Eine Expedition durch Afrika


Ägypten kurz nach der Eroberung durch das Römische Reich: Eine mysteriöse Barke mit einer Leiche aus einer unbekannten Kultur, welche mit viel Schmuck und Gold geschmückt ist, wird angespült. Der Zenturio Marcus Livius wird von seinem Herren beauftragt, die bis dahin unbekannte Zivilisation zu finden und sich derer Schätze zu bemächtigen.

Der Schreiber Marazano und der Zeichner Frusin eröffnen mit Die Expedition Der Löwe Nubiens eine fiktionale Reise durch eine historische Welt.

Die Geschichte beginnt in Ägypten zwölf Jahre nach der Eroberung durch das Römische Reich. Ein Mann bedient sich an den Feldern der Bauern und schlägt einen von ihnen zusammen. Es handelt sich offensichtlich um einen Deserteur der Römer. Eigentlich kein Grund für Aurelius Clemens, sich darum zu kümmern, doch ein Ring des Mannes verweist auf seinen alten Freund Caius Bracca.

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Ein Übungskampf mit Holzschwertern (© Panini)

Bei dem Mann handelt es sich um den Zenturio Marcus Livius, der zehn Jahre zuvor Theben in einem geheimen Auftrag verließ, um eine bis dahin unbekannte Zivilisation zu finden und sich an deren Schätzen zu bereichern. Auf den folgenden Seiten begleiten wir Marcus Livius durch seine Erzählung.

Mit einer kleinen Gruppe von Legionären macht sich Marcus auf den Weg, einer beschwerlichen Reise, deren Ziel weit in den Süden und damit ins Ungewisse führt. Schnell dezimiert sich die Gruppe durch Angriffe von wilden Tieren, Naturgewalten und verseuchtes Wasser.

Dabei fällt es gar nicht auf, dass die anderen Charaktere neben Marcus doch eher blass und austauschbar wirken. Man erfährt nur wenig über seine Begleiter. Der eine ist Grieche, der andere recht alt und der andere recht jung. Auseinanderhalten fällt da doch manchmal etwas schwer. Vielleicht ändert sich das aber noch in den folgenden Bänden.

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Feigheit und Verrat wird mit dem Leben bezahlt (© Panini)

Zeichnerisch ist der Comic sehr schön gemacht. Besonders die ägyptischen Tempel und Gebäude am Anfang sind sehr detailliert und ansehnlich gestaltet.

Schattenspiele auf den Körpern verfeinern nicht nur die Zeichnungen, sondern verdeutlichen die starke Sonne in Afrika. Besonders gut kommen die Schatten in den Kampfszenen zur Geltung, denn auch bei schnellen Handlungen wurde auf einen sauberen und detailgetreuen Stil geachtet.

Und soweit mein Laienauge das beurteilen kann, sind die Rüstungen historisch korrekt dargestellt. Ansonsten sollte man nicht all zu sehr auf die historischen Gegebenheiten achten. Ja, die Römer haben die Ägypter besiegt und deren Land erobert, aber irgendwo da hört es schon mit den geschichtlichen Begebenheiten auf.

Positiv aufgefallen ist mir der derbe Umgang zwischen den Gruppenmitgliedern: Es wird kein freundschaftliches Verhältnis suggeriert, sondern die Männer arbeiten nur zusammen, um Ruhm und Reichtum zu ergattern. Dabei kommt es immer wieder zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen, die mal mehr oder weniger verletzend ausfallen.

 

Fazit

Obwohl der Comic nur eine Figur wirklich charakterisiert und mir damit keinen Sympathieträger liefern konnte und die Story eigentlich doch recht simpel ist, gefällt er mir irgendwie. Er hat mich mit seinen Bildern und Dialogen (auch wenn einige Angebereien sehr nervig waren) gut unterhalten. Kein Werk, welches in jede Sammlung muss, aber auf jeden Fall recht unterhaltsam.

 

Was beideutet diese Wertung? Lest es hier.

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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