Gamer Road Trip


Als vier Gamer beschließen ihre Clan-Ehre auf einem Gears of War 3 -Championship zu verteidigen, sollte einem schon Böses schwanen. Wenn diese vier Pappnasen (und einige andere Figuren des Films) dann auch noch so ziemlich JEDES Klischee erfüllen, das die Welt über Gamer hat… Kann man sicher sein, dass Noobz ein Road Movie der etwas anderen Art ist.

Man nehme einen Immobilien-Makler der gerade seinen Job und seine Freundin verloren hat, einen etwas gestörten Videospielladen-Angestellten, einen sexuell unorientierten netten Kerl und ein Muttersöhnchen der Extra-Klasse… packe alle vier in die Gamer-Szene und gebe ihnen ein großes Turnier.  Dazu nehme man noch einen feindlichen Clan und eine kleine Prise Lovestory unter Gamern.

Das Einzige was man nun noch braucht, ist eine Besetzung die dem Ganzen auch standhält. Mit Jason Mewes (Jay and Silent Bob schlagen zurück) und Blake Freeman sind schon mal zwei Posten gut besetzt, da die beiden in meinen Augen Klischees wunderbar bedienen können. Dazu kommt noch ein kurzer aber genialer Gastauftritt von Casper van Dien (Starship Troopers), was dem Ganzen auch für Filmnerds noch ein wenig Würze gibt!

Die vier Gamer sind wie gesagt sehr klischeehaft. Auf dem Weg und beim Turnier merkt man dann jedoch, dass da irgendwie mehr ist als nur Zocken: Das reale Leben, dem man sich stellen muss – der eine mehr, der andere weniger. So mancher muss sogar erstmal Google nach dem Weg zum Real Life fragen, wie zum Beispiel ein abgehalfterter Ex-Arcade-Game-Star (John Gries).

Optisch ist der Film ab der zweiten Hälfte der Hammer und ich frage mich immer: Warum hat Deutschland keine so geilen Videospiel-Turniere? Oh stimmt, Deutschland… wo selbst das Internet Neuland ist. Das Ganze ist solide aufgebaut und gibt den Charakteren genügend Zeit “ihr” Klischee zu präsentieren, so dass die Story gemütlich dahinfließen kann.

Warum man den Film jetzt unbedingt Noobz nennen musste, entzieht sich meiner Kenntnis. Denn eigentlich heißt Noob (oder auch Boon), dass man beim Zocken keine Ahnung vom Game hat oder auch nicht in der Lage ist zu lernen. Aber die Jungs wissen eigentlich, wie ihr Game läuft. Auch über das Leben wissen sie in gewisser Weise Bescheid, wenn man es ihnen vor Augen führt.

Fazit

Der Film trieft vor Klischees, ist anspruchslos seicht und braucht noch nicht mal Popcorn. Den kann man einfach nebenbei gucken. Doch sollte man ihn anschauen? 

Wer Gamer ist, kann mal einen Blick riskieren, aber nicht zu viel erwarten! Dann werdet ihr auch nicht enttäuscht und schmunzelt vielleicht über die eine oder andere Sache. Wenn ihr mit der Szene und ihren Vorurteilen nichts am Hut habt, dann lasst die Finger davon. Ihr wärt eher abgeschreckt und verärgert über die verschwendete Zeit. Eindeutig Geschmackssache also. 

Der Film wird unter anderem mit “Der Nerd-Film des Jahres” beworben, vermutlich weil es kaum Nerd-Filme gibt und somit auch solche flachen Produktionen als Highlight verkauft werden können. Deshalb fordere ich mehr Nerd-Filme, auf dass die Welt erkennt, dass wir gar nicht so schlimm sind wie man immer sagt… Wir sind schlimmer!

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Sven Strobach

Sven Strobach

Isst, trinkt und atmet Filme. Sie sind sein Lebenselixier. Für ein Filmbattle braucht ihr mindestens eine Filmsammlung, die einer Videothek würdig ist.
Hauptthemen: Filme, Serien

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