Beispielcharaktere: Du willst der Allerbeste sein!


Mittlerweile sind bereits einige Beispielcharaktere für Pen and Paper hier vorgestellt worden. Nun wage auch ich mich mal aus meiner Comicecke heraus und stelle euch eine Idee vor.

Gut, ganz wage ich mich aus meiner Ecke doch nicht heraus, denn meine Vorlage für den heutigen Beispielcharakter ist Victor von Doom, der Nemesis der Fantastic Four – und zwar nicht die grauenhafte Umsetzung aus dem letzten Film, sondern eben der Richtige.

Zu allererst, auch wenn es so scheint: Dr. Doom ist kein Allrounder. Seine Stärke ist Wissen, und zwar in allen oder zumindest fast allen Bereichen. In einer Welt, in der Magie existiert, muss der Charakter auf jeden Fall das theoretische Wissen von dieser besitzen und sollte ein bis zwei Zauber beherrschen, die über den  “Licht an, Licht aus”-Trick hinausgehen.

Besonders wichtig ist natürlich technisches Wissen, insofern dies durch das vorgegebene Regelwerk möglich ist. Dies schließt mit ein, dass der Charakter einen gewissen Einfallsreichtum besitzen muss.

Doctor_Doom_Cosplay

Victor Doom sieht irgendwie episch aus. Warum also nicht auch euer Charakter? (by William Tung, CC BY-SA 2.0)

Wir haben also einen Charakter, der sich durch ein breit gefächertes Wissen und Erfindergeist auszeichnet. Nun werden einige sagen: “Dr. Doom kann doch viel mehr, als nur mit Wissen um sich zu werfen.” Das ist wahr. Dr. Doom hat nie Probleme, sich mit körperlich stärkeren oder mit einer Mehrzahl von Gegnern auseinanderzusetzen.

Doch Dr. Doom ist eigentlich nicht wirklich kräftig. Er ist eher der Durchschnitt. Seinen Vorteil verschafft er sich mit seiner Rüstung, in der viele kleine Spielereien eingebaut sind.

Wie bereits Felix in seinem Söldnerbeispiel ausgeführt hat, muss der Charakter seine Schwächen mit Technologie oder magischen Artefakten ausgleichen und im Optimalfall sogar ganz überdecken.

Solche Sachen wie Gewandtheit und Charisma könnt ihr bei diesem Charakter eigentlich fast ignorieren. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass Dr. Doom ein gutes Wissen über Etikette hat und auch die Fähigkeiten Überreden/Bedrohen sollten nicht zu niedrig ausfallen, sofern vorhanden.

Im Normalfall trägt Dr. Doom eine schwere Rüstung, doch ist hier je nach Szenario ein wenig Spielraum offen. Es muss wie gesagt keine Kleidung sein, die euch viel Beweglichkeit ermöglicht, sondern sollte in erste Linie Schutz bieten und vielleicht sogar etwas extravagant sein.

Denn hier kommen wir zur Feinarbeit: Dr. Doom ist eine Person, die viel auf sich hält. Dadurch, dass er in der dritten Form von sich redet, kann sein Narzissmus nur schwer bestritten werden. Wenn ihr also euren Charakter baut, denkt daran: Ihr seid der Beste. Egal wie gut die anderen sind, sie sind immer schlechter als ihr. Lob? Lächerlich! Ihr seid der Mittelpunkt oder besser gesagt: je arroganter und selbstsicher, desto besser.

Hinzukommt, dass Dr. Doom ein gewisses Ehrgefühl hat. Ihr tretet nicht auf jemanden ein, der bereits am Boden liegt. Bittet euch jemand um Hilfe, besonders bei schwächer Gestellten, bietet ihr denjenigen auch Schutz. Und wehe jemand schadet euren Schützlingen!

Ein weiteres Merkmal, welches sich hierfür nutzen lässt, wäre eine Art Adelsabstammung. Damit habt ihr nicht nur bereits einen hohen Status, sondern in einigen Regelwerken sogar einen kleinen finanziellen Vorteil, der für die ganze kostspielige Ausrüstung sehr hilfreich sein kann.

Möchtet ihr euch noch näher an Dr. Doom orientieren, solltet ihr euch eine schöne… ähm, ich meine tragische Geschichte ausdenken, in der euer Aussehen beschädigt wurde. Aus Eitelkeit versucht ihr dies natürlich zu verbergen. Ob es nun unbedingt das Gesicht sein muss oder vielleicht einfach nur ein Kratzer an der Hand, der euch dazu veranlasst Handschuhe zu tragen, ist euch überlassen.

Bei der Entwicklung eures Charakters solltet ihr in erster Linie auf weiteres Wissen setzen. Auch eure Ausrüstung sollte immer auf dem neusten Stand sein. Habt ihr die Möglichkeit selber Sachen zu entwickeln, herzustellen oder zu erforschen solltet ihr immer darauf achten, die nötigen Materialen bei euch zu haben.

Euer Charakter selber wird sich eher weniger entwickeln. Ihr seid sehr von euch überzeugt und Ratschläge oder gar einen Lehrmeister nehmt ihr nicht an. Das macht ein Gruppenspiel zwar komplizierter, aber in vielerlei Hinsicht auch interessanter. Denn auch Dr. Doom hat einige Personen, die er sehr mag und denen er gegenüber etwas sympathischer auftritt. Dies sollte sich nach Gruppengröße, aber auf eine oder zwei Personen beschränken, ansonsten ergibt das restliche Konzept wenig Sinn. Eventuell könntet ihr euch in eurer Gruppe sogar einen Hauptrivalen herauspicken, quasi euer Reed Richards. Dann wird es in der Gruppe erst richtig spannend…

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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