“Rattatouille!”


Ubersreik, eine Stadt im wunderschönen Imperium… Das war sie einmal! Nun ist alles voller Ungeziefer, Skaven über Skaven. Bei Warhammer Fantasy gibt es einen neuen Hintergrund, nach dem die Welt ziemlich kaputt ist. Mit diesem Spiel werden die Endtimes eingestimmt.

Diese possierlichen blutrünstigen Rattenmenschen, genannt Skaven, kommen brandschatzend und mordend aus ihren schmuddeligen Behausungen in den Tiefen gekrochen. Damit beginnt unser Abenteuer in Warhammer: End Times-Vermintide. Ihr werdet euch bei diesem Koop-Actionspiel sicher an einigen Stellen an Left 4 Dead erinnern. Eure Aufgabe: Überlebt mit drei anderen „Kammerjägern“ die gewaltigen Massen an Ratten in der Stadt Ubersreik.

Hero_Waywatcher_Concept

Unser Waywatcher im Legolas-Look

Während des Spiels habt ihr die Auswahl zwischen fünf verschiedenen Charakteren. Das Schöne an Vermintide ist, dass es nicht nötig ist, sich auf einen dieser Charaktere festzulegen, da der Levelanstieg über den Account und nicht charakterspezifisch ist. Anders als in Left 4 Dead, hat jeder Held eine ausgeprägte Persönlichkeit, die sich in den Unterhaltungen im Spiel offenbart. Hinzu kommt, dass jeder Charakter seine ganz persönliche Auswahl an Waffen hat, das beinhaltet sowohl Fern- als auch Nahkampfwaffen.

Fangen wir mit meinem Persönlichen Lieblingscharakter an: Unser Waywatcher (Nein nicht Weightwatcher!) Kerillian.

Kerillian ist eine Waldelfe, die im Nahkampf den beidhändigen Kampf mit zwei Waffen bevorzugt: Dolche, Kurz- und Langschwerter stehen hier zur Auswahl. Im Fernkampf wählt sie ganz klassisch den Bogen. Auch hier gibt es verschiedene Varianten der Waffe: Ich habe bisher ein Exemplar gefunden, das vergiftet und eines, das zielsuchende Pfeile verschießt. Wer sich hier an Legolas erinnert fühlt, dem kann man wohl Recht geben. Aber Elfen mit Bögen müssen schnell schiessen und mit zwei Schwertern wirbeln. Versteht ihr? SIE MÜSSEN!

Render_Witch Hunter

Hexen erledigt man mit Degen, Pistole und breitem Krempenhut.

Kommen wir zum sehr „good old british“ R-rollendem Victor Saltzpyre dem Hexenjäger in der Runde.

Als ordnungsgemäßer Hexenjäger hasst er Magie und alles was unmenschlich oder nicht imperatorgerecht oder… na ja sagen wir er hasst eine Menge Dinge.

Victor ist, neben seinem wirklich speziellen Charme, zudem mit einem Degen und zwei Pistolen bewaffnet. Wir haben auch schon eine Bündelmuskete gefunden. Je weiter ihr vordringt, wird aber auch sicher euer Hexenjäger noch coolere Waffen finden.

Bardin Gorekson in der Zwerg der Gemeinschaft und hat selbst in den brenzligsten Situationen noch ein Lied auf den Lippen. Und er kann echt gut singen!

Der Dwarf Ranger ist zum Einen sehr gut im Umgang mit seiner Fernkampfwaffe, sei es nun eine Armbrust oder eine Schrotflinte oder viele andere Waffen, die wir noch nicht gesehen haben. Zum Anderen ist er Meister im klassisch zwergischen Kampfstil mit einer schweren Nahkampfwaffe und einem Schild. Dabei greift er vor allem zu Hämmern, Äxten und was sonst noch alles so in diese Kategorie passt.

Der Empire Soldier Markus Kruber ist mit seinen zweihändig geführten Waffen und Schrotflinten eine wahre Frontsau. Sollte er einmal etwas mehr Schutz benötigen, kann er aber auch gekonnt zu Schwert oder Streitkolben und Schild greifen. Quasi ein Allrounder ganz weit vorne an der Front.

Hero_Bright_Wizard_Concept

Im Gefecht gilt es, immer einen kühlen Kopf zu bewahren.

 

 

Die Letzte im Bunde ist Sienna Fuegonasus eine Bright Wizard, die, wie könnte es anders sein, einen Hang zum Feuer hat.

