Beispielcharaktere: Der Dandy Highwayman – Stand and Deliver!


Nachdem wir über die Charakterentwicklung und all das geredet und geschrieben haben, geht es jetzt ans Eingemachte: Wir erstellen einen Beispielcharakter. Felix ist da schon mit gutem Beispiel vorangegangen – ich werde ihm hiermit folgen, und dem Dandy Highwayman Leben einhauchen.

Zunächst einmal als kurze Erinnerung, von wem hier eigentlich als großem Vorbild die Rede ist:

Natürlich ist Adam Ant nicht der einzige, den wir hier zum Vorbild nehmen können. Jack Sparrow, die meisten Darstellungen von Robin Hood und sogar Peter Pan können hier funktionieren. Auch weibliche Varianten sind vorhanden – wenngleich aus hollywoodpolitischen Gründen in der westlichen Popkultur eher selten in Hauptrollen. Wichtigstes Merkmal ist, dass dieser Held fehlende Fähigkeiten mit einer schnellen Zunge und einer großen Portion möglicherweise gefakten Selbstbewusstseins wett macht.

Kommen wir also zu den Attributen. Im physischen sollten wir deutlich mehr auf Geschick als auf Kraft setzen, Hauptaspekt ist aber die im jeweiligen System gegebene Möglichkeit, Bullshit zu produzieren. Ob Wits, Redegewandtheit oder Intelligenz – dieser Charakter posiert zwar gerne mit Waffen, sollte aber besser darin sein, sich mit List und losem Mundwerk außer Gefahr zu bringen, als in einer direkten Konfrontation.

Gibt es einen Wert für gutes Aussehen, müssen hier natürlich ebenfalls möglichst viele Punkte verwendet werden, egal, ob es kritische andere Punkte kostet. Gibt es in dem System Nachteile, sind Eitelkeit und Selbstüberschätzung so naheliegend, dass sie schon fast zwingend sind.

Bei den Fähigkeiten sollte zwar die große Klappe dominieren, Grundkenntnisse aber in vielen Sachen vorhanden sein. Etikette ist wichtig, wenn es Verführungs- und Redekünste gibt, sollten hier ebenfalls Punkte eingesetzt werden. Der Dandy Highwayman kann sich kultiviert geben, wenn Damen anwesend sind – ist aber in der Wildnis auch nicht völlig verloren.

Bei den Kampffähigkeiten sollten je nach Setting kleinere Fernkampfwaffen wie Pistolen oder eine kompakte Armbrust ebenso geschult sein, wie der Degen, der sowohl Duellgegner als auch Korsagen bedroht. Wirklich gut muss der Dandy Highwayman aber mit keinem davon sein – Grundkenntnisse reichen aus, um Leute zu beeindrucken und einen guten Auftritt hinzulegen. Und darauf kommt es schließlich im Leben an.

Bei der Ausrüstung zählt Schein ebenfalls mehr, als Sein. „I spend my cash on looking flash“ ist hier tatsächlich Devise: Fancy Klamotten stehen auf der Einkaufsliste des Dandy Highwayman ganz oben – ohne die wäre er schließlich nicht sehr dandy. Danach kommt Eyeliner (oder das in der Welt passende Äquivalent), danach eventuell ein Pferd und DANACH dann Waffen und Ausrüstung – wenn noch Geld übrig ist. Notfalls muss eine Waffe erst beschafft werden, irgendwem kann man die am Anfang des Abenteuers schon abquatschen. Mindestens ein Dolch sollte allerdings schon drin sein, sonst ist der Charakter schließlich kein echter Räuber.

So habt Ihr in einigen wenigen Ratschlägen einen Charakter geschaffen, dessen Lebenserwartung je nach Spielleiter zwar nicht unbedingt hoch ist, der dafür aber Euch und Eure Mitspieler mit einem großen Unterhaltungswert amüsieren sollte. Wie ich bereits an vielen Stellen gesagt habe: Das Ziel vom Rollenspiel ist, gemeinsam am Tisch Spaß zu haben – alles andere ist eigentlich zweitrangig.

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Marten Zabel

Marten Zabel

Bewertet Dich anhand Deiner Spiele, Serien und Rechtschreibung, wenn er nicht gerade selbst Spiele designt oder von größeren Dingen träumt.
Hauptthemen: Pen & Paper, Games, Brettspiele

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