das ist eurer eigenen Interpretation überlassen.

 Sehr viel hat sich nicht geändert am Spiel und seiner Mechanik. Außer zwei Dingen. Naja, drei. Es ist schließlich eine neue Story, die ihr spielt. Wirklich toll ist aber die Möglichkeit, auch einen Controller zu nutzen. Zugegeben, mich schreckt es noch immer ab. Nicht, dass ich ungern Controller nutze, aber die Magick zu koordinieren, fällt mir auf der Tastatur leichter. Aber trotz meiner Unfähigkeit ist der Controller gut integriert.

Das Zweite – oder Dritte (oder andersherum?) – ist eine Vereinfachung der Magick Anwendung. In kurz, Makros. Über die Tastaturnummern 1 bis 4 können Magicks direkt ausgeführt werden, müssen dann aber erstmal einen Cooldown überstehen, um dann wieder angewendet werden zu können. Ihr könnt euch aber auch einfach die Elementkombination merken und euren Lieblings Zauber so oft wirken, wie ihr lustig seid.

Eure Ausrüstung ist dieses Mal ein wenig individueller anpassbar. So könnt ihr jetzt eure Robe unabhängig von Zauberstab und Schwert wählen. Der Host kann zudem mit verschiedenen Einstellungen spielen, um eure Abenteuer in Magicka 2 leichter oder schwerer zu machen und ein ziemlich nützliches Pet auswählen. Das alles will natürlich erstmal freigeschaltet werden.

Hokus Pokus, ihr findet neues und altes

Auch im zweiten Teil ist das Spiel wieder eine Ansammlung popkultureller Anspielungen und Witze. So spielt beispielsweise ein gewisser Hans Magicka 3Frost Wetterradar und sagt eine Kaltfront voraus. Als die Zauberer in ein Interdimensionales Gefängnis gesteckt werden, ist alles Weiß bis auf zwei rote, lederbezogene Sessel. Und ihr könnt im Strandlevel große Muscheln finden, die Töne des Meeres von sich geben. In einem Fall ein kurzes Zitat aus Das Boot, wenn ich mich nicht verhört habe.    

Die Story ist auch eine Persiflage von Fortsetzungen. Trotzdem, oder deswegen, macht sie Spaß und unterhält. Schön ist der kleine Kniff mit den Wizard Wars. Das Spiel wirkte für mich immer wie eine humorvolle Betrachtung der MOBAs, die es nun mittlerweile in vielen Formen gibt. Doch jetzt stellt sich heraus, dass auch dies Teil der Story ist. Man muss vor Paradox Interactive einfach seinen Hut ziehen. Die Jungs sind genial.

 Bei den Gegnern finden sich zu Beginn die altbekannten Goblins und Orks. Später kommen Krabben in verschieden Größen hinzu, die ihr Magicka 4am besten direkt dampfgart, endlich eine Anwendung für diesen Zauber. Später kommen noch weitere neue Gegner hinzu. Für Abwechslung ist also gesorgt.  Das Schönste ist, dass ihr euch im Verlaufe des Spiels Menschen, Zwerge und Elfen zu Feinden macht.

Wenn ihr dann die sehr kurze Story durch habt, könnt ihr euch dem wieder sehr knackigen Herausforderungsmodus zuwenden. Ich persönlich habe noch keine der Herausforderungen geschafft und es nagt an mir. Ein sehr hoher Widerspielwert und eine Chance, die eigene Geduld zu stärken und seinen Umgang mit Frustration zu verbessern.

Fazit

Alles in allem spielt sich Magicka 2 wie Magicka, obwohl so einiges neu ist. Altes kann neu entdeckt werden und einige Sachen wurden sogar verbessert beziehungsweise dem aktuellen Spielemarkt angepasst. Ich persönlich spiele auch diesen Teil wieder oft und mit viel Freude und vielen Freunden. Eigentlich ein Muss für jede Spielesammlung und von mir eine klare Kaufempfehlung.

Was bedeutet diese Wertung? Findet es heraus, mit nur einem Klick.

Jakob Rabenhorst

Jakob Rabenhorst

Er zockt, wie es ihm gefällt, und liest sich durch die Welt. Wenn er nicht gerade am PC daddelt oder einen Roman liest, denkt er daran und freut sich darauf.
Hauptthemen: Games, Bücher.

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