Alien vs. Predator oder Der Android


Der dritte Band der Feuer und Stein-Reihe Alien vs. Predator lässt die beiden außerirdischen Rassen aufeinandertreffen, wie es einst Paul W. S. Anderson 2004 tat. Ob dieses Treffen genauso spektakulär ist, wie der erste Film? Lest selbst.

Worum geht es in der Feuer und Stein-Reihe?

Predator Jagd

Die Predator bei der Jagd. (© Cross Cult)

Insgesamt besteht die Reihe, welche von Cross Cult vermarktet wird, aus vier Bänden. Der erste Band erschien unter dem Titel Prometheus, während Teil zwei den Namen Alien trägt. Band vier wird den Namen Predator tragen. Feuer und Stein ist somit ein Crossover aus Prometheus, Alien und Predator.

Wer sich jetzt wundert, warum ich Prometheus extra aufzähle und nicht einfach als Alien Film mit einrechne: Zum einen sieht Ridley Scott „Prometheus – Dunkle Zeichen“ nicht als Alien Prequel an, zum anderen stellen sich bei vielen Fans der Alienreihe schon die Nackenhaare hoch, wenn sie den Namen des Films nur hören.

Somit der erste Hinweis: Wer mit dem Prometheus Film absolut nicht leben kann, wird mit dieser Comicreihe nicht glücklich. Auch wenn angeblich jeder Band für sich alleine gelesen werden kann, wird man an Prometheus-Elementen nicht vorbeikommen.

Außerdem solltet ihr daran denken: Wenn ihr gerne alle vier Bände lesen wollt, solltet ihr mit dem ersten Band anfangen. So entgeht ihr möglichen Spoilern.

Comicbuch oder Museumsbesuch?

Wer sich den Alien vs. Predator Comic aus der Feuer und Stein-Serie zulegt, schafft sich ein kleines Kunstwerk an. Ariel Olivettis hat auf der bildlichen Ebene ein Meisterwerk geschaffen. Die Hintergründe beeindrucken an einigen Stellen durch sehr hohe Detailverliebtheit.

Die Zwischencover sind ebenfalls sehr detailliert und könnten ohne Probleme bei einer modernen Kunstausstellung bestehen. Diese Liebe findet sich jedoch nicht überall wieder: Die Predators wirken auf vielen Bildern farblos und glatt.

Besonders würdigen möchte ich noch das Material. In letzter Zeit habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass Comicseiten dünn und instabil waren oder die Außenhülle nur sehr lieblos festgeklebt wurde. Bei Alien vs. Predator hatte ich bereits beim Anfassen das Gefühl, mal wieder etwas Hochwertiges zwischen den Fingern zu haben. Die Seiten sind robust und werden sich nicht allzu schnell ein Eselsohr einfangen.

Ein schönes Extra findet sich übrigens am Ende des Comics: Wenn es auch nur zwei Seiten schmückt, so kann man einige Skizzen betrachten. Wer gerne zeichnet, kann sich hier und da vielleicht noch einen kleinen Trick abschauen.

Kann der Comic mit dem Film mithalten?

alien pred

(© Cross Cult)

Im Gegensatz zum Film bietet ein Comic viel mehr Möglichkeiten. Er ist nicht an ein Budget gebunden. Die perfekte Gelegenheit also, einen richtig geilen Kampf zwischen Alien und Predator stattfinden zu lassen. Dieses Potenzial wurde bedauerlicherweise nicht genutzt. Sowohl Alien als auch Predator sind nur mickrige Nebendarsteller. Sie treffen zwar aufeinander, den Titel Alien vs. Predator hätte man sich jedoch sparen können. Die Erwartung geht damit unnötig in eine andere Richtung. Ich war sichtlich enttäuscht, als ich die letzte Seite des Comics erreichte und noch immer kein spektakulärer Kampf zwischen den beiden Monstern stattgefunden hatte. Nur in ein paar kleinen Panels wurde der eine oder andere im kurzen Prozess erledigt.

