Der Super”held”, auf den alle gewartet haben


Wenn eine Frau klitschnass mit einem kaputten Schuh nach Hause kommt und sich dennoch lächelnd ins Bett fallen lässt, dann hat der Mann etwas richtig gemacht. Und Deadpool hat so einiges richtig gemacht, doch lest selbst (keine Angst Spoiler werden vermieden).

Bitte nicht noch eine Filmenttäuschung

Am 10. Februar machte ich mich auf den Weg zur Vorpremiere von Deadpool. Mein erster Film, den ich mir im neuen Jahr im Kino ansah und ein Film, auf den ich mich freute und welchen ich gleichzeitig fürchtete. Ich saß also in dem Kinositz, knabberte an den Nachos und betete leise, dass der Film mich nicht enttäuschen würde. Das Marketing war gut. Ryan Reynolds hatte mir in The Voices bewiesen, dass er außergewöhnliche Rollen spielen kann, aber er hatte auch bewiesen (und das zweimal), dass Superheldenfilme wohl nicht so seins sind.

Trailer von Civil War und Batman vs. Superman ließen die Anspannung in mir steigen. Die letzten Comicverfilmungen hatten mich allesamt enttäuscht. Ich ließ meinen Blick durch den Saal wandern: größtenteils Männer. Einige scherzten und andere sahen genauso angespannt aus, wie ich mich fühlte.

Musik setzte ein, mein Blick wanderte zurück zur Leinwand und die Anspannung fiel. Bereits die ersten Sekunden zeigten, es war richtig, sich diesen Film im Kino anzuschauen. Die nächsten 109 Minuten waren einfach traumhaft. Meine Sorgen waren alle umsonst gewesen.

Die Story wendet sich endlich von den klassischen Superheldengeschichten ab. Kampfszenen sind mitreißend und angenehmen gewaltvoll – da es Deadpool ist, darf es beim nächsten Mal ruhig mehr sein. Die Witze zünden nicht nur bei Comicfans und endlich wurde ich mal dabei unterhalten, wie sich ein Superheld sein Kostüm aussucht.

Die Werbung hat nicht gelogen, man kann seinen Partner ruhig am Valentinstag oder zum ersten Date mit ins Kino schleifen. Denn es kommt tatsächlich eine Liebesgeschichte vor, die sehr süß konzipiert wurde. Vielleicht nimmt sie ein bisschen viel Platz ein, aber das mag daran liegen, dass ich kein großer Fan von allzu großen Liebespassagen in Filmen bin.

 

Das ganze Drumherum

In einigen Kritiken konnte ich bereits lesen, dass Deadpool zu viel Raum einnehmen würde und die anderen Charaktere dadurch zu blass wirkten. Dem kann ich nicht zustimmen. Besonders bei Deadpool erwarte ich, dass er den ganzen Raum einnimmt, sonst wäre es nicht Deadpool. Gut, ich habe die eine oder andere Figur (genau genommen nur eine) gar nicht mit der Comicvorlage in Verbindung gebracht, aber das lag daran, dass der Alias-Name fehlte.

Die Kameraführung war übrigens genial. Wir sehen immer genau das, was wir gerade sehen sollen (oder auch nicht, wenn es nach Deadpool geht). Kampfszenen sind zwar rasant, aber nicht unübersichtlich. Die musikalische Untermalung hätte nicht besser sein können und ich wüsste eigentlich nichts, was ich wirklich bemängeln könnte. Selbst die deutsche Synchronisation hat dem Film in keinster Weise geschadet.

Ich möchte sogar eigentlich loben, dass es endlich mal wieder ein Film geschafft hat, durch Trailer nicht zu viel zu verraten. Szenen kommen einem zwar bekannt vor, aber irgendwie sind sie dann doch ganz anders.

Als der Film zu Ende war, blieb ich brav, wie es sich für Marvel-Filme gehört auf meinem Platz sitzen und wartete, bis die Credits durchgelaufen waren. Und ganz ehrlich, es war das erste Mal, dass es sich wirklich gelohnt hat. Doch das werdet ihr dann selber sehen und hoffentlich müsst ihr dann nicht durch den Regen nach Hause gehen.

Fazit

Ich lese leidenschaftlich, sowohl Bücher als auch Comics. Als ich ein Kind war, freute ich mich immer, wenn eine Buch- oder Comicverfilmung angekündigt wurde. Mit den Jahren wurde daraus Augendrehen und schnelles Wegklicken. Doch dieses Mal bin ich wirklich glücklich aus dem Kinosaal gegangen. Es fühlte sich sogar ein wenig wie eine Verliebtheit an, die ich seit Teenagerzeiten nicht mehr verspürt habe. Sicher, das hier ist ein sehr subjektiver Eindruck (Seid froh, dass Taskmaster nicht vorkommt, sonst wäre es noch schlimmer), aber ich kann ohne schlechtes Gewissen jedem empfehlen sich Deadpool anzuschauen. Pflichtkauf … ähm Pflichtanschauen!

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

Deadpool [Blu-ray]

Price: EUR 7,97

4.2 von 5 Sternen (1549 customer reviews)

33 used & new available from EUR 7,40

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden

  • Albrax

    Ich muss gestehen ich fand die letzten Comic Verfilmungen gar nicht so schlecht. “Captain America: the Winter soldier” war einer der Filme die mich am meisten überrascht haben. Zugegeben langweiliger als der erste Teil konnte er nicht sein. “Ant Man” war auch nicht schlecht, obwohl mich gestört hat wer das Kostüm bekommt. Und “Avengers: Age of Ulron” war zwar nicht so gut wie der erste Teil hat aber auch für genügend Spaß im Kino gesorgt.
    Ok ich muss auch zugeben das alle nicht so Episch sind wie “Deadpool” jedoch war ich auf größere Enttäuschungen gefasst.
    “Deadpool” hat auf jeden Fall alle meine Erwartungen übertroffen.
    Viel mehr Angst habe ich jetzt vor “Captain America: Civil War”. Der Trailer sieht nicht im Ansatz nach dem aus was ich von Civil War erwarten würde.