The Game – Spiel … so lange du kannst!


Ein Spiel, das übersetzt einfach nur „Das Spiel“ heißt und mit einem düsteren Cover samt Totenschädel daherkommt, legt nicht unbedingt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um einen nominierten Kandidaten zum Spiel des Jahres handelt.

Was ist drin?TheGame01

Das Anfang des Jahres von Steffen Benndorf (bekannt durch Qwixx) entwickelte und vom Nürnberger Spielverlag vertriebene The Game für 1-5 Spieler kommt in einer kleinen Spielepackung daher, die 102 Karten sowie eine Anleitung beinhaltet. Darunter befinden sich 98 Karten mit den Ziffern 2 bis 99 sowie jeweils 2 Karten, die die Richtung eines Stapels, nämlich von 1 bis 100 aufsteigend oder 100 bis 1 absteigend, anzeigen.

Um was geht’s?

Ziel des Spiels ist es, als Team die gesamten Karten auf die vier Stapel abzulegen. Wer an der Reihe ist, spielt mindestens zwei seiner sechs Handkarten mit je nach Stapel einem höheren oder einem tieferen Zahlenwert ab, zieht die entsprechende Kartenzahl nach und der nächste Spieler ist dran. Einzige Ausnahme bildet der Rückwärts-Trick. Hierbei darf man eine Karte ausspielen, die den Stapel um genau zehn zurückbringt. Also bei einem Aufwärtsstapel von zum Beispiel 54 wieder auf 44 und bei einem Abwärtsstapel entsprechend andersrum. Das Spiel endet, sobald entweder der Kartenstapel und die Handkarten alle abgelegt sind – in diesem Fall hat man das Spiel besiegt – oder, wenn ein Spieler nicht mehr regelkonform ablegen kann. Die dann gezählten Restkarten geben den Ansporn für das nächste Spiel, es noch besser zu machen.

Interaktion und EmotionenTheGame02

Das was The Game so reizvoll macht, ist aber nicht das Regelwerk allein sondern das einzigartige Spielgefühl: Das Ablegen der Karten muss durch Diskussionen innerhalb der Gruppe unterstützt werden. Außer konkreten Zahlenwerte darf alles gesagt werden. Aussagen wie „bitte auf den Stapel nichts mehr spielen, da hab ich was Gutes“ oder „hat hier jemand für hier noch was Gutes, sonst mache ich dort einen größeren Sprung“ sind nur zwei Beispiele. Spielgruppen entwickeln hier schnell Geheimsprachen, um das Spiel zu besiegen.

Neben Interaktion erzeugt The Game vor allem Emotionen. Das schlechte Gewissen , das man langsam gegenüber der Gruppe aufbaut, wenn man weiß, gleich zwei Karten ausspielen zu müssen, die nirgends passen und das Gefühl aufkommt, jetzt alles kaputt zu machen, ist bislang einmalig im Kartenspieluniversum. Genauso werden aber auch euphorische Momente erzeugt, vor allem dann, wenn festgestellt wird, dass man einen Rückwärts-Trick machen könnte und sofort laut dazwischen ruft und sich den entsprechenden Stapel sichert.

Fazit

Wer ein interaktives, gruppendynamisches und gefühlsbetontes Spiel mit einfachen Regeln zum kleinen Preis sucht,für den ist The Game ein absoluter Pflichtkauf. Der Satz „Spiel, solange du kannst“ ist tatsächlich Programm und man will immer länger spielen!

 

The Game – Spiel … so lange du kannst!

1-5 Spieler

Spielzeit ca. 20 Minuten

Nürnberger Spielkarten Verlag

NSV – 4034 – THE GAME – Kartenspiel

Price: EUR 7,75

4.4 von 5 Sternen (194 customer reviews)

82 used & new available from EUR 4,44

Jan Kempf

Ist Anhänger des analogen Spielens zu Tisch. Ein wahrer Wettkampf findet für ihn immer noch im Angesicht seiner Gegner statt.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele

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  • ” Das schlechte Gewissen , das man langsam gegenüber der Gruppe aufbaut, wenn man weiß, gleich zwei Karten ausspielen zu müssen, die nirgends passen und das Gefühl aufkommt, jetzt alles kaputt zu machen, ist bislang einmalig im Kartenspieluniversum. ”
    Mal “Hanabi” gespielt? The Game wirkt auf mich in einigen Aspekten davon abgekupfert. 😉
    Wenn du Hanabi nicht kennst würde ich dir das empfehlen, das war auch als Spiel des jahres, btw. (2014? Keine Ahnung)

    • Jan Kempf

      Bei Hanabi kommt das schlechte Gewissen ja erst nachdem man
      die Karte auslegt hat, da man eigentlich davon ausgeht ein passende Karte
      auszuspielen. Bei The Game wird man trotz vorherigen Wissens dazu gezwungen ein
      oder zwei „schlechte Karten“ zu spielen.

      Sonst weisen The Game und Hanabi sicherlich einige
      Parallelen auf, wobei The Game vor allem wegen dem Aspekt, dass noch mehr und
      über fast alles geredet werden darf, deutlich besser gefällt. Aber das ist ja
      Geschmackssache. 🙂

      • Um “besser oder schlechter” geht’s mir ja gar nicht 😉 Ging mir jetzt nur um den einen Aspekt, da man bei Hanabi auch sehr viel quatscht und eine Geheimsprache entwickelt.

        Nur, um mich mal zu erklären *g*