Imperial Settlers – Kampf der Kulturen


Bereits kurz nach seinem Erscheinen im Jahr 2014 wurde Imperial Settlers auf diversen Brettspielconventions hoch gelobt. Seit diesem Herbst ist es auch auf Deutsch erhältlich. Zeit, es uns mal genauer anzuschauen.

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Bild: Pegasus Spiele

Jedem, der sich ausgiebiger mit Brettspielen beschäftigt, dürfte der Name Ignacy Trzewiczek bekannt sein, und die meisten, die sich selbst als Brettspielkenner bezeichnen, blicken gespannt auf jedes neue Spiel, welches der Autor von Robinson Crusoe veröffentlicht. Nicht jedes seiner Spiele ist ein Hit, aber man sollte zumindest genauer hinschauen, was er so macht. Der Pegasus Spieleverlag hat uns das Spiel auf Deutsch beschert. Dafür sollten wir dankbar sein, denn die hauseigenen Übersetzungen von Portal Games lassen oft zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass Pegasus bei den Regeln meist eine exzellente Arbeit macht, was auch bei Imperial Settlers der Fall ist. Dadurch gelingt auch bei diesem etwas komplexeren Spiel ein guter Einstieg. Einiges an Spielregeln könnte euch auch bekannt vorkommen, denn die Mechanismen von Imperial Settlers fanden sich bereits fast genauso in Ignacy Trzewiczeks Spiel 51st State.

Karten, Karten, Karten…

IMGP3408Ihr spielt mit ein bis vier Spielern, und jeder von euch kontrolliert eine andere Kultur (Ägypter, Römer, Japaner und Barbaren). Man kann auch alleine gegen eine K.I. (Kartenintelligenz) spielen, aber auf die entsprechenden Regeln werde ich an dieser Stelle nicht eingehen. Über fünf Runden hinweg versucht ihr, die Beste der Kulturen aufzubauen (gemessen in Siegpunkten), indem ihr vor euch mit Karten diverse Orte baut.

Dazu stehen euch sowohl allgemeine als kultureigene Orte zur Verfügung. In jeder Runde bekommt ihr zunächst neue Karten, eine kultureigene und zwei allgemeine. Anschließend erhaltet ihr Ressourcen, die sich aus eurer Startauslage und bereits gespielter Ertragskarten ergeben.

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Danach dürft ihr jeweils abwechselnd eine Aktion ausführen. Aktionen können das Bauen oder Abreißen von Orten, das Aktivieren von Aktionsorten oder das Schließen von Handelsabkommen sein. Dazu müsst ihr die jeweiligen Kosten für den Bau oder die Aktion des Ortes bezahlen. Die Orte können Siegpunkte, Ressourcen, oder neue Karten generieren. Manche Orte können als Aktion aber auch einen Angriff auf die Auslage anderer Spieler ausführen und dort Orte abreißen. Ganz so friedlich wie es auf dem Cover des Spiels aussieht ist es also nicht. Als letzte Aktion passt ihr, und wenn alle Spieler gepasst haben, endet die Runde. Nach fünf Runden werden generierte und ausliegende Siegpunkte addiert und der Gewinner steht fest.

Wie Zahnräder einer gut geölten Maschine

Obwohl die Regeln von Imperial Settlers recht einfach und eingängig sind, ist das Spielerlebnis das eines sehr komplexen Spiels. Um in diesem Spiel Erfolg zu haben, müsst ihr eure Orte aufeinander abstimmen, um einen Fluss von Ressourcen und Siegpunkten zu erschaffen. Wenn ihr im richtigen Moment den passenden Ort eures Gegners abreißt, könnt ihr seine Siegpunktmaschine für ein oder zwei Runden lahmlegen und euch so einen Vorsprung verschaffen. Natürlich gilt das Gleiche auch anders herum und wenn möglich solltet ihr einen Reserveplan haben.

Imperial Settlers - Spielsituation

Bild: Pegasus Spiele

Dadurch dass jede Kultur ihr eigenes Kartendeck hat, spielen diese sich auch sehr unterschiedlich. Für die Japaner und Ägypter gibt es sogar ein paar Sonderregeln. So kann man entweder eine Kultur zu seinem Liebling erklären und sich die Strategien dieses Volkes erarbeiten, oder immer wieder mal wechseln, um zu erfahren, wie sich unterschiedliche Kulturen gegeneinander spielen.

 

Imperial Settlers ist ein großartiges Spiel. Gerade zwischen anspruchsvollen Familienspielen und den „Hardcorespielen“ mit „tausend“ Markern und/oder Miniaturen, klafft in Spielesammlungen oft eine Lücke, die selten von richtig guten Spielen gefüllt wird. Genau hier passt Imperial Settlers hervorragend. Die familienfreundliche Optik reduziert außerdem Ängste von Gelegenheitsspielern. Und wenn ihr in der ersten Partie nicht zu gemein seit, habt ihr mit Imperial Settlers ein Spiel mit hohem Suchtfaktor, auch für Wenigspieler. Von mir gibt es daher ein Pflichtkauf!

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

Imperial Settler

Autor: Ignacy Trzewiczek

Verlag: Pegasus Spiele

1-4 Spieler

Dauer: 45-90

 

Pegasus Spiele 51962G – Imperial Settlers, deutsche Ausgabe

Price: EUR 27,99

4.6 von 5 Sternen (54 customer reviews)

49 used & new available from EUR 19,95

Minuten

 

 

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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