Imperial Assault – Das Imperium greift an


Imperial Assault bietet euch die Gelegenheit, anhand verschiedener Missionen und Charaktere in Form eines figurenbasierten Brettspiels in den Kampf zwischen dem Imperium und den Rebellen einzugreifen.

Man kennt das: Ihr sitzt in gemütlicher Runde und denkt: „Wir könnten ja mal ein Brettspiel spielen“. Dann die Ernüchterung: Meist will die Anzahl an Spielwilligen irgendwie nicht mit der Zahl auf der Spielverpackung übereinstimmen. Imperial Assault schafft hier Abhilfe und ist schon zu zweit oder mit bis zu fünf Beteiligten spielbar. Dabei bietet das Spiel die Möglichkeit, eine Kampagne mit wechselnder Spielerzahl am Laufen zu halten.

“Oh Gott! Sie haben einen Wookie!”

Unterschiedliche Teile bedeuten unterschiedliche Aufbau-Möglichkeiten.

Unterschiedliche Teile bedeuten unterschiedliche Aufbau-Möglichkeiten.

Die Spielvorbereitungen sind überschaubar und auch die Zeitangabe für ein Spiel ist mit ein bis zwei Stunden sehr gut getroffen – bei uns waren es zumeist um die 90 Minuten. Zuerst muss untereinander geklärt werden, wer die Rolle des Imperiums übernimmt, die restlichen Spieler wählen dann zwischen sechs Rebellen-Figuren aus. Die Charaktere sind in ihren Eigenschaften und Sonderregeln sehr unterschiedlich. Neben Jedi, Scharfschützen und Schmugglern könnt Ihr auch einen Wookie spielen – und es war immer ein Wookie dabei.

Der Spieler, der die Seite des Imperiums wählt, nimmt auch die Rolle des Spielleiters ein. So wird sichergestellt, dass geheime Informationen einer Mission (wann wird Alarm ausgelöst, Rundenbeschränkung) nicht bekannt werden. Für den Einstieg in die Regeln empfiehlt es sich, den Trainingseinsatz als Erstes anzugehen. Hier könnt Ihr nicht nur das Zusammenbauen des Spielfeldes, sondern auch den Spielablauf und die Fähigkeiten der Helden sowie der Imperium-Truppen kennenlernen.

Durch die Aufteilung aller Spielinhalte in ein Regelbuch, ein Gefechtshandbuch, ein Referenzhandbuch und ein Kampagnenbuch ist die Menge an zu lesendem Material erfreulich gering beziehungsweise gut in Etappen machbar. Im Regelbuch ist der Spielablauf kurz und bündig erklärt. Alle infrage kommenden Erläuterungen sind gesondert und in alphabetischer Reihenfolge im Referenzhandbuch aufgeführt. So lässt sich bei einer Frage, was denn gerade eine spezielle Sonderregel noch mal genau macht, schnell und ohne große Auswirkungen auf den Spielfluss nachschlagen. Das Kampagnenbuch erklärt den Aufbau der jeweiligen Mission und dient dem Imperiumsspieler als Übersichtshilfe von wo zum Beispiel seine Verstärkung eintrifft. Das Gefechtsbuch wiederum beschreibt den Sonderfall wenn zwei Spieler kompetitiv mit ihren jeweiligen Figuren gegeneinander antreten wollen.

„Die Macht ist stark in diesem Spiel.“

Noch sind die Figuren unbemalt und sehen trotzdem schick aus.

Noch sind die Figuren unbemalt und sehen trotzdem schick aus.

Das Spielmaterial ist durchweg qualitativ sehr hochwertig und bis ins letzte Detail durchdacht. Die verschiedenen Abschnitte des Spielbrettes besitzen jeweils eine kleine Nummerierung, die den Zusammenbau und das Heraussuchen erleichtert, da für jede Mission mit angegeben wird welche Teile verwendet werden. Beidseitig bedruckt lassen sich so optisch sehr unterschiedliche Umgebungen schaffen. Ihr wandelt beim Spielen durch Dschungel, eine staubige Stadt oder den metallenen Rumpf eines Raumschiffes.

Erfreulich ist, dass die Spielkarten in einem kleinen Maßstab daherkommen und so, wie zumeist das Spielfeld an sich (Abhängig von der Anzahl der verwendeten Kartenteile), selbst auf kleineren Stuben- oder sogar Küchentischen Platz finden.

