Weltenbau bei Aetherangelegenheiten


Wir haben bei den Machern der Webserie Aetherangelegenheiten nach einem Artikel über den Aufbau der Welt, in der die Serie spielt, gefragt. Heraus kam ein Beitrag über die Entstehung der Welt und vor allem der Serie.

Unsere Webserie Aetherangelegenheiten ist auf den ersten Blick vielleicht kein gutes Beispiel für Weltenbau, da sie aus einer Bücherserie heraus entstanden ist. Meine Aetherwelt Romane spielen in einer Welt, in der das Deutschland um 1910 etwas anders aussieht, als man es aus Geschichtsbüchern kennt.

Eine Substanz, grün und über Flüssen und Seen aufsteigend, hat die Welt verändert: Der Aether. Man kann damit einerseits Luftschiffe antreiben, aber es kommen auch Kreaturen aus Mythen und Legenden daraus hervor. Außerden können sich normale Menschen in vermeintliche Monster verwandeln.

Am Ende des ersten Bandes Aetherhertz passiert das, was in so einer Zeit logischerweise passieren muss: Es wird ein Amt gegründet. Die Preußen fordern Ordnung und der Großherzog von Baden ist willig. Das Amt für Aetherangelegenheiten ist geboren.

 

Jeder kennt den Wahnsinn eines Amtes

Als sich dann ein Grüppchen Interessierter zusammentat (und sich Evil Kraken taufte), die Lust hatten, eben jene Aetherwelt in Form von Kurzfilmen umzusetzen, war schnell klar, dass wir nicht das Buch verfilmen wollten. So kam die Idee, das Amt herauszulösen und darum herum kleine Webisoden zu drehen.

Meine Bücher sind nicht wirklich lustig, aber das Amt sollte es sein. Es sollte aus der Reibung zwischen dem preußischen Beamten und den Merkwürdigkeiten dieser Veränderungen, mit denen er zu kämpfen hat, seinen Witz und Dynamik ziehen.

Warum? (und hier sind wir bei der Weltbildung) Weil … du nicht „bilden“ musst, was es schon gibt. Eine Außenstelle des Amtes auf Facebook hat gezeigt, dass die Menschen das sofort verstehen. Jeder hat ein Bild vor Augen, wie eben besagter Beamte es schwer hat und es den anderen schwer macht. Formulare, Stempel, Regeln…  Jeder muss sofort lachen beim Gedanken an so einen Beamten und zum Beispiel einem Mannwolf, der bei der Befragung nur knurrt, auf das Mittagessen des armen Staatsdieners sabbert und vielleicht gar gegen die Zimmerpflanze pinkelt. Aber halt! Wir wollten kein Slapstick. Das muss subtiler werden!

 

Weltenbau des Humors

Und schon sind wir wieder beim Worldbuilding: Es gibt also ein Setting (Aetherwelt), welches groß genug ist, um viel zu machen, aber klein genug, um einzigartig zu sein und dem Zuschauer einen Raum zu bieten, in dem er sich wohlfühlen kann. Check. Jetzt kommt die Stimmung, die wir erzeugen wollen.

Wir wollen witzig sein, kein platter Humor, keine Schenkelklopfer, sondern den Witz, der lange nachhält. Der preußische Beamte könnte leicht eine Schablone, ein Klischee werden, aber das war nicht unsere Absicht. Horst Dürer hat eine Geschichte und die spürt man. In einer der ersten Einstellungen hängt er ein Bild seines Kaisers auf und grüßt ihn ernst, so wie er das auch am Ende seines Arbeitstages tut.

Warum ist das wichtig? Worldbuilding heißt auch Charakterbuilding. Alle Charaktere haben eine Geschichte. Nicht alles wird in der Webserie zu sehen sein, aber man spürt das. Ob Jakob Ziegler ein Bild von jemandem aufstellt oder eine Frau hat, das ist nicht nur aus einem flüchtigen Grund wichtig.

 

Anspielungen auf Popkultur

Wir wollten weiterhin Referenzen an die Film-und Fernsehkultur haben. Wir haben eine Katzenfrau aus Dr. Who, wir haben Karl Ranseier (tot) und planen noch viel mehr Anspielungen in den weiteren Folgen zu verstecken. Warum? Worldbuilding: Vernetzung. Wieder nimmt man etwas, was das Zielpublikum schon kennt und schafft so Anknüpfungspunkte. Man muss das Rad nicht neu erfinden, aber die Kutsche, die vom Rad getragen wird, die kann man schick schmücken. Hat man dann einmal einen Rahmen, kommt alles andere fast von allein: Die Ideen können sprudeln und einfacher beurteilt werden.

Das sind unsere fünf Cent zum Thema Worldbuilding. Da steckt in unserem Fall keine Wissenschaft dahinter, sondern tausende von Stunden Fernseh- und Filmkonsum und gesunder Menschenverstand.

Anja Bagus von Aetherangelegenheiten

 

Wer mag dieser mysteriöse Gastautor sein? Ist es der Typ da drüben, die Frau da hinten oder gar du? Wenn du Interesse hast, auch mal Gastautor zu spielen, dann melde dich einfach bei uns.
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