How to…Mutationen!


Mutierte Gliedmaßen sind an einem LARP-Kostüm schon sehr beeindruckend. Aber einfach mal schnell Stacheln wachsen lassen ist nicht. Hier erfahrt ihr, wie ihr mit einfachen Mitteln überzeugende Mutationen bastelt! Die Technik ist für verschiedene Mutationen geeignet.

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 Schwierigkeit: mittel

Zeitaufwand: mittel

Kosten: mittel

  

 

 

 

 

Material:

  • Feinstrumpfhosen in verschiedenen Farbtönen (meist hautfarben)

  • Frischhaltefolie

  • Vaseline

  • Acrylfarben

  • ggf. Zusatzmaterial für spezielle Mutationen (zum Beispiel Moosgummi und Papierkugeln für Augen, Netz für Schuppen)

  • Latexmilch

  • Makeup Mousse

  • Flüssig Makeup

  • Schminkschwamm

  • Föhn

Wichtiger Hinweis! Bitte prüft vor dem Basteln, ob ihr allergisch gegen Latex seid, und deckt die betreffenden Körperteile nach ausreichendem Eincremen mit Vaseline zusätzlich noch mit Frischhaltefolie ab, um ungeplante und sehr schmerzhafte Enthaarungen zu vermeiden!

In meinem Tutorial werde ich euch verschiedene Varianten von Mutationen vorstellen. Anhand einiger Bilder werde ich Armstulpen  und andere Körperteile vorstellen, die mit dieser Bauweise kreiert wurden. Die Technik ist für unterschiedliche Bereiche übertragbar.

Und es beginnt…

11349950_968775006489042_1490443101_nZuerst solltet ihr eine grobe Vorstellung von eurer Mutation im Kopf haben. Dann beginnt ihr damit, das Körperteil (nachfolgend immer der Arm) armdick mit Vaseline einzuschmieren und mit Frischhaltefolie zu verpacken. Das ist wichtig, damit ihr die Mutation später vom Arm bekommt.

Nun braucht ihr die Feinstrumpfhosen. Ihr nehmt die zuvor vorbereiteten Stücke und zieht sie schichtweise über den Arm. Die erste Schicht besteht aus einem einem unbearbeiteten Strumpfhosen-Segment. Für die weiteren Schichten werden die Strumpfhosen-Teile zuvor mit einem grob gezackten Messer ordentlich zerfleddert. Wenn ihr spezielle Mutationen wie Augen oder Stacheln einbauen wollt, werden sie jetzt in die Schichten mit eingearbeitet. 2Ihr könnt in diesem Schritt auch andere Materialien wie groben Verband oder Netze einarbeiten um beispielsweise eine Schuppenoptik zu erzeugen.

 

Applikationen wie Stacheln könnt ihr in diesem Schritt sehr schön durch ein Loch in einer der Strumpfhosen-Schichten stecken und sie damit einerseits fixieren und andererseits erreicht ihr damit eine organischere Optik.

 

Sobald ihr mit dem Aussehen zufrieden seid, geht’s ans Latexen. Ich persönlich massiere die Latexmilch am liebsten mit den Fingern ein, ihr könnt aber auch Pinsel oder Schwämme zum Applizieren verwenden.

Wichtig ist, dass die erste Schicht alle Strumpfhosen-Schichten gut durchtränkt, denn sie bildet die Basis. Zudem ist es bei Stulpen am Arm sehr wichtig, dass auf der Armunterseite ein Streifen Strumpfhose (3 bis 5 cm) nicht mit Latex bedeckt wird. Dies dient dazu, die Stulpe später an aus- und ausziehen zu können.4

Nun ist es an der Zeit den Föhn auszupacken und die Latexschicht zu trocknen, bis sie nicht mehr klebt. Danach tragt ihr eine weitere Schicht auf, trocknet sie und so weiter…

 

35In dieser Phase könnt ihr bei Bedarf weitere Stoffe und Materialien einarbeiten, um zum Beispiel mit einem alten Zwiebelnetz oder einer Netzstrumpfhose Schuppen zu simulieren.

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Nachdem ihr etwa vier bis maximal fünf Schichten aufgetragen und getrocknet habt, ist erstmal eine Erholungspause angesagt. Die fertig gelatexte Stulpe muss nun vorsichtig vom Arm gepellt und dann am besten über Nacht zum Durchtrocknen aufgehängt werden. ACHTUNG! Ihr müsst dabei darauf achten, dass nichts miteinander verklebt!

 

Am nächsten Morgen sollte das Ganze schön stabil und gleichzeitig flexibel sein. Fehler können jetzt noch korrigiert werden. Es ist zudem empfehlenswert, die Stulpe noch einmal anzuprobieren. Gegebenenfalls müsst ihr nach dem Trocknen Entlastungsschnitte setzen.

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Wenn alles zu eurer Zufriedenheit ist, kommt der letzte Schritt, der eure Mutation zum Leben erweckt…ok, wir wollen mal nicht übertreiben, aber mit Farbe sieht alles besser aus.

Es gibt verschiedene Wege, eure Mutation einzufärben. Für Hautfarbe ist das recht einfach, weil ihr das Latex einfach mit Flüssig-Make-up färben könnt, bevor ihr es auftragt. Aus Stabilitätsgründen sollten die ersten zwei Schichten aber immer aus ungefärbtem Latex bestehen.9a

Für andere Farbtöne müsst ihr mit Pigmenten oder Acrylfarben herumexperimentieren. Wichtig ist: Der Farbanteil sollte nicht zu groß sein, sonst wird das Latex spröde und rissig. Da ich hier immer nach Gefühl arbeite, kann ich leider kein wirkliches Rezept geben.

Für ein Finish, das die Mutation an eure Hautfarbe anpasst, braucht ihr Make-up-Mousse in der Farbe eures Hauttons. Dieses tragt ihr nun mit einem Schwämmchen auf die fertige Mutation auf. Am besten tragt ihr euer Werk während des Einfärbens und lasst euch helfen.

8Habt ihr Stacheln oder Ähnliches, das durch die Haut bricht, könnt ihr zuvor mit stark verdünnter roter Acrylfarbe eine Hautrötung vorschminken. Das lässt das Ganze hinterher fieser aussehen. Das Make-up-Mousse werdet ihr immer wieder erneuert müssen, ist aber die beste Möglichkeit, das Latex matt und hautartig wirken zu lassen. Außerdem könnt ihr damit Übergänge anschminken, wenn diese nicht gezielt mit Stoff oder Kleidung verdeckt werden können.

Andere Areale wie Stacheln oder Augen können mit Acrylfarbe-Latex (50/50) bemalt werden.

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Damit ist eure Mutation fertig!

Ich hoffe ihr habt viel Spaß beim Basteln. Sollte es Fragen geben, könnt ihr mich gerne kontaktieren und ich werde versuchen euch weiter zu helfen!

 

Hier noch ein paar Impressionen

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Nora Linse

Nora Linse

Früher nur am Tisch nun in LIVE und BUNT...Larperin durch und durch...und noch mehr Bastlerin und Tüftlerin.
Hauptthemen: Basteln, LARP

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