Verrückt nach Harley Quinn!


Die verrückte und bezaubernde Geliebte des Jokers Harley Quinn erblickte in den 1990er-Jahren das Licht der Welt. Ursprünglich von Paul Dini und Bruce Timm für die Batman: The Animated Serie erschaffen, ist sie mittlerweile nicht mehr aus dem Batman Universum wegzudenken.

Harleys erste Schritte

Harley 1

Joker erträgt Harley nicht mehr. (© DC Comics/Panini Verlag)

Harley Quinn hatte ihren ersten Auftritt in der 22. Folge der Batman: The Animated Serie. Damals noch recht schweigsam diente sie als reiner Handlanger des Jokers. Welche Gefühle die hübsche Frau für den Joker hegte, war dort noch nicht zu erkennen. Vermutlich noch nicht einmal geplant.

Erst im Lauf der Serie rückte Harley mehr in den Vordergrund und machte den beiden weiblichen Schurken Poison Ivy und Catwoman Konkurrenz.

Parallel zur Serie erschien damals die Comicreihe The Batman Adventures. Dadurch hatte Harley bereits ein Jahr nach ihrem Seriendebüt ihren ersten Comic Auftritt. Ein weiteres Jahr später erhielt Harley Quinn dann 1994 ihre Origins-Story im Comic The Batman Adventures: Mad Love.

Dieser Comic wurde zusammen mit The Batman Adventures 12 sowie der Miniserie Batman: Harley and Ivy nochmal in einem Band am 18.08.2015 bei Panini veröffentlicht.

Joker liebt Batman?

Das Cover des Comics besticht durch eine ungewöhnliche Einfachheit. Der schlichte schwarze Hintergrund bietet den drei abgebildeten Charakteren die Möglichkeit, sich völlig zu entfalten. Etwas größer im Vordergrund schmachtet Harley gerade ihren Mister J. an, der links oben im Bild freudig nach rechts auf Batman ballert. Batman selbst begibt sich gerade in Sprung- oder Angriffsposition.

Joker

Harley in Aktion. (© DC Comics/Panini Verlag)

Jede Figur hat ein simples Objekt als Hintergrund, um sie noch ein bisschen vom Schwarz abzuheben. Hinter Harley pocht ein riesiges rosa Herz, Batman wird von dem Batsignal beleuchtet und Joker von einer Spielkarte begleitet.

Verbunden werden die Drei jeweils durch eine zarte Linie aus Gegenständen. Von Harley aus schwimmen wütende Piranhas auf Batman zu, während vom Joker kleine Zettelchen zu Harley fliegen. Beschriftet sind diese mit Nachrichten wie „Die Batman Die“ oder „Destroy all Batmen“. Die Verbindung zwischen Joker und Batman wird geschaffen durch Herzchen.

Auf den ersten Blick gefiel mir das Cover sehr gut, doch lässt mich die Frage nicht los, warum ausgerechnet zwischen Joker und Batman Herzchen sind.

Nach längerem Hinsehen fiel mir ein weiteres Herzchen in der Überschrift auf, welches ebenfalls als Platzhalter zwischen Joker und Batman diente. Natürlich sind die Herzchen, von denen sich eins übrigens auch zwischen die Namen Paul Dini und Bruce Timm geschlichen hat, dem Design des Covers beziehungsweise dem Titel geschuldet. Dennoch sind die Herzen bei genaueren Hinsehen wohl etwas ungünstig platziert.

Auch die Rückseite des Comics kann sich zeigen lassen. Er schmückt sich mit kleinen Ausschnitten aus dem Comic, ohne zu viel zu verraten. Außerdem wird das Ganze mit einem hübschen Rand aus den klassischen vier Kartensymbolen verziert. Es ist erstaunlich, wie viel eigentlich auf Cover, Rückseite und Comicrücken enthalten ist, ohne dabei überladen zu wirken.

Ein wenig Nostalgie

Nachdem ich es endlich geschafft hatte, mich vom Cover loszureißen und mich Harleys Origins Story zu widmen, war ich positiv überrascht. Ich hatte die Folge Mad Love oder wie sie im Deutschen heißt die Piranha-Falle noch gut in Erinnerung. Es war die letzte Folge der Batman: The Animated Serie und damit im neuen Design gehalten. Dies wurde seinerzeit eingeführt, damit es dem der Supermanserie ähnlicher war –  bereits als Kind gefiel mir das nicht. Joker hatte schwarze Haare und irgendwie Ähnlichkeiten mit Micky Mouse. Der Comic, der jedoch vor dieser Folge erschien, greift glücklicherweise auf die alte Gestaltung zurück.

Ansonsten weicht die Folge nicht stark vom Comic ab. Harley und Joker haben Gordon in ihrer Gewalt, werden von Batman aufgehalten und es entfacht ein riesiger Streit zwischen dem Clownpaar. Harley fühlt sich zu wenig beachtet von ihrem „Pupsie“ und sehnt sich allmählich danach, eine Familie zu gründen. Joker hingegen gibt Harley die Schuld daran, dass er immer wieder gegen Batman verliert.

Ivy

Poison Ivy würde Harley am liebsten töten. (© DC Comics/Panini Verlag)

Von dem Joker zu Hause rausgeworfen begleiten wir Harley in ihre Vergangenheit. Wir erfahren, wie sie sich durch ihr Studium schummelte und wie sie den Joker kennengelernt hat. Überzeugt davon, dass alles besser wird, sobald Batman weg ist, entwickelt Harley selbst einen Plan, um diesen zu töten.

Wer nach dieser Story noch nicht genug von Harley Quinn hat, kann gleich im Anschluss eine sehr schöne Geschichte über Poison Ivy und die Clownsbraut lesen. Dabei rückt Batman ein wenig in den Hintergrund und die Macher konzentrieren sich auf die Freundschaft der beiden Frauen. Wir begleiten sie auf eine Party, in den Dschungel und an ein Filmset.

Mein persönliches Highlight in der Miniserie war Poison Ivys genervter Blick, wenn Harley es mal wieder zu gut meint. Wie bereits Mad Love orientiert sich der Zeichenstil an der Serie und mag dadurch etwas kindisch wirken. Das stört jedoch in keinster Weise.

Die letzte Geschichte in dem Band berichtet auf wenigen Seiten über Batgirls ersten Tag und wie sie auf Harley und Ivy trifft. Obwohl Harley darin vorkommt, wenn auch nur in wenigen Panels,  passt die Geschichte nicht so recht zu den anderen. Die Handlung ist teilweise lächerlich. Zeichnerisch hebt sich die letzte Story ebenfalls stärker von den anderen beiden ab. Der letzte Teil wirkt ein wenig älter und erinnert entfernt an die Batman Serie mit Adam West.

Fazit

Nicht umsonst hat Mad Love den Eisner Award und den Harvey Award verliehen bekommen. Somit ist der Comic ein Pflichtkauf für jeden Harley Quinn-Fan und für jeden der die Batman: The Animated Serie geschaut hat. Die Zeichnungen sind allesamt schön und die Storys haben einen angenehmen Humor mit kindlichem Charme.

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden