Teen Wolf – Vom Film zur Serie


Aus dem Film Teen Wolf mit Michael J. Fox aus dem Jahre 1985 wurde Anfang 2011 eine TV-Serie gesponnen, die sich inzwischen über fünf Staffeln erstreckt. Sollte ein solcher Klassiker aber wirklich neu aufgelegt werden und dann auch noch in Serienform? Thomas hat sich rangewagt.

Während das Original von 1985 lediglich amüsieren und unterhalten will, schlägt die Serie einen ernsten und realistischeren Ton an. Im Film offenbart sich Michael J. Fox in der Öffentlichkeit als Werwolf, während der Serienschauspieler ständig damit zu kämpfen hat, seine zweite Natur unter Kontrolle zu halten und zu verbergen. Auch die CGI Effekte schlagen in der Serie einen blutigen und düsteren Ton an, während der Werwolf im Film eher kuschelig daher kommt und sich als Werwolf offen zeigt.

Sehr schnell wird klar, dass vom Original mit Michael J. Fox abgesehen vom Handlungsrahmen und den Namen der Charaktere nicht viel übernommen wurde.

Das Original und die Serie

Teen Wolf 1985 Michael J. Fox als Werwolf beim Basketball

Teen Wolf 1985: Michael J. Fox als Werwolf beim Basketball

Der Protagonist Scott McCall – nun durch Tyler Posey verkörpert – und Stiles Stilinski – in der Serie gespielt von Dylan O’Brien – wurden sympatisch neu besetzt. Dylan O´Brien erinnert mich sehr an den aus O.C. California bekannten Adam Jared Brody, der auch einen fantastischen Auftritt in Mr. und Mrs. Smith hatte. Vor allem seine Umsetzung der Rolle von Stiles macht die Serie meiner Meinung nach liebens- und sehenswert. 

Während Scott im Film ein geborener Werwolf ist und nichts davon weiß, muss er sich in der Serie damit herumschlagen, ungewollt zu einem menschlichen Wolf verwandelt worden zu sein. Dies macht den Wandel sympatischer und Scott zu einem tragischen Helden. Wie andere tragische Helden haben auch Scott und Stiles nicht immer Glück in der Liebe. Was Scott angeht haben sich die Produzenten ausführlich an der Romeo und Julia Geschichte bedient, weichen aber glücklicherweise später von diesem Klischee ab.

Im Gegensatz zum Film spielen Scott und Stiles nicht mehr Basketball, sondern Lacrosse. Doch wie im Film hat der Protagonist durch sein angeborenes “Laster” einen sportlichen Vorteil. War Scott vorher ein (unter-)durchschnittlicher Sportler, wird er dank der Werwolfkräfte von seinem Trainer Finstock – der immer wieder für Lacher sorgt –  zum Co-Captain ernannt.

Die Einführung des eher unbekannten Sports Lacrosse ist in der Serie gut gelungen und verleiht ihr etwas besonderes. Das neuere Werk versteht es, die Ideen des Films in die heutige Zeit umzusetzen und versucht, erwachsener daher zu kommen – was aber nicht immer gelingt.

Insgesamt scheint sich bei Scott durch den Biss in der Serie alles zum Besseren zu wenden, wenn da nicht die ungeklärten Morde und Scotts Blackouts wären. Scott muss sich anfangs also nicht nur um seine Teenager- und Werwolf-Probleme, sondern auch um die jüngsten Werwolf Verbrechen kümmern, und versucht, diese gemeinsam mit Stiles in den Griff zu bekommen. Während einige Plots sehr vorhersehbar sind, sind andere (vor allem in den späteren Staffeln) sehr verworren und werden erst viele Folgen später mit einem Aha-Effekt aufgelöst. 

Der Charme der Serie

Teen Wolf 2011 Scott versucht sich beim Lacrosse zu beherrschen damit niemand mitbekommt was er ist

Teen Wolf 2011: Scott versucht, sich beim Lacrosse zu beherrschen, damit niemand mitbekommt, was er ist.

Trotz all seiner neuen und wachsenden Fähigkeiten bleibt Scott aber stets auf seine Freunde angewiesen, was der Serie einen gewissen Charme verleiht. Manchmal wird es aber auch ad Absurdum geführt, wenn der “Superheld” Scott ohne Stiles und Co. völlig aufgeschmissen ist. Ich musste mir bei solchen Momenten über die Unfähigkeit und Dummheit der Charaktere die Haare raufen.

Trotzdem schafft es die Serie, zu begeistern, neue Charaktere einzuführen und bestehenden Charakteren mehr Tiefgang zu bescheren. Neben den alltäglichen Teenager Problemen haben es die Hauptpersonen mit zahlreichen mächtigen Antagonisten zu tun, die mal mehr, mal weniger übernatürlichen Ursprungs sind.

Teen Wolf 2011 Links nach Rechts:

Teen Wolf 2011: Von links nach rechts: Lydia, Jackson, Stiles, Scott, Allison, Derek

 

Mythologie und Symbole

Teen Wolf 2011 Symbole der Rudel

Teen Wolf 2011: Symbole der Rudel

Teenwolf bedient sich verschiedener Mythologien aus unterschiedlichen Kulturen. Auch die wahre Geschichte der Bestie vom Gévaudan, die bereits für andere Filme (zum Beispiel Pakt der Wölfe) Pate stand wird aufgegriffen. Das mythologische Grundgerüst ist aus der nordischen und keltischen sowie der griechischen Mythologie. Der Kanima in der zweiten Staffel entstammt der südamerikanische und die Banshee der irischen Sagenwelt. Die Kitsune und Oni in der dritten Staffel sind dagegen dem aus dem südostasiatischen Raum zuzuordnen, der Werkojote stammt aus der Mythologie Nordamerikas. Auch die verwendeten Symbole wurden aus verschiedenen Mythologien und Religionen entnommen. Insgesamt schafft es die Serie, mit ihren hergeleiteten Hintergründen und Symbolen den Zuschauer zu fesseln.

Fazit

Die Gruppe rund um Scott und Stiles wächst und verändert sich ständig und ich bin gespannt was da noch kommen wird. Mir macht die Serie großen Spaß, ist aber wohl eher Geschmacksache. Wer auf Werwölfe steht und Amazon Prime hat sollte unbedingt in die Serie reinschauen.

Falls Ihr Lust auf die Serie bekommen habt, aber keinen Netflix-Account habt, dann schaut mal bei Amazon Prime rein. Ich hoffe aber, dass es die Serie auch bald auf dem deutschen Markt zu kaufen geben wird.

Teen Wolf – Staffel 1 [dt./OV]

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4.4 von 5 Sternen (111 customer reviews)

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Thomas Klöck

Thomas Klöck

Hat Pen & Paper mit der Muttermilch aufgesogen und mit sieben Jahren das erste Mal als "Game Master" fungiert. Zaubert aus Papier Drachen und Yodas.
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