Verlorene Welten – Star Wars mal anders


Lucasfilm hat mit dem Besitzerwechsel hin zu Disney alle Romane zu Star Wars für ungültig erklärt. Also müssen neue her, die die Verbindung zwischen den alten und den ganz neuen Filmen herstellen. Verlorene Welten ist das erste Buch in diesem Spektrum.

Eine Warnung vorweg: Diese Rezension basiert auf der Englischsprachigen Edition Lost Stars und nicht auf dem deutschen Verlorene Welten. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für die Qualität der Übersetzung.

Verlorene Welten ist der erste Star Wars-Roman, welcher die Zeit zwischen Episode 6 und 7 beschreibt, wenn auch nur in Teilen, aber dazu kommen wir noch. Claudia Gray, wohl am besten bekannt als Autorin von paranormalen Romanzen für junge Erwachsene (ja, das ist das Genre von Twilight, lest trotzdem weiter), liefert mit ihrem ersten Star Wars-Roman eine Geschichte ab, der man diesen Hintergrund durchaus anmerkt. Zwar fehlen jegliche paranormalen Elemente – die Macht steht hier nicht im Fokus – aber die Story an sich ist recht typisch für “Young Adult” Romane. Was sie aber nicht schlecht macht. Worum geht es denn, wenn nicht um Glitzer-Yuuzhan Vong?

Thane Kyrell und Ciena Ree sind Kinder auf einem Planeten am Rande der Galaxis (um nicht zu sagen am Arsch der Galaxis) und reisen dort zu einem Empfang, der zu Ehren der Aufnahme ihres Planeten in das neu gegründete Imperium veranstaltet wird. Dort treffen sie einen Mann, der sie zutiefst beeindruckt: Grand Moff Tarkin. Basierend auf dieser Begegnung beschließen die beiden der Imperialen Sternenflotte beizutreten.

Der erste Akt der Geschichte befasst sich mit dem Leben auf der Akademie und gibt dem Leser faszinierende Einblicke in die Arbeitsweise des Imperiums. Gerade die Darstellung der Propaganda ist faszinierend und erklärt, wie es dem Imperium gelang, die Galaxis so zu beeinflussen.

Bereits hier sind die Leben der beiden gespickt mit Begegnungen bekannter Namen: So tanzt Thane beispielsweise bei einem Ball mit einer gewissen Prinzessin von Alderaan. Hinzu kommen Einblicke in die psychische Entwicklung der beiden Protagonisten, die dazu führt, dass sich ihre Wege trennen werden. Nach ihrer Ausbildung werden beide in Positionen versetzt, die sie in den Orbit von Alderaan führen.

Der zweite Akt beginnt mit der Zerstörung von Alderaan und den Auswirkungen auf die beiden. Die Entscheidungen der beiden sind vollkommen nachvollziehbar und es ist für mich als Leser verständlich, warum Einer beim Imperium bleibt und der/die Andere es verlässt. Vor allem da wir als Leser sehen, dass der Weg nicht direkt zur Rebellion führt, sondern es erst einiger weiterer Ereignisse bedarf, um diesen weiteren Schritt zu tun.

Und so werden wir Zeuge der Schlacht um Hoth und dem Kampf um den Mond von Endor, sowohl von Imperialer als auch von Rebellen-Seite. Dass der Fokus hier eher auf der Imperialen Seite liegt, mag subjektiv sein, allerdings fand ich es faszinierend, die Geschichte aus dieser anderen Perspektive zu erleben.

Der letzte Akte beginnt mit der Zerstörung des zweiten Todesterns und endet mit der Schlacht über Jakku. Wem dieser Name nichts sagt: Es ist der (Wüsten-)Planet aus dem Trailer für Episode 7. Die vorletzte Begegnung der beiden Protagonisten findet auf der Brücke des abstürzenden Sternenzerstörers statt, welcher so prominent im Trailer auftaucht. Auch erfahren wir als Leser, dass das Imperium mit dem Fall des Imperators noch lange nicht am Ende ist.

Fazit

Ich empfehle das Buch uneingeschränkt. Nicht nur, dass es eine neue Perspektive auf die Geschichte von Star Wars wirft, nein es ist auch schlicht und einfach eine tolle Story. Die kurzen Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten aus den Filmen integrieren sich hervorragend in die Story und der Roman in das Universum der Filme, sei es die Angst die Vaders schiere Präsenz in den Protagonisten auslöst oder die inspirierenden Worte, die Mon Mothma für eine(n) der ihren übrig hat. Keiner der Cameos ist verschwendet oder unnötig. Und obwohl die Protagonisten sich lieben (lernen), reicht dies in manchen Situationen einfach nicht aus. Eine Lektion, die in diesem Genre vergleichsweise selten ist, aber die Story nur besser macht.

Egal ob ihr Star Wars Fan seid oder nicht, dieses Buch ist ein Pflichtkauf für alle, die gute Stories mögen.

Star Wars: Verlorene Welten (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)

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4.2 von 5 Sternen (37 customer reviews)

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Gerrit Buse

Gerrit Buse

Anglist, Informatiker, Vollzeit-Nerd und Teilzeit-Otaku. Braucht dringend Lagerraum für Miniaturen und Kostüme.
Hauptthemen: Comics, Larp und Bücher

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