Perry Rhodan – der Jahrmillionen-Feind


Ohne Vorahnung oder Wissen, was mich erwartet, habe ich die Spiele-App Perry Rhodan – Der Jahrmillionen-Feind heruntergeladen und mich auf das Abenteuer eingelassen.

Vorweg: Es handelt sich um ein interaktives Geschichten-Spiel. Ihr lest eine Geschichte und bekommt an verschiedenen Punkten, die Möglichkeit zu entscheiden, wie es weiter gehen darf. Also im Groben eine Art digitales Soloabenteuer aus dem Rollenspiel-Genre.

Aus heiterem Himmel erhalten wir eine Nachricht aus der Zukunft. Was hier wohl passiert?

Aus heiterem Himmel erhalten wir eine Nachricht aus der Zukunft. Was hier wohl passiert?

Dieses Spiel ist im Universum von Perry Rhodan angesiedelt. Allerdings greifen die Entwickler lediglich auf die Personen beziehungsweise Aliens zurück. Perry Rhodan selbst hat hier keinen Auftritt, denn es wird eine Unterhaltung zwischen einem Protagonisten und dem Spieler simuliert. Gleich nach dem Start des Spiels, kommen auch schon die ersten, kurzen Textnachrichten.

Aus einem unerfindlichen Grund erhielt ich Textnachrichten von dem Protagonisten Verlo. Schnell stellt sich heraus, dass Verlo nicht aus unserer Zeit stammt und irgendwie den Kontakt zu Perry Rhodan sucht. Nachdem ich dem aus der Zukunft stammenden Verlo erläutert habe, dass ich nicht Perry Rhodan bin und dieser vermutlich nicht in dieser Zeit und auf der Erde ist, erhielt ich die Möglichkeit, Verlo bei seinem Auftrag zu helfen…

Die sich dann entwickelte Geschichte ist kurzweilig und unterhaltsam. Ich helfe Verlo, die richtige Wahl zu treffen, immer wenn er sich nicht sicher ist. Dass es dabei auch zu Rückschlägen kam, war sicherlich unausweichlich. Die Meldungen von Verlo kommen in unterschiedlichen Intervallen. So habe ich mich beispielsweise dafür entschieden, dass der Protagonist sich zum Trainingsraum begeben soll, was von ihm damit kommentiert wird, dass er sich später melden wird, da es ein längerer Weg dorthin ist.

So habe ich mal einige Momente, in denen ich mit der Spiele App interagiere. Auf der anderen Seite warte ich dann, bis Verlo sein Ziel erreicht hat und sich wieder meldet; was mit einem entsprechenden Symbol im Handy dargestellt wird.

Sollte ich Entscheidungen getroffen haben, die zum Tod des Protagonisten führten, kommt eine Art Zeitschleife zum Greifen und das Spiel beginnt an einem vorherigen Punkt erneut und ich konnte von dort weiterspielen – natürlich mit dem Wissen, was zuvor geschehen ist und wie ich Geschehnisse positiv beeinflussen kann.

Das ist auch schon das Spielprinzip von Der Jahrmillionen-Feind. Die Dialoge sind durchaus unterhaltsam und haben hier und da ein verschmitztes Schmunzeln auf meine Lippen versetzt.

Wie soll ich jemand aus der Zukunft helfen können?

Die Tatsache, dass ich einer Person, die weit aus der Zukunft kommt, auf einem Raumschiff, welches ebenfalls aus der zukünftigen Zeit stammt, dabei helfen soll, sich zurecht zu finden und die richtige Entscheidung zu treffen, empfand ich seltsam. Dies riss mich dann doch zu sehr aus dem Kopfkino. Hier wäre ein Bezug zu unserer gegenwärtigen Zeit interessanter und würde das Spiel in meinen Augen aufwerten. So zum Beispiel, dass ich Verlo dabei helfe, die Funktionsweise eines Autos zu erklären, oder die vielleicht für ihn seltsamen Verhaltensregeln unserer Kultur nahelege.

Die technische Umsetztung ist minimalistisch gehalten, um den Fokus auf die Geschichte zu legen. Es gibt eine Geräuschuntermalung, die mich jedoch schnell störte, da diese sehr einseitig ist. Der grafische Teil ist auch nur durch ein an Science-Fiction angelehnten Rahmen und ein einziges Bild im Hintergrund. Wobei dieses Bild bei Geräten mit geringerem Speicher nicht dargestellt werden kann. Zu Anfang gab es die Schwierigkeit, dass der Rahmen teilweise den Text überdeckt. Doch nach einem Hinweis an den Anbieter, wurde schnell reagiert und ein Update zur Verfügung gestellt, welches das Problem gelöst hat.

Hier möchte ich erwähnen, dass mir die Reaktion des Anbieters sehr positiv aufgefallen ist.

Fazit

Die Idee, dass ich als Spieler mit einer imaginären Person über das Smartphone oder Tablet Nachrichten austausche, finde ich durchaus interessant. Als Rollenspieler kann ich hierbei schöne Geschichten in meinem Kopfkino erleben.

Allerdings ist die Spieldauer doch eher kurz und aufgrund der Wartezeiten zwischen einigen Passagen, auch eher etwas für Gelegenheitspieler. Eingefleischte Fans des Perry Rhodan Universums werden hier eine kurzweilige Unterhaltung erhalten. Für die anderen Spieler, welche interaktive Textspiele mögen, gebe ich dem Spiel ein unterhaltsam.

Die App kostet 2,99 € und ist für iOS bei iTunes sowie Android im Google Play Store erhältlich.

 

Thorsten Brunswieck

Rollenspieler seit dem 13. Lebensjahr. Sehr viele Systeme geleitet und zu 95 Prozent Spielleiter – und das mit Inbrunst. Dabei greift er auf vielerlei Medien zurück, um seinen Spielern das beste Erlebnis zu geben.
Hauptthemen: Pen&Paper

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