Sie ist von der Spielmechanik her etwas schwieriger zu spielen, da sie durch ihre Zauber die Tendenz zu spontaner Selbstentzündung entwickelt hat. Da müsst ihr schon aufpassen, dass sie euch nicht um die Ohren fliegt beziehungsweise abfackelt.

Nun aber zu den Dingen, die euch vermutlich WIRKLICH interessieren. Wie ist das Spiel eigentlich?

Die Spielweise von Warhammer: End Times-Vermintide ist, wie bereits erwähnt, Left 4 Dead sehr ähnlich.

Ihr werdet mit euren drei Mitstreitern an den Anfang eines Gebietes gesetzt und müsst das Ende möglichst in einem Stück erreichen. Glücklicherweise reicht meist ein Mitglied der Gruppe.

Auch bei Vermintide müssen Stellungen gehalten werden und Gegenstände oder Säcke von A nach B transportiert werden. Häufig sind dies explosive Fässer, was manchmal nicht besonders witzig ist, vor allem wenn Skaven auf die tolle Idee kommen, darauf herum zu kloppen. Manchmal gilt es auch einfach auszuhalten, bis Türen sich öffnen oder ihr kämpft einfach nur ums nackte Überleben. Wobei… wenn ich recht überlege, macht ihr genau das die ganze Zeit.

In den rar gesäten Atempausen könnt ihr das Gebiet erkunden und Verbrauchsgegenstände wie Verbandszeug, Tränke, Bomben oder Munition, die auch in diesem Spiel immer zu knapp ist, finden. Netterweise weisen uns die Charaktere lautstark auf ihre Funde hin, damit auch bloß nichts übersehen wird.

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Friss Pfeile, Rattengesicht!

Besonders begehrte Funde sind die Folianten oder Grimoires. Diese Bücher erreicht ihr meist durch „abenteuerliche Sprungeinlagen oder das Lösen von kleinen Rätseln. Sie sind derart begehrt, weil sie uns am Ende des Spieles Bonus Loot-Würfel geben. Doch dass Bücher lesen nicht ganz ungefährlich sein kann, wird bei einigen Exemplaren klar, da sich die maximalen Lebenspunkte nach dem Lesen für den Rest der Mission für die gesamte Gruppe viertelt. Also solltet ihr abwägen, ob ihr am Ende der Mission mehr Würfel und damit bessere Chancen auf coole Ausrüstung wollt oder lieber mehr Lebenspunkte, um die Mission überhaupt zu überstehen.

Noch mehr Anlehnungen an Left 4 Dead

Die Rattenbande findet übrigens durchaus auch ihre Äquivalente in Left 4 Dead, sind aber bei Warhammer: End Times-Vermintide deutlich ausgereifter. Der allseits gehasste Packmaster ist mit einer langen Stange mit daran montierten stachelbewehrter Greifzange bewaffnet, welche an einen Hundefänger oder in unserem Fall Menschenfänger erinnert. Damit kann er einen Charakter packen und wegziehen. An dieser Stelle muss die Gruppe schnell reagieren und euch aus dem Griff befreien, ehe die Mistratte euch aufstellt und ihr jämmerlich stranguliert verendet… Ich hasse diesen Typen!

Der flinke Gossenläufer ist ein Assassine, der sich an die Gruppe heranschleicht und plötzlich auf sein Opfer wirft. Derart am Boden festgenagelt, könnt ihr seinen schnellen Krallenwaffen nur mit Hilfe eurer Kampfgefährten entfliehen.

Der Rattenoger ist wie sein Äquivalent aus Left 4 Dead ein Monstrum, das eine Gruppe durch schiere Muskelkraft zum Weinen oder sterben – oder beides – bringt. Wenn dieses Monstrum auftaucht, solltet ihr besser gut bewaffnet sein! Am besten mit Bomben, sehr vielen Bomben!

Zu guter Letzt gibt es noch die mit einer Gasmasken bewaffneten Giftwinde. Fiese Ratten, die euch mit den Geist vernebelnden und sehr tödlichen Gasbomben bewerfen.

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Ja, wo sind sie denn?

Diese Gegnertypen gibt es bereits seit Left 4 Dead, aber ich werde nicht müde zu erwähnen, wie viel ausgereifter sie in diesem Spiel sind!

