Supergirl – Ein erster Eindruck


Wer ein Auge auf Comic-Serien hat, dem wird nicht entgangen sein, dass DC diesen Herbst eine neue Serie ins Rennen geschickt hat: Supergirl. Der signifikante Unterschied zu den bisherigen Serien ist, dass Supergirl sich ihr Universum nicht mit Arrow und Flash (und ab nächstem Jahr Legends of Tomorrow) teilen muss.

Stattdessen kriegen wir schon in der ersten Folge einen kurzen und äußerst verschwommenen Blick auf ihren Cousin Superman. Ist wahrscheinlich auch besser, dass er so unscharf ist, Henry Cavill ist es nämlich nicht, da DC weiterhin sein Film- von den Fernseh-Universen trennt. Ob es allerdings sinnvoll ist, jetzt zwei verschiedene Welten in den Fernsehserien zu haben, wird sich zeigen. Und ja, die Trennung vom Arrow/Flash-Universum und dem von Supergirl ist eindeutig, alleine dadurch, dass es in einem eine deutliche Präsenz von Superman gibt und im anderen nicht.

Aber wer ist eigentlich Supergirl? Kara Zor-El ist die Cousine von Superman, welche (in den Comics) von ihrem Vater zur Erde geschickt wurde um dort auf das Baby Kal-El aufzupassen. Allerdings landet sie erst nachdem Clark bereits erwachsen ist und sie nicht mehr benötigt. Soviel zu den Comics. In der Serie ist ihr Vater bisher nahezu irrelevant, stattdessen liegt der Fokus auf ihrer Mutter, welche auch dafür verantwortlich, ist sie zur Erde zu schicken. Als Kryptonierin besitzt sie dieselben Fähigkeiten wie Superman, wobei sie nicht seine Erfahrung hat und gerade den Frostatem hat sie noch nicht raus. Andererseits konnte Clark in ihrem Alter nicht mal fliegen, wenn man Smallville glauben darf. Außerdem ist ihr Hitzeblick blau, wobei das potentiell eine Eigenart von weiblichen Kryptoniern sein könnte.

Die Referenz zu Smallville ist tatsächlich nicht zufällig gewählt, da die Serie sich mehr anfühlt wie Smallville, als wie Flash. Vielleicht sogar noch mehr Lois&Clark als Smallville. Der Fokus liegt sehr auf Karas Wachstum als Heldin und Person, sowie ihren Beziehungen zu ihrer (Adoptiv-)Schwester Alex, ihrem besten Freund Winn Schott und Jimmie Olson (tut mir leid, er bevorzugt jetzt “James”). Und natürlich dem entstehenden Beziehungsdreieck zwischen ihr und den beiden Männern. Diese wissen im Übrigen beide, dass sie Supergirl ist. Gerade dieses Wissen ist eine interessante Änderung in der üblichen Superhelden-Formel, wobei sich das “Team”-Konzept für DC schon lange bewährt hat. 

Abgerundet wird der Kern-Cast durch Cat Grant, Karas Chefin und eiskalte Geschäftsfrau, wobei das jetzt viel ein-dimensionaler klingt als der Charakter ist, sowie Hank Henshaw, dem Leiter der Anti-Alien Truppen des US-Militärs. Und ja, das ist der Name des Charakters, der später zum “Cyborg Superman” wird. Normalerweise werden solche Name nicht einfach so vergeben. Hinzu kommt in den nächsten Wochen noch Maxwell Lord, der in den Comics lange Zeit der Geschäftsführer und de-facto Pressesprecher der Justice League war, bevor er selber zum Bösewicht wurde.

Für wen ist die Serie was? Gute Frage, die Zielgruppe sind ziemlich deutlich junge Frauen, wobei das nicht heißt, dass die Serie nur für diese gemacht ist. Der Action-Anteil ist bisher gefühlt geringer,als der in Arrow oder Flash und es wird deutlich mehr Fokus auf der Entwicklung der Charaktere gelegt, wobei das nicht so bleiben muss. Und mit Sicherheit ist das Ganze auch durch das Budget bedingt: Special-Effects sind nicht billig und ohne kommt ein Supergirl-Kampf im Gegensatz zu Arrow nicht ganz aus. Wer Comic-Serien mag, sollte aber auf jeden Fall reinschauen und sich selber ein Bild machen. Unterhaltsam ist die Serie auf jeden Fall und für Fans des Genres und/oder des Charakters auch eindeutig empfehlenswert.

Einen Termin für eine Deutschland-Premiere gibt es bisher nicht, aber der (englischsprachige) Pilot kann auf der Webseite von CBS angesehen werden (Amerikanischer Proxy benötigt).

Gerrit Buse

Gerrit Buse

Anglist, Informatiker, Vollzeit-Nerd und Teilzeit-Otaku. Braucht dringend Lagerraum für Miniaturen und Kostüme.
Hauptthemen: Comics, Larp und Bücher

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