Würde man Film und Comic direkt vergleichen – es gewinnt eindeutig der Film. Dieser hält, was er mit seinem Namen verspricht. Jedoch bietet der Comic ein paar andere Punkte, die positiv sein können. So setzt er nicht nur auf Action, sondern auf die philosophische Frage: Was ist der Sinn des Lebens?

Wie gesagt, dies könnte man dem Heft positiv anrechnen. Aber erwartet man dies wirklich von einem Crossover, indem in erster Linie die beiden genannten Filmmonster gegeneinander antreten sollten?

Sicher stellt ihr euch die Frage, was den sonst in dem Comic passiert, wenn Alien und Predator nur als Nebendarsteller tätig sind. Nun diese Frage beantworte ich gerne. Da es jedoch Spoiler zu den vorherigen Bänden enthält, wird die Story ausnahmsweise Mal nach dem Fazit zusammengefasst.

 

Fazit

Der Comic ist hochwertig produziert und glänzt durch tolle Bilder. Die Story ist sehr actionlastig und rasant. Er ist jedoch nicht mit den Filmen vergleichbar, alleine dadurch, dass Prometheus-Elemente Einfluss auf die Story der beiden Rassen genommen haben. Richtige Fans von Alien oder Predator (oder beidem) werden sich den Comic vermutlich so oder so holen. Für alle anderen: Mochtet ihr den Prometheus-Film? Ja? Dann holt euch den ersten Band der Feuer und Stein Reihe und seht die vier Bände als ein zusammenhängendes Werk. Folgt der Story so wie vorgesehen und ihr werdet eine unterhaltsame Lektüre für den Urlaub haben.

Ein redefreudiges Monster

Thron

Der mutierte Android Elden hat sich mit den Xenomorphen verbündet. (© Cross Cult)

Der dritte Band setzt die Story vom ersten Band Prometheus fort. Für diejenigen, die den ersten Band nicht kennen. Hier das Wichtigste: Francis Lane hatte dem Androiden Elden mit der Wachstumssubstanz (Die schwarze Flüssigkeit aus dem Prometheus-Film) behandelt. Die Hoffnung von Francis war, dass die Flüssigkeit durch den Androiden Körper so weit gesäubert wird, dass er sich selbst mit dieser heilen kann. Das Ergebnis:  Ein mutierender Android, der ein wenig aussieht wie Freezer aus Dragon Ball Z.

Die Crew, die im Prometheus Band auf LV-223 war, ist auf dem Heimweg. Kurz bevor diese ihre Kryo-Kapseln betreten können, werden sie von dem mutierten Elden aufgefordert, ihm Francis auszuliefern. Im Gegenzug will er die restliche Crew verschonen. Der Söldner Gargo geht auf den Deal ein und lässt Elden auf das Schiff. Doch mit Elden lässt er auch die Xenomorphe an Bord. Diese gehorchen dem Androiden aufs Wort und dienen ihm als Schutz. Da bekanntlich die Xenomorphe die bevorzugte Jagdbeute der Predators sind, finden diese sich ebenfalls sehr schnell auf dem Schiff ein.

Auf den folgenden Seiten versucht Elden alles, um seinen „Schöpfer“ in die Finger zu bekommen. Dabei kämpft er mal mit den Aliens Seite an Seite, mal mit dem Predator und labert dabei unglaublich lange Texte, während der Rest schweigt. Gut, die Predators schweigen nicht immer, aber wer die Sprache der Predator nicht lesen kann, wird nie erfahren was sie zu sagen haben. Damit sollte klar sein, warum die Aliens und die Predators nur Nebendarsteller sind. Elden nimmt gut 80% des Comics ein und redet über den Sinn des Lebens, das Menschsein, Macht und maßt sich sogar an, über die Kultur der Predators zu urteilen.

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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