Beispielcharaktere: Kampfkunstmeister


Das letzte Mal stellte ich euch ein Konzept vor mit dem Dr. Doom in einem Pen and Paper umsetzbar wäre. Heute möchte ich euch einen weiteren Superschurken als Vorlage bieten, der einst dazu führte, meine Kopfgeldjägerin in DSA zu entwerfen.

Der Schurke, der die Grundlage für das heutige Konzept liefert, ist nicht ganz so bekannt wie Dr. Doom, gehört aber dank seiner Fähigkeiten mit zu meinen absoluten Lieblingen im Marvel-Universum. Die Rede ist von Taskmaster, der im Gegensatz zu vielen anderen Schurken und Helden eigentlich keine wirklichen Superkräfte hat. Seine besondere Fähigkeit ist es, Sachen, die er gesehen hat, sofort zu kopieren, unter der Voraussetzung, dass er die körperlichen Attribute mit sich bringt.

Damit sind wir eigentlich auch schon mitten in der Figurenentwicklung. Taskmaster ist jemand, der sehr sportlich ist und viel Zeit in sein Training steckt. Euer Charakter sollte also nicht nur kräftig sein, sondern auch entsprechende Punkte in Gewandtheit investieren. Befinden sich Nahkampffähigkeiten zur Auswahl, sollten auf jeden Fall die Wichtigsten mit so vielen Punkten wie möglich bestückt werden. Nahkampffähigkeiten, die eher selten in der vorgegebenen Welt vorkommen, können später durch intensives Training noch hinzugefügt werden.

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Taskmaster in Deckung. Danke an Iresha für das tolle Fan-Art

Denn wir besitzen im Normalfall immer nur eine begrenzte Punktanzahl zum Verteilen und Taskmaster ist nicht nur ein Meister des körperlichen Nahkampfs, sondern auch des Waffenkampfs. Da es unmöglich ist, in einem Pen and Paper mit jeder Waffe perfekt umzugehen, habe ich mich damals dazu entschieden, mir zwei Hauptwaffen im Nahkampf und eine im Fernkampf herauszupicken und in diese möglichst viele Punkte zu investieren. Besonders der problemlose Wechsel zwischen Fern- und Nahkampf oder umgekehrt, hat sich im Spiel oft als vorteilhaft erwiesen.

Es war einerseits möglich, dem Straßenräuber gleich einen Schlag ins Gesicht zu verpassen, andererseits konnte ich flüchtende Gegner oder Wild meist erlegen (Ohne dabei meine Gefährten zu treffen).

Damit steht schon mal das Grundgerüst für einen Pen and Paper Taskmaster. Jetzt wird es nämlich ein bisschen schwieriger: Euer Charakter muss nämlich nicht nur gut kämpfen können, sondern auch schnell reagieren. Intuition ist das Zauberwort, welches Taskmasters fotografische Kopiertechniken faken soll. Zwar ist es so nicht möglich, jede Fähigkeit auf Anhieb zu können, aber es ermöglicht ein schnelles und spontanes Entscheiden. Gespickt habe ich das Ganze noch mit dem Gefahreninstinkt. Dieser ist in DSA ein regeltechnischer Vorteil, der Personen mit dieser Gabe erlaubt, Gefahren früher als andere Personen wahrzunehmen.

Wichtig ist, dass die anderen Eigenschaften eures Charakters nicht stiefmütterlich behandelt werden. Ihr seid vielleicht nicht der Mutigste, aber sicher nicht feige und auch eure Bildung ist nicht die Schlechteste. Nur so etwas wie Charisma kann vorerst links liegen bleiben (Interessanterweise konnte meine Kopfgeldjägerin dennoch die meisten Frauen für sich gewinnen).

Wer möchte, kann seine Sprachfähigkeiten natürlich gerne ausbauen, denn wie Taskmaster in seinem Comic anmerkte, kann er gerade mal nur fünf Sprachen sprechen. Ja, richtig gehört, “nur”. Aber solltet ihr euch darum nur kümmern, wenn es die Punkte zulassen.

Zur Ausrüstung: Je nachdem, welches Design man sich von Taskmaster anschaut, fällt seine Ausrüstung anders aus. Aber eines ist sie immer: praktisch. Ihr bewegt euch viel, also verzichtet auf zu viel Schnickschnack. Schützt die wichtigsten Stellen und los geht’s.

Ich hatte zum Anfang den Fehler gemacht, meine Kopfgeldjägerin mit einem Mantel auszurüsten, der zwar Schutz bietet und cool aussieht, mich aber später beim Sprinten behindert hat. Also weg damit. Nehmt lieber ein Lederwams oder was auch immer euch das entsprechende Regelwerk bietet.

Motivation: Was bewegt euch eigentlich? Taskmaster ist genau wie Deadpool jemand, der auf Geld aus ist: Der Höchstbietende bekommt seine Dienste. Bietet jemand mehr, wird der Auftragsgeber gerne gewechselt. Betrügt der Auftragsgeber, bezahlt er mit seinem Leben. Also eigentlich ziemlich simpel. Bezieht man sich auf die Comics, in denen Taskmaster als Protagonist auftritt und nicht nur als Gegenspieler, fällt jedoch auf, dass auch dieser moralisch einige Ansprüche hat.

Wie eure Ansprüche aussehen, müsst ihr selber entscheiden.

Das Spiel in der Gruppe: Taskmaster ist eigentlich ein Einzelgänger, der eher die Rolle des Mentors, als die des Gefährten einnimmt. Jedoch arbeitet auch er mit anderen zusammen, wenn es ihm entweder ein Vorteil bringt oder wenn der Auftraggeber es so verlangt. Eure Teamkameraden sollten sich aber nicht unbedingt darauf verlassen, dass ihr ihnen den Rücken deckt, denn wer weiß, vielleicht habt ihr schon längst ein besseres Angebot bekommen. Mit anderen Worten: Ihr kennt so etwas wie Freunde und Feinde nicht wirklich, ihr nehmt es einfach so, wie es kommt.

Die Entwicklung eures Charakters: Trainieren! Trainieren! Trainieren! Ihr geht immer wieder an eure Grenzen und wollt besser werden, also setzt eure Punkte in eure Kampfkünste. Geht es bei dem einen nicht mehr weiter, baut die nächste Kampfkunst aus und so weiter.

So gut wie Taskmaster werdet ihr nie werden, denn Comicfiguren sind doch sehr idealtypisch. Aber ihr könnt ihm nahekommen und habt einen Charakter, der sich im Kampf bald einen Namen gemacht hat. Einladungen auf irgendwelche gesellschaftlichen Feste solltet ihr aber lieber ablehnen. Das könnte sonst peinlich werden. 

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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