Beispielcharaktere: Femme fatale


Heute habe ich etwas ganz besonders für euch: Hatten wir bis jetzt Charaktere, die sich besonders durch ihre Fähigkeiten im Kampf auszeichneten, möchte ich hier ein Konzept vorstellen, welches sich mehr auf die gesellschaftlichen Aspekte konzentriert. Ausnahmsweise wird dieses Mal das Geschlecht gebunden sein, denn es soll um eine sogenannte Femme fatale gehen.

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Venus von Jean Auguste Dominique Ingres (1848)

Der Ausdruck Femme fatale ist sicherlich vielen bekannt. Dennoch möchte hier kurz darauf eingehen, was genau dieser Begriff eigentlich meint. Übersetzt würde das Ganze erst mal so viel bedeuten, wie eine verhängnisvolle Frau. Diese Frau ist besonders attraktiv und beherrscht die Kunst der Verführung wie keine Andere. Oft haftet diesen Frauen etwas Magisches oder sogar Dämonisches an. Sie wickeln jeden Mann um den Finger, versprechen Liebe und brechen seinen Willen, um ihn als Werkzeug zu nutzen.

Damit das Ganze etwas dichter wird, suchen wir uns erst mal ein paar Beispiele, an den wir uns orientieren können. In der Mythologie hätten wir Pandora, Venus oder in der Bibel sogar Eva. Auch in Literatur und Film ist es immer wieder ein beliebter Figurentypus. Die Countess aus American Horror Story 5, die von Lady Gaga gespielt wird, kann auch eine sehr gute Grundlage bieten. Das bekannteste Beispiel aus der Comicwelt wäre wohl Poison Ivy, dicht gefolgt von Catwoman.

Für eine Femme fatale bietet sich eine außergewöhnliche Rasse an, die als besonders schön und gefährlich gilt: eine Vampirlady oder eine Sukkubus. Blättert euch ein wenig durch entsprechendes Regelwerk und schaut, was sich so anbietet. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Kultur, die als besonders attraktiv gilt.

Bevor ihr euch nun daran macht, Punkte in Eigenschaften zu verteilen, entwerft euch ein äußerliches Konzept. Wie soll die Dame aussehen? Gibt es ein Ideal in der Welt, dann richtet euch danach. Überlegt euch, welche Kleidung ihr tragt. Keine Rüstung, hübsche Kleidung. Seit hier ruhig detailverliebt und überlegt euch was ihr alles dabei haben müsst: Parfüm, Schmuck etc. Dabei soll das Ganze nicht unnötig freizügig enden, sondern elegant mit dezenten Reizen. Denn eine Femme fatale verspricht zwar den sexuellen Kontakt, gewährt diesen jedoch fast nie.

Sobald ihr eure Femme fatale vor eurem inneren Auge habt, verteilt eure Punkte. Charisma und Intelligenz sind die Zauberworte. Ihr seid Meister der Manipulation, jedes Wort, jede Geste sitzen perfekt. Hier müsst ihr natürlich auf euer schauspielerisches Talent vertrauen – seid ihr eher schüchtern, solltet ihr das Konzept lieber nicht verfolgen, denn flirten und mit sexuellen Reizen spielen gehören einfach zu einer Femme fatale. Dabei bleibt ihr mysteriös. Gebt auch in eurer vertrauten Gruppe nur wenig über eure Figur Preis.

Mitspieler müssen um jede Information über euch kämpfen.

Eure Figur ist im übrigen skrupellos und schert sich wenig um Gesetze. Um eure Ziele zu erreichen, setzt ihr nicht nur eure Reize ein, sondern in erste Linie eure Klugheit. Ihr seid redegewandt und sehr gut gebildet. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Eure Figur ist nicht das kleine süße Ding von nebenan, sondern eine Frau, die sich nicht scheut, zu kratzen und zu beißen und notfalls über Leichen zu gehen.

Glücklicherweise lässt sich dieses Konzept mit mehreren Klassen/Professionen kombinieren. Ihr könnt eine Giftmischerin oder Diebin genauso gut wählen, wie eine Gauklerin oder einfache Adlige. Jedoch solltet ihr von Professionen, wie Ritter, Krieger oder ähnlichem Abstand nehmen, da die schwere Rüstung eher kontraproduktiv zum Rest stehen würde.

Das Spiel in der Gruppe kann mit so einer Figur sehr interessant sein: Ihr werdet zwar eure Mitglieder etwas auf Abstand halten müssen, damit sie nicht zu viel erfahren und das Mystische einfach verpufft, aber gerade eurer Talent, andere um den Finger zu wickeln, wird eure Gruppe irgendwann zu schätzen wissen. Denkt dabei, aber immer daran, dass ihr zwar verführt, aber nur selten wirklich mehr gebt als ein paar schmeichelnde Worte.

Wichtig ist jedoch, dass ihr euch in eurer Gruppe wohlfühlt, da die gespielte Rolle einer Femme fatale auch mal schnell falsch aufgefasst werden kann (also nicht für den ersten Gruppenabend geeignet). Einigen fällt es eben doch schwer, Person und gespielte Figur zu unterscheiden.

Eure Motivation lässt sich im Übrigen schnell anpassen. Euch reizt alles, was euch einen Vorteil bringt. Damit kann manchmal schon die Aussicht auf eine Rufverbesserung Ansporn genug zu sein, seine Finger auszustrecken und ein paar Fäden zu spinnen.

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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