Ein blutiger Trip durch die Schulzeit


Wo lernen eigentlich Killer ihr Handwerk? Ist es ein Lehrberuf oder eher Learning by Doing? Deadly Class bietet da eher das Szenario einer Schule und damit ein etwas anderes Comic-Szenario.

Schulzeit ist ätzend. Der Meinung sind auch Rick Remender (Autor) und Wes Craig (Zeichner) mit Deadly Class. Immer muss man sich mit Mitschülern, dem anderen Geschlecht und Prüfungen herumschlagen. Marcus geht es an seiner neuen Schule nicht anders. Nur mit dem klitzekleinen Unterschied, dass sich neben Mathematik Fächer wie Giftmischen und Messerstechen auf seinem Stundenplan tummeln.

Was hat Ronald Reagan in Deadly Class zu suchen?

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(© Panini)

Wir befinden uns im Jahr 1987 in San Francisco. Selbst diejenigen, die immer brav im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, werden nicht auf Anhieb wissen, was in dieser Zeit in Amerika los war. Daher ein kurzer Überblick mit den wichtigsten Ereignissen:

Ronald Wilson Reagan war von 1981 bis 1989 Präsident der Vereinigten Staaten. Bevor Reagan jedoch dieses Amt innehatte, war er von 1967 bis 1975 Gouverneur von Kalifornien. 1969 unterzeichnete Reagan ein Gesetz, welches die fürsorgliche Freiheitsentziehung auf maximal 72 Stunden begrenzte.

Eine Idee, die das Persönlichkeitsrecht schützen sollte, sorgte dafür, dass Ende der sechziger Jahre in Kalifornien (später in der gesamten USA) viele psychiatrische Kliniken geschlossen wurden. Damit erhielten viele geistig Kranken keine Hilfe.

Der Protagonist in Deadly Class Marcus Lopez hasst Reagan für dieses Gesetz. Mit fünf Jahren muss er mit ansehen, wie seine Eltern durch eine psychisch labile Frau erschlagen werden, als diese von der Golden Gate Bridge springt.

Mit vierzehn Jahren lebt er auf der Straße, bettelt und stiehlt. Bis zu dem Tag, als sich ihm die Möglichkeit bietet, an die Kings-Dominion-Schule der Tödlichen Künste zu gehen. Marcus Ziel: Rache für den Tod seiner Eltern.

Geiles Konzept, aber irgendwie hat es nicht ger

Gruppen

(© Panini)

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Deadly Class mischt auf eine ganz eigene Art und Weise Highschool-Leben mit dem Alltag eines Attentäters – und das Ganze noch im Stil der 80er Jahre. Wie an jeder Schule gibt es verschiedene Cliquen, die ein buntes und vielfältiges Leben zeichnen. Dabei ist nicht jeder Assassine der schweigsame Killer ohne Emotionen.

Auch Marcus wird sehr schön charakterisiert: Seine Motive sind verständlich und nachvollziehbar. Die ersten Seiten des Comics lesen sich wie ein Tagebuch und laden einen in die düstere Welt von Marcus ein. All das ist positiv und dennoch habe ich mehrere Anläufe gebraucht, bis ich den Comic endlich durchgelesen habe.

Ich habe mich sogar dabei erwischt, immer wieder mal vorzublättern, um zu schauen, wie viele Seiten es denn noch sind. Das Konzept ist gut und hakt nur an wenigen Stellen, wo sich die Elemente nicht vollständig miteinander verbinden lassen. Daran konnte es also nicht liegen.

Es ist der Zeichenstil, der mich irgendwie abstößt: Er wirkt unordentlich und inkonsequent, so als ob der Zeichner selber unsicher mit dem Design war. Das Alter der Charaktere lässt sich durch den schwankenden Stil kaum festlegen, der angeblich vierzehn Jahre alte Marcus wirkt, als ob er schon lange die Volljährigkeit hinter sich gebracht hat. Sicher, ein Leben auf der Straße ist hart, jedoch lebt Marcus nicht seit seinem fünften Lebensjahr dort.

Fazit

Ich bin doch ein wenig enttäuscht von Deadly Class. Die Qualität von Autor und Zeichner gehen für mich doch deutlich auseinander. Wer sich nicht durch die schwachen Bilder gestört fühlt, hat sicher seinen Spaß mit dem Comic. Mein Geschmack war Deadly Class nicht, aber vielleicht eurer. Daher würde ich den Comic als Geschmackssache bezeichnen.

Was beideutet diese Wertung? Lest es hier.

Deadly Class Volume 1: Reagan Youth

Price: EUR 9,19

4.8 von 5 Sternen (5 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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