Wenn sich Lego-Dimensionen vermischen…


Ihr kennt das aus frühen Kindheitstagen: Irgendwann habt ihr eure Lego-Themen ein bisschen in unterschiedliche Kisten sortiert, damit die Ninjas nicht von Polizisten und Rittern heimgesucht werden. Doch einmal spielen und alles gerät wieder durcheinander. Bei Lego Dimensions sollt ihr in etwa das tun: Mit Batman gegen die Hexe von Oz kämpfen und danach in die Polizei-Box von Doctor Who einsteigen.

Ich konnte mir Lego Dimensions kurz auf der gamescom anschauen. Das Spiel stellt sich bewusst in Konkurrenz mit Skylanders und Disney Infinity, baut jedoch auf die Marken von Warner und Lego… und echte Legomännchen. Das Prinzip ist soweit bekannt: Ihr stellt eine Figur auf eine Art Lesegerät und eben diese Figur taucht dann im virtuellen Spiel auf. Klingt grundsätzlich recht gut und ist auch der Renner im Verkauf.

Lego Dimensions wartet dabei jedoch nicht mit extra produzierten Figuren auf, die außer schick aussehen nicht viel in der realen Welt können: Die Dänen machen einfach Legofiguren. Die Informationen, die nachher ausgelesen werden, befinden sich dabei im Standfuß, von dem die Figur jederzeit abgenommen werden kann. So könnt ihr auch außerhalb des Games mit Batman auf Gandalf einkloppen. Allerdings bietet das natürlich auch eine gute Möglichkeit, eure Freunde zu trollen, indem ihr einfach ihre Figuren auf andere Standfüße setzt.

Dazu kommen Fahrzeuge, die ihr erst zusammenbauen müsst. Ich konnte bei meinem kurzen Test auf die Tardis und das Batmobil zugreifen, was schon sehr cool war. Fahrzeuge können außerdem im Laufe des Spiels umgebaut werden. Dafür bekommt ihr im Spiel eine Anleitung, wie ihr die Steine neu anordnet und das Spiel speichert die entsprechende Information im Sockel. Dies ist manchmal nötig, weil die bis zu drei unterschiedlichen Möglichkeiten, wie ihr eure Fahrzeuge aufbauen könnt, auch unterschiedliche Eigenschaften haben. Für einige Rätsel braucht ihr dann eben diese Eigenschaften. Allerdings müsst ihr die meisten Anleitungen erst freischalten und habt sie nicht zu jederzeit zur Verfügung.

Das grundsätzliche Gameplay ist sehr typisch für Lego-Spiele. Ihr verprügelt Gegner, was recht leicht ist, löst Rätsel, die für jeden über fünf Jahre meist nicht sehr knifflig sind, baut Sachen und sammelt Punkte ein. Der typische Humor darf natürlich auch nicht fehlen.

Besonders ist jedoch die Plattform, mit der ihr eure Charaktere in das Spiel holt. Denn diese wird teils für einige Rätsel benötigt. Da heißt es dann plötzlich, dass ein “blauer” Held in der Mitte stehen muss oder Gandalf auf der linken Seite. Oder alle Figuren, die ihr rechts hinstellt, stürzen durch ein kleines Portal in einen sonst abgeschlossenen Raum. Dies ermöglicht den Gamedesignern eine neue Art von Rätseln, die bisher bei den figurenbasierten Spielen so nicht vorhanden ist. Ich finde die Idee sehr gut, denn so verbindet sich die reale mit der virtuellen Welt noch mehr und nicht nur, indem ihr die Charaktere im Spiel zum Leben erweckt.

Ich bin schon sehr gespannt auf Lego Dimensions und werde es mir definitiv noch im Detail anschauen. Mit diesem Spiel betritt ein neuer Spieler die Bühne, der sowohl Skylanders als auch Disney Infinity das fürchten lehren könnte.

Felix Mohring

Jahrelanger Pen&Paper-Spieler und -Leiter. War mal in der Gamesbranche tätig. Leitet als Chefredakteur NonPlayableCharacters inhaltlich.
Hauptthemen: Games, Pen&Paper

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