Harbour – Waren tauschen im Fantasy-Hafen


Früh morgens geht es zum Hafen, um die ertragreichsten Geschäfte zu besuchen und die besten Waren zu besorgen. Erst mal zum Sushiladen um den Fisch von gestern schnell noch gegen neue Waren zu tauschen. Weiter geht’s über die Schleuse zum Steinbruch, da Stein auf dem Markt am gefragtesten ist zurzeit. Apropos Markt, hier sollte ich als nächstes hin, bevor ein Konkurrent wieder alle Preise durcheinander wirbelt. So oder so ähnlich muss sich der Alltag eines ambitionierten Unternehmers im Hafen der Stadt Gullsbottom abspielen. 

Workerplacement

Die Spielpackung

Das Spiel Harbour von Scott Almes ist dieses Jahr beim neugegründeten Verlag Frosted Games in Deutschland erschienen. Die Spielerzahl liegt bei maximal vier Spielern. Auf der Verpackung wird aber bereits hingewiesen, dass das Spiel nur bis drei Spieler optimal funktioniert. Dieser Einordnung stimme ich vollkommen zu.

Hauptmechanik von Harbour ist das Workerplacement. Bei Spielen dieser Art setzen die Spieler Arbeiter auf verschiedene Felder, lösen damit gewisse Aktionen aus und blockieren gleichzeitig das Feld für ihre Gegner. Dass es sich hierbei um ein kleines Spiel dieser Gattung handelt, wird schnell klar, da jeder Spieler nur einen Arbeiter zur Verfügung hat.

Spielablauf

Zu Beginn erhält jeder Spieler eines von zwanzig Spielertableaus. Diese dienen zum Lagern der eigenen Waren, haben ein Aktionsfeld und besitzen eine Spezialeigenschaft, die nur für den jeweiligen Spieler gilt. Da maximal vier der zwanzig Spielertableaus im Spiel sind, ist eine große Variabilität gegeben. Diese wird durch die 36 Gebäudekarte, von denen nie alle ins Spiel kommen, noch erhöht.

Spielaufbau für 2 Spieler

Spielaufbau für 2 Spieler

Je nach Spielerzahl wird eine bestimmte Menge von Gebäudekarten ausgelegt, die sowohl als Aktionsfelder gelten, als auch dem Spieler Siegpunkte bringen, wenn er diese kauft. Die Karten erhält der Spieler, wenn er seine durch Aktionen erworbenen Waren (Fisch, Stein, Holz und Vieh) auf dem Markt verkauft und den auf den Karten abgedruckten Preis erzielt.

Die verfügbaren Aktionen sind meist sowas wie „Tausche Ware X gegen Ware Y und Z“. Der Preis, den die Spieler für die jeweilige Ware erhalten, ändert sich jedes Mal, wenn Waren verkauft werden. Plötzlich ist ein Holz, für das es eben noch fünf Dollar gab, nur noch zwei Dollar wert. Dem Gegner somit mal schnell den Plan zu vereiteln ist also keine Seltenheit, sondern gehört eindeutig zum Spiel.

Der Fantasy-Hafen

Auswahl an Gebäudekarten

Auswahl an Gebäudekarten

Besonders hervorheben möchte ich die sehr tolle Gestaltung des Spielmaterials. Alles ist in einem sehr anschaulichen und lustigen Comic-Stil gezeichnet, der Hafen in einer Fantasy-Welt angesiedelt: Neben Menschen tummeln sich Trolle, Zwerge, Goblins, Zauberer und viele weitere fantastische Wesen rund um den Markt. In Gullsbottom hat die Integration verschiedener Völker und Kulturen eindeutig geklappt.

Fazit

Auswahl an Spielertableaus

Auswahl an Spielertableaus

Harbour von Frosted Games besticht durch Einfachheit, schönes Artwork und große Variabilität. Manchmal wünsche ich mir mit einer Aktion mehr machen zu können als “nur ” Waren gegen ein paar mehr Waren einzutauschen, aber auch viele kleine Aktionen führen zum Ziel. Kaufempfehlung für alle Fans von Workerplacement-Spielen oder jeden, der gerne in kleinen Gruppen zu zweit oder dritt spielt und ein Spiel für zwischendurch sucht.

 

Harbour

Autor: Scott Almes

Verlag: Frosted Games

1-4 Spieler

 

Jan Kempf

Ist Anhänger des analogen Spielens zu Tisch. Ein wahrer Wettkampf findet für ihn immer noch im Angesicht seiner Gegner statt.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden