How to paint a Lizard!


In diesem neusten “How to!” zeigt euch Nora, wie ihr eine 0815-Maske von Maskworld in ein individuelles und voll für Larp taugliches Latexteil ausbauen könnt! Aufwerten ist also angesagt!

echse baseEndlich geht es weiter mit meinen How to’s. Diverser Kram kam dazwischen, doch genug davon. Ich möchte euch dieses Mal einen Einblick geben, wie sich Schaumlatexmasken in brauchbare Larpmasken umwandeln lassen.

Als Basis für mein Experiment habe ich mir die Special FX Reptil Maske von Maskworld geschnappt und versucht, sie durch reine Bemalung zum Leben zu erwecken.     

Technisch habe ich mich an der klassischen Miniaturenmalerei wie etwa für’s Tabletop orientiert. Die Techniken ließen sich jedoch nur bedingt übertragen, aber dazu später mehr! Verwendet habe ich neben der Schaumlatexmaske noch einige Schminkpinsel unterschiedlicher Stärke sowie einen Kasten mit Wasserschminken von Kryolan beziehungsweise Eulenspiegel.

Des Weiteren empfehle ich, einen Styroporkopf (wie man ihn zur Aufbewahrung von Perücken verwendet.) als Halterung zu benutzen. Der Vorteil beim Aufspannen der Maske ist zum einen die Stabilität – das Latex wabbelt sonst ziemlich herum – und zum anderen könnt ihr so den Licht- und Schattenfall besser einschätzen.

 

 

 

Also los gehts mit dem Aufspannen der Maske. Hierzu habe ich sie lediglich mit ein paar Stecknadeln (am besten die mit Kugelkopf) auf dem Styroporkopf festgepinnt.

 aufspannenWie ihr auf dem Bild erkennen könnt, hat die Maske im Augenbereich einige Grate, die ich mit einer Nageglschere vorsichtig entfernt habe, damit ich später einen schöneren Übergang beim Tragen der Maske erreichen kann. Außerdem kann es ziemlich unangenehm sein, wenn euch so ein Latexfussel im Auge herumwischt.

Erfreulicherweise kommt die Maske in einem Hautton, welcher das spätere Anpassen an die eigene Hautfarbe ein wenig erleichtert.

 

Genau damit habe ich dann auch begonnen! Bevor ich mich der eigentlichen Benalung der Schuppenstruktur widmete, habe ich zunächst die Hautlappen möglichst nah an meinen Hautton angenähert. Dabei habe ich mit unterschiedlichen Haut- und Brauntönen der Wasserschminken gearbeitet. Dabei hilft es immer wieder die eigene Hand unter den Hautlappen zu legen und die eigene Hautfarbe mit der gemalten zu vergleichen.

Kleiner Tipp am Rande: Um aus den eher künstlich wirkenden fertigen Hauttönen einen realistischen zu erzielen, wirkt das Einmischen von Braun und vor allem sehr sparsam auch Blautönen oft Wunder!

grundierung1

 

Insbesondere das Blau hat den Grund, dass unsere Haut immer ein wenig des Blaus des Himmels reflektiert und ihr mit einer blauen Lasur diese Eigenschaft simulieren könnt. Hier müsst ihr allerdings wirklich seeehr vorsichtig und sparsam vorgehen, sofern ihr nicht gerade eine Twilek-Hautfarbe anstrebt!

Auch ein paar Unregelmäßigkeiten im Auftrag lassen das Ergebnis später lebendiger wirken.

Leider war die Beleuchtung beim Knipsen der Fotos nicht ideal und so ist der Unterschied zu meiner echten Hautfarbe auf dem Foto deutlich krasser als es in Natura wirkte. Bei Tageslicht ist die Differenz bei weitem nicht so deutlich zu sehen gewesen!

Nachdem die Basis der Maske fertig koloriert ist, geht es ans Eingemachte… genauer gesagt an die Schuppen!

Dazu hatte ich zunächst den Plan, es wie bei einer Tabletop-Miniatur mit simplem “Inken” zu versuchen, hatte dabei aber nicht mit den schwammartigen Eigenschaften des Schaumlatex gerechnet: Es saugt das Wasser förmlich auf und macht jeden Versuch, mit sehr nasser Farbe zu arbeiten zunichte. Also Plan B:

 

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Alle Zwischenräume fein säuberlich per Hand bemalen… SCHNAUF!

