Spielen mit Bartschüttlern #0: Klarschiff zum Entern!


Einige von euch haben sicher schon Pen&Paper-Neueinsteiger oder unerfahrene Spieler als Spielleiter begleitet. Ich habe mich an eine etwas besser durchgemischte neue Runde mit Gamedesignern gewagt – und das Spielerlebnis unterscheidet sich durchaus.

In dieser losen Reihe nehmen wir euch mit zu den Spieleabenden von mir mit den Jungs und Mädels der Hamburger Spielentwickler Beardshaker Games. Die drei Gründer Anke (Artikelbild ganz links), Bene (Artikelbild ganz rechts) und Micha (Artikelbild zweiter von links) sind dabei auch in der Spielrunde der Kern. Die drei haben sich bei Daedalic kennengelernt, wo sie an glorreichen Titeln wie Derrick oder Deponia mitgearbeitet haben. Hinzu kommt Claudi (Artikelbild zweite von rechts), die vermutlich sporadisch bei den Runden sein wird sowie Freunde, weitere Mitarbeiter und Praktikanten von Beardshaker Games. Also vermutlich eine häufig wechselnde Gruppe, mit Anke, Bene und Micha als Kernteam.

Alle drei sind Spielentwickler mit Herzblut. Anke übernimmt dabei vor allem das Projektmanagement, Bene ist der Programmierer und Micha der Grafiker. Alle drei sind jedoch auch sehr versiert im Gamedesign (überraschenderweise), was für mich als Spielleiter eine neue Erfahrung war. Denn die Spieler sollten durch ihren Hintergrund wissen oder zumindest vermuten, wie ich das Spiel aufgebaut haben könnte. Wie sich das letztlich auswirkt, erfahrt ihr dann im Lauf der Spielabende.

Micha ist in der Runde derjenige mit der meisten Pen&Paper-Erfahrung. Anke und Bene sind quasi Neulinge. Interessanterweise zeigt sich das zum Teil auch im Spiel, allerdings schließt sich eine solche Lücke auch unfassbar schnell. Erfahrung ist im Rollenspiel also nach recht kurzer “Eingewöhnung” nicht mehr so wichtig.

Was spielen wir eigentlich?

Nun aber kurz zum System: Ich habe hierbei auf ein recht simples Prinzip mit einem W10 zurückgegriffen. Die Spieler haben Fähigkeitswerte von eins bis zehn, die zum Würfelwurf addiert werden. Im Kampf würfeln die Kontrahenten gegeneinander, die Differenz wird dem unterlegenen Kämpfer von den Lebenspunkten abgezogen. Hinzu kommen eventuelle Boni durch besondere Waffen, abgezogen werden Rüstungswerte. Mit zehn Lebenspunkten kann also so ein Kampf innerhalb einer Runde für einen der Kontrahenten tödlich enden.

Um eine schnellere Charaktererstellung zu ermöglichen, habe ich Fähigkeiten in Gruppen zusammengefasst, die sich immer weiter untergliedern. Wer also beispielsweise unbedingt einen Degen führen will, steigert zunächst den Kampf mit Waffen bis zu einem bestimmten Maximalwert (in diesem Fall 4), dann Fechten (bis 7) und erst dann den Degen. Damit kann jede Fechtwaffe ebenfalls gut geführt werden und jede andere Waffe zumindest noch passabel.

Bei Fähigkeiten abseits des Kampfes gibt es hier dann beispielsweise Kunst, die sich in Schreiben, bildende Kunst und Musizieren aufgliedert. Diese Unterkategorien gliedern sich sodann weiter auf in zum Beispiel Singen und verschiedene Musikinstrumente.

Arr!

Warum aber ist eine schnelle Charaktererstellung so wichtig? Das liegt am oben erwähnten möglichen sehr schnellen Tod und dem Setting, das diesen Tod geradezu herausfordert. Denn die Gruppe hat sich für das Leben auf einem Piratenschiff entschieden.

Hierfür habe ich eine Karte einer karibischen Inselgruppe angefertigt, womit wir in einer teils fiktiven Welt wären. Auf diesen Inseln sind die Nationen England, Frankreich, Holland und Spanien in einem andauernden Clinch um die besten Ressourcen. Mittendrin finden sich Händler, Schatzjäger, indigene Völker und natürlich Piraten. Für einen mystischen Touch habe ich noch Voodoo mit in das Setting aufgenommen.

Um selbst den Überblick zu behalten, habe ich außerdem für jede Insel kleine Listen erstellt, was dort produziert und was gebraucht wird. Neben der “Hauptquest” habe ich zahlreiche weitere kleine Aufgaben erstellt, auf die die Gruppe vielleicht zufällig stoßen wird. Den Schiffsverkehr zwischen den Inseln werde ich großteils spontan überdenken, wobei mir die oben genannten Listen hierbei schon eine gute Richtung vorgeben.

Das in aller Kürze. Die Geschichte, rund um die bartschüttelnde Piratencrew werdet ihr dann in den folgenden Monaten miterleben, jeweils aus Sicht der Spieler. Viel Spaß dabei. Ich bin sehr gespannt, was noch so alles passieren wird, bei den Spielern weiß man nie…

Artikelbild © Beardshaker Games & NonPlayableCharacters

Felix Mohring

Jahrelanger Pen&Paper-Spieler und -Leiter. War mal in der Gamesbranche tätig. Leitet als Chefredakteur NonPlayableCharacters inhaltlich.
Hauptthemen: Games, Pen&Paper

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