Ein Schachspiel im Warhammer-Mantel?


Auf den ersten Blick scheint Warhammer 40k: Regicide, einfach nur ein Schach-Spiel mit Warhammer-Thematik zu sein. Oder verbirgt sich doch etwas mehr hinter dem Taktikspiel mit Spacemarines und Co.?

Der markante acht mal acht Felder messende Spielbereich und die Bewegung der verschiedenen Spielfiguren erinnern doch stark an das Jahrhunderte alte Strategiespiel. Wer dann noch den Spielmodus „Klassik“ wählt, hat Schach in Reinform vor sich. An einem Schachspiel mit Space Marines ist erstmal nichts auszusetzen, die Grundmechaniken bieten ja genug bewährte Spielmöglichkeiten.

Sieht ein bisschen aus wie Schach...mit Granaten.

Sieht ein bisschen aus wie Schach…mit Granaten.

Was aber Regicide im gleichnamigen Modus, der Kampagne oder im Versus-Modus gegen andere Spieler bietet, ist die Möglichkeit seine Gegner nicht nur nach Schachregeln, sondern auch mit Bolter-Salven, Fragmentgranaten und Kettenschwertern zu beharken. Neben einzelnen Skirmish-Spielen bietet die Kampagne derzeit 30 Missionen in drei Akten.

Hier versucht ihr mit euren Blood Angels Space Marines Primär- und Sekundärziele zu erfüllen. Die einzelnen Waffengattungen (Taktischer Marine, Sturmmarine, Terminator etc.), die von der Bewegung und Waffeneinsatzmöglichkeit Schachfiguren entsprechen, können in diesem Modus Erfahrungspunkte sammeln und nach Rollenspielart aufgelevelt  sowie deren Fähigkeiten verbessert werden.

Die Räumliche Beschränkung und der Umstand, dass ein normaler Space Marine nicht sehr viel mehr aushält als ein Ork, bringen euch dazu, jeden eurer Züge wohlüberlegt durchzuführen. So ist das Spiel eher etwas für Taktiker als für Actionfreunde.

Sieht aus wie ein Actionspiel, ist aber keines.

Sieht aus wie ein Actionspiel, ist aber keines.

Die Präsentation ist angemessen gelungen. Nach einem sehr schön anzusehenden Intro überzeugt Regicide mit einer guten Umsetzung der Blood Angels und Goff Orks. Das Schlachtfeld ist grafisch schlicht gehalten, was aber nicht allzu negativ gewertet werden sollte, da das Hauptaugenmerk bei den auf dem Spielfeld befindlichen Figuren liegen sollte.

Der Hintergrund – oder besser gesagt der Horizont jenseits des Spielfeldes – könnte jedoch ein paar mehr Texturen vertragen, da die Gestaltung abseits des Feldes doch recht trist daherkommt. Eventuell ist gerade der letzte Punkt darauf zurückzuführen, dass das Spiel neben dem PC auch auf Mobilen iOS und Android Plattformen lauffähig sein muss.

Fazit

Wie sieht also die Zielgruppe für Warhammer 40k: Regicide aus? Ein Space Marine verliebter Schachspieler? Ein in die goldenen Jahre gekommener Taktikfreund, der mit den modernen, hektischen Spielen heutzutage nicht mehr ganz warm wird? Ich denke es ist schwierig genau den Typus für diese Art von Spiel zu definieren. Zu speziell und zu verschieden wirken die beiden Zutaten Schach und Warhammer Grimdark.

Auf der anderen Seite ist mein Einstieg damals in das Universum von Warhammer 40k auch von einem Schachspieler initiiert worden. Auf jeden Fall sollte der geneigte Spieler sich mit Rundenbasierter Taktik, Schach oder der Welt von Warhammer verbunden fühlen, um für sich den Spielspaß daraus generieren zu können. Daher meine Empfehlung: Für Genreliebhaber durchaus einen Blick wert und daher “nur” Geschmackssache.

Was bedeutet diese Wertung? Lest es hier nach.

Sordulax (der Autor veröffentlicht nur unter Pseudonym)

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