Ich habe mich hier für einen sehr dunklen schwarzbraunen Farbton entschieden, der sich am Ende als noch immer nicht dunkel genug herausstellt. Ihr könnt hier also ruhig mit schwarz arbeiten!

Alles ist zwar eine ziemliche Frickelarbeit, aber die Mühe lohnt sich! Für diesen Arbeitsschritt habe ich einen eher feinen Haarpinsel verwendet.

 

 

Ein weiterer Randtipp: Wenn ihr merkt dass die Maske zu nass wird, empfielt es sich, sie erstmal beiseite zu legen und etwas trocknen zu lassen. Das kann leider aufgrund der Schwammstruktur des Schaumlatex eine Weile dauern.

 

 

 

schuppen1

 

 

 

 

 

Nachdem ich mit den Vertiefungen fertig war und die Maske sich auch nicht mehr anfühlte wie ein nasser Schwamm, ging es an die eigentlichen Schuppen. Diese habe ich zunächst mit einem sehr dunklen, vollen Umbrabraun grundiert. 

Damit die Farbe gut deckt solltet ihr sie cremig anrühren. Auch wenn das nicht gerade sehr sparsam ist, erzielt ihr so das satteste Farbergebnis!

 

Damit die Schuppen einen plastischeren Eindruck erwecken, kommen an dieser Stelle zwei weitere Miniatur-Maltechniken zum Tragen: das “Highlighten” und das “Wetblenden”.

Kleine Info am Rande:

Beim Highlighten geht es darum, das Spiel von Licht und Schatten auf einem Gegenstand oder einer Struktur zu simulieren, indem man gezielt bestimmte Bereiche heller malt als andere. Hierbei arbeitet man von der Dunkelsten zur hellsten Farbe (in der umgekehrten Malrichtung spricht man von “Shaden”)

 

 

 

“Wetblenden” oder auch Nass-in-Nass-Technik ist eine Methode beim Highlighten, die nebeneinander liegenden Farbbereiche miteinander zu vermischen (zu “blenden”) um weichere Übergänge zu erzielen.

finalAn und für sich ist das Wetblenden eine eher komplizierte Technik, für die ihr viel Übung braucht, aber in diesem Fall kam mir die Beschaffenheit des Schaumlatex ausnahmsweise entgegen! Dadurch, dass das Latex die Feutigkeit so lange speichert, lassen sich Farben durch einfaches verreiben mit dem Finger wundervoll “blenden”

Ich habe mich für einen schillernden Effekt entschieden, eine Metallicfarbe zu verwenden, und die braunen Schuppen mit einem hellen Kupferton aufgehellt. Wichtig ist: Nur die eine Hälfte wird aufgehellt, die andere bleibt dunkel. So erreicht ihr den plastischen Effekt. Reicht der Kontrast zwischen hell und dunkel nicht aus, könnt ihr mit einem schwarzbraun noch die Schattenseite “shaden”.

Und damit ist euer schuppiges neues Antlitz fertig!

 

highlights final2

Nun noch ein paar Worte zur Haltbarkeit: Da es sich hier um Wasserschminke handelt, mit der die Maske bemalt ist, empfiehlt es sich strömenden Regen zu meiden.

Ansonsten hat sich die Wasserschminke als erstaunlich robust herausgestellt. Ihr könnt dann darauffassen und bei mir hat die Maske ohne Probleme eine ganze Tagescon mit leichtem Sprühregen zwischendurch ausgehalten. An viel beanspruchten Stellen wie zum Beispiel der Mundinnenseite oder auch in der Nähe der Augen habe ich die Farben nach der Con lediglich etwas auffrischen müssen. Ihr könnt die Maske also sehr gut auch länger nutzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nora Linse

Nora Linse

Früher nur am Tisch nun in LIVE und BUNT...Larperin durch und durch...und noch mehr Bastlerin und Tüftlerin.
Hauptthemen: Basteln, LARP

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