Der Doktor und die Kriegsmaschinen


In Kriegsmaschinen von George Mann begleitet man den Kriegsdoktor auf ein Abenteuer tief im Zeitkrieg zwischen Timelords und Daleks, welche gleichermaßen im Kriegsfieber sind.

 Ein Doktor im Buch?

Doktor Who in geschriebener Form war für mich unerforschtes Territorium. Ich war besorgt, dass es nicht mit der Geschwindigkeit in der Serie mithalten, dass es nicht das gleiche Gefühl transportieren könnte. Wenn man die Serie schaut, dann hat man das Intro mit der Musik, welches bereits ein wohliges Gefühl der Vertrautheit kreiert. Man sieht die Sets, die Schauspieler und hat einfach eine Vorstellung davon, wie es ist. Kann ein Buch genau das kopieren? Klare Antwort: Nein.

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Der Autor George Mann, welcher zuvor Paradox Lost verfasste.

Muss es aber auch nicht. Der Doktor funktioniert auch im Buch. Denn hier bekommt man einen Blick in die Gedanken des Doktors und seiner Mitstreiter und Gegner. Es ist ein vertieftes Doktor-Erlebnis. Und da ich die Serie kenne, reichten die Beschreibungen im Buch, um mir exakte Bilder im Kopf zu Formen. Aber auch wenn man sie nicht kennt, ist im Buch alles geliefert, um sich ein Bild des Ganzen zu machen. Das ist auch wenig verwunderlich, ist dies doch bereits das zweite Doktor Who-Buch von George Mann. Das Setting funktioniert also. Aber auch der Doktor?

In Kriegsmaschinen geht es um den Kriegsdoktor. Im Gegensatz zu den anderen Inkarnationen ist dieser merklich kriegsmüde und ausgelaugt. Er ist vorsichtig und mürrisch. Aber er ist der Doktor, auch wenn er das zu beginn anders sieht. Auf mich wirkte er so, wie ihn im 50-Jahres-Special John Hurt dargestellt hat. Sowieso wirkt das ganze Buch, wie das Skript einer Doktor Who Folge. George Mann hat hier ganze Arbeit geleistet das Gefühl der Serie erfolgreich in das gedruckte Werk zu übertragen.

Was passiert denn im Buch?

Wie vielleicht zu erahnen ist, spielt die Geschichte während des Zeitkrieges. Die Timelords und Daleks bekämpfen sich im ganzen Universum zu jeder Zeit und das nicht unbedingt linear. In diesem Krieg leiden nicht nur diese beiden Völker, sondern sie ziehen auch viele andere mit sich in einen Strudel aus Gewalt und Vernichtung.

In einer der vielen Schlachten, die diese beiden Völker in direktem Kontakt austragen, wird der Doktor in seiner TARDIS getroffen und muss auf dem Planeten Moldox Notlanden. Ein Planet, welcher von den Daleks erbarmungslos heimgesucht wurde und auf welchem sie eine geheime Forschungsbasis errichtet haben. Doch noch sind die Menschen auf diesem Planeten nicht vollständig geschlagen. Es gibt noch Widerstand.

Durch seine Notlandung rettet er der Widerstandskämpferin Cinder aus Versehen das Leben. Gegen seinen Willen schließt sie sich ihm an, nachdem ihr klar wird, wer er ist und bald erfahren sie von der Existenz einer Waffe der Daleks, die die Timelords nicht nur vernichten, sondern aus der Geschichte des Universums löschen würde. Von hier beginnt ein Rennen gegen die Zeit und Politik auf Gallifrey. Denn auch dort war man nicht faul: Im geheimen hat der Lord Präsident auch eine Maschine gebaut, welche den Timelords eine Lösung präsentieren soll.

Auf ihrer Reise müssen der Doktor und seine Begleiterin nicht nur gegen Daleks bestehen, sondern auch dem Machtstreben und der Missgunst anderer Timelords Widerstand leisten und erfahren, wie weit der Lord Präsident in seiner Verzweiflung gegangen ist. Und der Doktor muss lernen, wie beklemmend es sein kann, wenn einem Zeitreisenden die Zeit ausgeht.

Fazit

Besonders berührt hat mich die Entstehung des Namens Cinder. Denn die Frau hieß nicht immer so. Auch die Entwicklung des Doktors war interessant zu beobachten und der Einblick in Gallifreys Führungsebene ist gut gelungen. Dank der Buchform ist dies nicht nur wie eine Folge zu schauen, es ist ein tiefer greifendes Erlebnis dank der stimmigen Einblicke in das innere der Figuren.

Für Fans der Serie, die auch dem Lesen nicht abgeneigt sind, ist Kriegsmaschinen ein klarer Pflichtkauf. Nicht nur werden der Doktor und Gallifrey besser beleuchtet, sondern es ist auch wirklich gut geschrieben. Ich werde ab sofort auf jeden Fall mehr vom Doktor lesen als sehen.

Doctor Who – Kriegsmaschinen

Price: EUR 12,80

5.0 von 5 Sternen (11 customer reviews)

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Jakob Rabenhorst

Jakob Rabenhorst

Er zockt, wie es ihm gefällt, und liest sich durch die Welt. Wenn er nicht gerade am PC daddelt oder einen Roman liest, denkt er daran und freut sich darauf.
Hauptthemen: Games, Bücher.

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