Wargaming Projekt Teil 1: Jetzt ziehen wir es durch


 

Wir haben hier bereits die Geburt eines Rollenspiels erlebt und Marten hat auch bereits von seinem eigenen Brettspiel geschrieben. Nun wagt sich Thomas also an ein Tabletop heran.

Paul: „Lass uns doch mal wieder ein gemeinsames Tabletop-Projekt machen.“

Ich: „Du meinst so wie all die anderen nicht beendeten Projekte?“

Paul: „Wir könnten mal eines wirklich durchziehen.“

Ich: „Das ist ja mal eine coole Idee.“

So, oder so ähnlich, begann es, mein derzeitiges historisches Großprojekt, an welchem ich euch in dieser kleinen Artikelserie teilhaben lassen möchte.

Paul und ich hatten schon mehrere gemeinsame Projekte angedacht und sogar in unserem Hobbyumfeld angekündigt, nur waren diese bisher immer wieder schnell eingeschlafen. Irgendwie hatten wir uns bisher nicht auf ein Projekt einigen können, welches beide Beteiligten langfristig fesseln konnte. Dies sollte sich nun endlich ändern. So zumindest der Plan.

Die Prämisse: ein historisches Armee-Tabletop.

Der Entschluss ist gefasst, aber wie geht es weiter?

Die zwei wichtigsten Fragen zu Beginn einer solchen gemeinsamen Unternehmung, zumindest für uns, sind folgende:

1. Welche historische Epoche gehen wir an?

2. In welchem Maßstab verwirklichen wir es?

Die erste Frage bot dann auch direkt die erste große Hürde, denn mein Kumpan und ich interessieren uns für fast jede Epoche. Nun galt es also, die gemeinsame Schnittmenge mit dem größtmöglichen Spaßfaktor für beide Beteiligten zu finden. So begann der Zug durch die Jahrhunderte: Ägypten? Nö, Lendenschürze sind doof. Peloponnesischer Krieg? Sieht gut aus, aber ist zu statisch. Rom gegen Karthago? Kommt in die engere Auswahl. Den weiteren Prozess erspare ich uns. Seid euch aber gewiss, dass es mehrere Tage intensiver Diskussionen erforderte, um den Gewinner zu küren:

Die napoleonischen Kriege

Bei der Beantwortung der zweiten Frage erwartete ich größere Schwierigkeiten, ist Paul doch ein großer 28mm-Liebhaber und ich ganz klar im 15mm-Lager zu finden. Doch zu meiner großen Verwunderung schlug mein Partner direkt meinen Lieblingsmaßstab vor. Erfolg auf ganzer Linie, immerhin wollte ich schon seit Jahren die napoleonischen Kriege in diesem Maßstab angehen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Mehr Figuren auf dem Tisch und dadurch einen größeren Masseneffekt
  • kleinere Tischgröße, denn auf 180 cm mal 120 cm können bereits große Schlachten dargestellt werden
  • geringere Kosten für Geländeteile
  • benötigter Lagerplatz für Figuren und Gelände ist geringer

Theoretisch sind 15mm-Minis auch günstiger als ihre großen Brüder, was jedoch je nach Hersteller und Material so stark variiert, dass eine Armee in kleinerem Maßstab am Ende doch nicht unbedingt weniger kostet – besonders weil man auch mehr Minis auf den Tisch bringt.

Die benötigte Zeit zur Vorbereitung sowie die Bemalung kleinerer Figuren, sind für einzelne Minis geringer, auf eine ganze Armee umgerechnet fällt dies jedoch im Vergleich zu 28mm-Figuren nicht allzu stark ins Gewicht.

Welchen Feldzug nehmen wir uns genau vor und wer spielt welche Fraktion?

Eigentlich zwei Fragen, die aber so eng miteinander zusammenhängen, dass sie gemeinsam beantwortet werden müssen. Paul wollte unbedingt Polen spielen, im Falle der napoleonischen Kriege also das Herzogtum Warschau, welches 1807 von Napoleon als Satellitenstaat gegründet worden war. Eigentlich hatte ich auf die frühen Feldzüge 1805 und ’06 gehofft, aber man kann eben nicht immer gewinnen. Brauchte ich also noch einen passenden Gegner.

Der kleine Imperialist in mir möchte immer die Briten spielen, außerdem mag ich Rot. Polen und Briten kann man aber nur in Spanien gegeneinander stellen und dort gab es für unsere Zwecke keine ausreichend großen polnischen Kontingente. Blieben Österreicher, Russen und Preußen. Natürlich warf ich auch einen Blick in mein Bücherregal. Dort blieb mein Blick an einem Osprey Buch über die Schlacht von Borodino 1812 hängen.

Russen? Russen! Der Feldzug bot nicht nur mehrere kleinere Schlachten, sondern mit Borodino auch eine der großen Entscheidungsschlachten. Durch den desaströsen Rückzug der Grande Armée hätten wir zudem genügend Möglichkeiten für weitere kleinere Schlachten und Scharmützel. Perfekt! Der erste Rahmen ward also gesetzt.

Beim nächsten Mal geht es weiter mit der Auswahl der Miniaturen und Überlegungen zu geeigneten Regelwerken.

Thomas Markwart

Thomas Markwart

Durch DSA 1989 zum Rollenspiel gekommen. Neben Rollenspiel noch Wargamer, Superhelden-Comics-Leser und Brettspieler. Auch unter den Alteregos SirPadras oder Zinnjunkie in Foren unterwegs.
Hauptthemen: Rollenspiel, Tabletop

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