XCOM – Der Menschheit letzte Hoffnung


Seit über 20 Jahren beschützt uns XCOM vor Alieninvasoren. Ob auf Amiga, iPad oder Xbox 360 – auf jedem gängigen Betriebssystem seiner Zeit finden wir einen Ableger dieser Videospielserie. Seit diesem Jahr läuft das Spiel auch auf der ältesten aller Plattformen, dem Tisch, zumindest fast … denn ein bisschen Elektronik brauchen wir doch.

xcom pc-spiel

1994 erschien der erste Teil dieser inzwischen legendären Videospielserie und 2015 liefert uns Fantasy Flight Games / Heidelberger Spieleverlag die erste fast analoge Variante. Designed wurde XCOM das Brettspiel von Eric M. Lang, der durch dutzende erfolgreiche Titel wie Warhammer Invasion oder Chaos in der alten Welt gezeigt hat, dass er im Stande ist, gute Arbeit zu leisten. Aber wie packt man ein so komplexes Computerspiel in ein Brettspiel? Statt zu versuchen, alles was die Videospiele beinhalten (wie zum Beispiel rundenbasierte Squadkämpfe) zu konvertieren, hat man das Thema auf die Metaebene gehoben, und spielt mit ein bis vier Spielern die Führung der Organisation. Und anstatt die Aliens von einem Spieler übernehmen zu lassen, wird hier eine App genutzt, um deren Aktionen zu steuern.

Was ist mein Job?

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Bild: Heidelberger Spieleverlag

In jedem Spiel müssen vier Rollen übernommen werden:

  • Der Commander kümmert sich um das Budget und um die Abfangjäger, die wir den UFOs entgegenschicken.

  • Der Forschungsleiter entscheidet, welche neue Technologien entwickelt werden sollen.

  • Der Central Officer bedient die App und steuert die Satelliten.

  • Der Einsatzleiter schickt Soldaten in den Einsatz oder verteidigt mit ihnen unsere Basis.

Ziel des Spiels ist es, die Erde und eure Basis lange genug zu verteidigen, bis ihr die finale Mission freischaltet und diese erfolgreich beendet.

Bevor ihr das Spiel startet, sagt euch die App, welche Hauptmission gespielt wird, gegen welche Alienrassen ihr antretet, und wo sich eure Basis befindet. Diese Bedingungen beeinflussen das Spiel entscheidend: Der Standort der Basis gibt dem Commander eine Sonderaktion, die Aliens haben diverse Eigenschaften, und die Hauptmission steuert das Verhalten der App.

Sobald ihr dann alle Vorbereitungen getroffen habt, könnt ihr mit dem Spiel loslegen. Zuerst beginnt die Echtzeitphase. Die App gibt euch Aufgaben, die ihr in einer vorgegeben Zeit bearbeiten müsst. Seid ihr schneller, erhaltet ihr am Ende der Phase Bonuszeit, in der ihr euch nochmal beraten und einige Aktionen eurer Rollen ausführen könnt. Während dieser Phase werden UFOs gesichtet, Forschungspläne aufgestellt, Soldaten und Abfangjäger entsandt, es werden Krisen aufgedeckt, Budgets gemanagt, und Aliens greifen eure Basis an. All das müsst ihr unter Zeitdruck abarbeiten, danach folgt eine Auswertungsphase.

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Bild: Heidelberger Spieleverlag

Jetzt werden die Krisen Befehle ausgewertet und ihr müsst eure Forscher, Soldaten, Abfangjäger und Satelliten finanzieren. Der Großteil der Auswertungsphase besteht aus Würfeln; ihr würfelt sowohl für die Kämpfe als auch für die Forschungen, und versucht, genügend Erfolge anzusammeln. Dabei gibt euch jede verwendete Einheit (Forscher, Satelliten, Soldaten und Abfangjäger) einen weiteren Würfel für die Aufgabe der sie zugeteilt wurden. Ihr dürft sooft würfeln wie ihr wollt, allerdings steigt damit auch das Risiko, alle an der Ausführung dieses Auftrags beteiligten Einheiten zu verlieren. Scheitert ihr zu oft bei der Verteidigung der Erde oder der Basis, verliert ihr das Spiel.

Wenn ihr mit der Auswertung fertig seid, beginnt eine neue Runde.

Kommunikation ist alles…

Wie bei den meisten Koop-Spielen ist Kommunikation auch in XCOM – Das Brettspiel äußerst wichtig. Allerdings habt ihr hier nur Sekunden, um euch auszutauschen – und genau da liegt der Spaß in diesem Spiel. Die Entscheidungen, die ihr während der Echtzeitphase treffen müsst, sind relativ einfach, vorausgesetzt ihr wisst, was die anderen machen oder vorhaben. In der Auswertungsphase wird XCOM – Das Brettspiel dann zu einem Push-your-luck-Spiel, in dem ihr entscheidet, wie viel ihr bereit seid zu riskieren, um eure Aufträge zu erfüllen.

Da der meiste Spaß tatsächlich in der hektischen Kommunikation liegt, solltet ihr das Spiel am besten zu viert spielen. Dies vereinfacht auch das Lernen der Rollen, denn jede hat eine komplett andere Aufgabe und hat andere Aktionen zur Verfügung. Je weniger Spieler, desto mehr wird es zu einem Puzzle unter Zeitdruck. Wer an so was Freude hat, kann XCOM – Das Brettspiel also auch solo spielen.

Die App funktioniert auf Android, iOS und Windows einwandfrei, bietet ein Tutorial und alle Regeln. Ein klassisches Regelheft gibt es leider nicht, lediglich eine kurze Anleitung für den Aufbau des Spiels. Erwähnenswert ist, dass hier Technologie tatsächlich zum Wohle des Spiels eingesetzt wurde, denn kein Kartenstapel und keine Eieruhr können eine KI ersetzen.

Kontinente xcomDas Material ist wie bei FFG/Heidelberger gewohnt von hoher Qualität. Lediglich der Bedrohungsmarker hätte etwas größer und die Kontinentmarker unterschiedlicher ausfallen können (zum Beispiel durch verschiedene Farben). Ansonsten kann man wirklich nichts beanstanden.

 

 

Fazit

XCOM – Das Brettspiel eignet sich nicht für jeden. Zwar sind die Regeln nicht besonders schwer, aber Spaß am „Stress“ braucht es schon. Und hart ist das Spiel auch, zumindest wenn man die App auf normal oder schwerer einstellt. Von einem gemütlichen Spieleabend kann man nicht reden.

Eine „objektive“ Wertung fällt schwer: Eine Kaufempfehlung für alle die Spaß an Hektik und Kommunikation haben, für Leute die so etwas abschreckt gilt: lieber erstmal testen!

Was bedeutet diese Bewertung? Lest es hier.

Heidelberger HE745 – XCOM Brettspiel

Price: EUR 42,22

4.3 von 5 Sternen (23 customer reviews)

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Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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