Die Spielfiguren sind mit der Ausnahme des imposanten AT-ST Kampfläufers in einem Stück gegossen oder schon zusammengeklebt. Für den schnellen Spielstart und Leuten, die keine Muße finden die Figuren anzumalen, sind diese in verschieden eingefärbten Plastikmischungen gegossen. Von der Gussqualität her sind die Imperial Assault-Figuren erstaunlich detailliert, setzt man den Maßstab eines Brettspieles an. Die Gussqualität erreicht Tabletop-Qualität und selbst bei einfacher Bemalung lässt sich hier noch einiges für den Flair und Spielspaß herausholen.

Wer will, der kann zusätzliche Pakete  mit zusätzlichen Figuren erwerben. Darunter selbstverständlich bekannte Charaktere wie Han Solo, Darth Vader oder unsere zwei Lieblingsdroiden. Neben der Figur enthalten diese zusätzliche Ausrüstungs- und Charakterkarten sowie eine neue, auf den Charakter oder die Einheiten zugeschnittene Missionen.

Rauchende Köpfe sind vorprogrammiert

Ein mögliches Szenario: Blöd nur, dass der Wookie außerhalb des Bunkers alleine ist...

Ein mögliches Szenario: Bloß nicht rauslocken lassen, wenn da der AT-ST wartet…

Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir als Gruppe sehr viel Spaß hatten, viel gelacht haben und bei den meisten Missionen der Kopf ganz schön geraucht hat. Die Regeln sind nach dem ersten Probe-Einsatz gelernt und gerade unsere im Tabletop erfahrene Gruppe gefielen die durchweg gelungenen Miniaturen. Wenn man Imperial Assault etwas ankreiden kann, dann, dass es an einigen Stellen zu viel will.

So sind die Missionen in der Kampagne vom Hintergrund her zeitlich eingeordnet und nehmen so schon Rücksicht auf zukünftige Erweiterungen, lassen aber zum Spielbeginn die Spieler über genau solche Vermerke rätseln, inwiefern das jetzt anzuwenden ist. Zwar erklärt das Referenzhandbuch den Hinweis WAS der jeweilige Text besagt, jedoch nicht WANN man den Hinweis nun anwendet. An solchen Stellen musste länger zwischen Regel-, Missions- und Referenzhandbuch nachgeschlagen werden, was aber auch nur deswegen negativ auffiel, da sonst gerade Regelfragen sehr verständlich geschrieben waren.

Was abschließend noch positiv an der Kampagne anzumerken ist, ist die Tatsache, dass sich die Belohnungen für das Gewinnen eines Einsatzes nicht gravierend unterscheiden von denen, die Ihr bei einer Niederlage bekommt. So konnte zumindest in unserer Gruppe die Motivation hochgehalten werden, obwohl das Imperium zweimal nacheinander eindeutig und klar den Sieg errang.

Apropos Imperium, gerade ein taktisch gut agierender Spieler des Imperiums verlangt den Rebellen-Charakteren alles ab, sodass jeder Zug und jeder Schuss wohl durchdacht sein muss. Durch diesen Aspekt, dass die Schwierigkeit mit dem Spielleiter variiert, bringt das Spiel eine große taktische Tiefe mit ein.

Fazit

Jemand hat Geburtstag oder es steht schon wieder Weihnachten vor der Tür? Die zu beschenkende Person kann einem den Unterschied von Star Wars und Star Trek erklären? Super Geschenk gefunden! Auch für alle die sich für Brettspiele und/oder Miniaturenspiele mit Sci-Fi Hintergrund begeistern können, kann ich Imperial Assault empfehlen. Beide Daumen nach oben von mir und eine ganz klare Kaufempfehlung.

Was bedeutet diese Bewertung? Lest es hier.

Sordulax (der Autor veröffentlicht nur unter Pseudonym)

Heidelberger Spieleverlag HEI1300 – Star Wars Imperial Assault – Das Imperium greift an

Price: EUR 71,99

4.8 von 5 Sternen (14 customer reviews)

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Wer mag dieser mysteriöse Gastautor sein? Ist es der Typ da drüben, die Frau da hinten oder gar du? Wenn du Interesse hast, auch mal Gastautor zu spielen, dann melde dich einfach bei uns.
Haupttehmen: Alles

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  • The_Lux

    Na ja, die letzte (Neben-)Mission hätten wir theoretisch gewonnen. Wenn die Tür nicht so verdammt hart war. Was das ganze dann wieder um einiges schwerer gemacht hat.

    Die Mission davor war aber deutlich verloren 🙂