Nach all den altbekannten Gegnertypen kommt noch etwas neues ins Arsenal des Grauens: der Ratling Gunner, der durch das Rattern seiner Ratling Kanone schon meilenweit im Voraus Nervosität bei allen Spielern hervorruft, wartet doch jeder darauf, wen er ins Visier nimmt und mit Salven tödlicher Geschosse eindecken wird.

Um die Liste noch fortzusetzen bleiben noch die einzeln oder gleich in einem vier bis sechs Ratten umfassenden Trupp auftretenden, schwer gepanzerten Sturmratten, die nur mit Mühe und viel Gekloppe geknackt werden können.

Nach all dem Gekämpfe weiß ich dann auch, wonach ihr alle lechzt. LOOT!

Nach jedem erfolgreiche Levelabschluss, bei dem ihr die Szene meist mit eurer eigenen Fluchtkutschenfahrerin verlassen habt, wird gewürfelt.

Hat jemand nach einem Soldaten gerufen?

Hat jemand nach einem Soldaten gerufen?

Auf geht’s an die Würfelbecher. Dazu habt ihr  sieben Grundwürfel im Säcklein, welche mithilfe von Folianten oder Extrawürfeln aufgewertet werden können. Die normalen Würfel haben hierbei eine Chance von zwei zu sechs, verfluchte Würfel drei zu sechs und Folianten-Würfel vier zu sechs, einen Erfolg zu erreichen. Würfel, die durch ein Grimoire gewonnen wurden, sind immer erfolgreich. Je höher der Schwierigkeitsgrad des Levels ist, um so höher die Chance bessere Beute zu erwürfeln. Je nachdem, wie viele Erfolge ihr erwürfelt, desto besser und wertvoller ist die Beute nach Abschluss des Levels.

Warhammer: End Times-Vermintide baut eine wunderbar düstere Atmosphäre auf und treibt euch durch seine Musik permanent an. Gegner kündigen sich mal lautstark, mal flüsternd, mal von rechts, dann wieder von vorn an. Fauchen oder der Schwere Schritt der gepanzerten Legion, all diese Elemente sind nicht nur Stimmungsmacher, sondern spielrelevante Elemente. Wenn ihr bei diesem Spiel hinhört, lernt ihr außerdem viel über eure Gegner und könnt eventuelle Hinterhalte aufdecken. Alles in diesem Spiel sorgt dafür, dass ihr euch jederzeit und permanent gejagt fühlt und den Blick lieber einmal mehr über eure Schulter werft. Die Skaven sind überall! Ich rate jedem, das Spiel mit Sound und Musik zu spielen, denn es lebt davon!

Die Level in Warhammer: End Times-Vermintide sind abwechslungsreich, auch wenn ich bisher noch nicht alle 13 Level erreicht habe. Der Magierturm mit seinen Illusionen ist dabei aber ein besonderer Hingucker.

Bei all dem Lob und der Bauchstreichelei will ich aber ehrlich bleiben und einen Punkt ansprechen, der mir beim Spielen besonders negativ aufgefallen ist.

Warhammer: End Times-Vermintide hat immer noch zahlreiche Clipping-Fehler und leider leider eine grottige Bot-KI, wenn diese eure Mitstreiter übernimmt. Ich habe zwei Privat-Games probiert, in denen ihr nicht nach anderen Mitspielern sucht, sondern der Rest der Truppe von Bots aufgefüllt wird.

Leider erwiesen sich diese als Totalversager. Die Bots bleiben irgendwo stehen oder schauen zu, wie ihr von einem Assassinen in Stücke gehackt werdet. Dass sie dann nicht noch ein Picknick aufbauen ist schon alles. Kurzum: Sie machen ihren Job einfach nicht! Ich hoffe, dass dies noch gepatcht wird, da es ansonsten ein wunderbares Koop-Spiel ist.

Fazit

Als oller Fan von Left 4 Dead und ehemals exzessiver Mortheim-Spieler hatte mich das Spiel bereits, als wir es auf der Gamescom Probe spielen durften. Der Entwickler Fatshark hat ein bombastisches Koop-Erlebnis kreiert und mit Warhammer: End Times-Vermintide noch einen wirklich guten und blutigen Warhammer Titel geliefert. Aus diesem Grund spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus, vor allem dann, wenn ihr gemeinsam mit Freunden spielen wollt.

Was bedeutet diese Wertung? Findet es heraus, mit nur einem Klick.

 

Alexander Dorrenbach

Alexander Dorrenbach

Ist meist in irgendeinem Endzeitszenario zu finden, ob nun als LARPer oder Gamer.
Hauptthemen: LARP

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