Heinzcon 2016 – absolut nicht neutraler Conbericht eines Eulenbändigers


Die Heinzcon, Hausmesse des Uhrwerkverlags und Grund genug für viele Rollenspielfans an die Nordsee nach Norddeich zu pilgern. Vom 4. bis 6. März war es wieder so weit.

Hui, ich darf einen Conbericht über eine Veranstaltung schreiben, die ich initiiert, mit der ich aber nichts mehr zu tun habe – vielleicht sind da ein paar erklärende Worte über den Autor dieser Zeilen angebracht:

Mein Name ist Nico Mendrek und ich habe vor vielen Jahren eine Web-TV-Format namens Orkenspalter TV (aufbauend auf dem Orkenspalter-Forum von Thomas Stolz) gegründet, der Moderatorin Mháire Stritter eine Plüscheule namens Heinz Featherly als Co-Host und Comic Relief zur Seite gestellt – und irgendwann 2012 für die Community dieser Seite die erste Heinzcon in der Nähe von Limburg organisiert. Damals kamen ca. 50 Gäste, der Uhrwerk-Verlag war Mitveranstalter und gab dort Dinge wie den Launch von Splittermond bekannt.

2014 änderte sich das alles: Patric vom Uhrwerk-Verlag verlegte die Con an die Nordsee, nach Norden-Norddeich und Mháire und ich nahmen uns aus der Orga heraus. Der Name blieb und ebenso unsere Plüscheule als Maskottchen. Und damit wären wir bei der Heinzcon 2016.

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Die Contüte hat sich gelohnt und es wird gleich fleißig geblättert.

Es ist tatsächlich etwas befremdlich, eine Con zu besuchen, die das eigene Plüschtier nicht nur in einem schick gezeichneten Banner führt, sondern damit auch die Contasse verziert, Miniaturen davon anbietet sowie natürlich eine Armee von Klonen, die am Uhrwerk-Stand zu kaufen sind. Dazu kam 2016 neu der Heinzburger, den es im Imbiss der Location als Special gab. Bis auf den Namen fehlte da aber doch ein wenig der Bezug.

Die Heinzcon ist seit den Anfangstagen deutlich gewachsen: Über 150 Übernachtungsgäste sind anwesend, dazu jede Menge Tagesgäste. Auf dieser Veranstaltung läuft das so: Ab 95 Euro gibt’s ein Rundum-Sorglos-Paket mit Übernachtungen, Frühstück, Kaffee-Flatrate im Conbecher und dicker Contüte.

So lässt sich Con mit Urlaub verbinden.

In dieser sind dann „Kleinigkeiten“ wie das Grundregelwerk zu Der Eine Ring, Engel-Bücher, Contact-CDs und vieles mehr zu finden, so dass sich der Conpreis auf jeden Fall rechtfertigt. Die Location selbst ist natürlich einfach nur am A**** der Welt – das ist aber immerhin fair: Norden-Norddeich ist für jeden so ziemlich gleich weit weg und einige der Anwesenden haben die Con schlicht mit ihrem Nordsee-Urlaub verbunden. Die Con findet im Haus des Gastes in N-N statt, auf der Nordwest-Seite des Deiches und damit direkt am Meer, was für eine großartige Atmosphäre sorgt.

Größentechnisch ist die Heinzcon inzwischen genau richtig: Es ist genug los, damit die Sache nicht mehr irgendwie traurig wirkt – aber nicht zu viel, um vom stimmigen Rollenspiel abzulenken oder die familiäre Stimmung kaputt zu machen. Und so sieht man auch auf jeder Heinzcon die gleichen vertrauten Gesichter, aber so dürfte es ja bei jeder Convention sein.

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Überraschung: Eine Spielrunde auf einer Con.

Neben den vielen, vielen Spielrunden (vor allem Splittermond) ist die Heinzcon als Hauscon des Uhrwerk-Verlags vor allem für dessen Workshops wichtig. Hier werden die aktuellen Pläne für Splittermond, Myranor, Space 1889 oder Tharun bekannt gegeben. Im Idealfall erscheinen hier auch die wichtigsten Neuerscheinungen des Quartals. Aktuell: Der Feenwelt-Band für Splittermond, der das Setting endlich auch für Leute wie mich spannend macht, die eher auf abgefahrene High-Fantasy stehen.

Was Uhrwerk-DSA (also die Nebenschauplätze Myranor und Tharun) belangt, ging es in den Workshops vor allem um DSA5: Für Myranor wird ein eigenes DSA5-Regelwerk erscheinen, so hieß es zumindest auf der Con. Bis dahin sind alle Myranor- und Tharun-Bücher erst einmal regelfrei gehalten. Das betrifft aber nur wenige Hintergrundbände. ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

Eine große Ankündigung gab’s auch noch: Oliver Hoffmann gab in einem Workshop zu Engel bekannt, dass das Kult-Rollenspiel bald neu beim Uhrwerk-Verlag mit Fate-Regeln aufgelegt werden soll.

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Männer reden über Rollenspielzeug, und Mháire mitten drin.

Oh, und was habe ich eigentlich auf der Con gemacht? Vor allem natürlich Dinge für unseren Kanal gefilmt, aber auch ein paar Workshops gehalten beziehungsweise organisiert. Mháire und ich zeigten den Anwesenden einige erste kurze Schnipsel aus unserem über Kickstarter finanzierten Film zu Space 1889. Danach wurde eine Let’s Play-Runde für Deponia – Das Rollenspiel aufgebaut und vor Publikum aufgezeichnet. Die dauerte am Samstag bis Mitternacht und am Sonntag früh ging es direkt weiter mit einer Talkrunde mit den Veteranen unter den Ehrengästen der Con: Thomas Römer, Oliver Hoffmann und Tobias Hamelmann erzählten in „Wetten DSA?“ wo sie ihre Prioritäten beim Spielleiten setzen.

Und danach war die Con für uns auch schon vorbei. Der Plan, zwischen den Workshops einen absichtlich schlechten Found Footage Film zu drehen (wie im Vorjahr mit The Owling geschehen) ließ sich aus Zeitmangel dann doch nicht umsetzen.Vielleicht ja 2017, wenn sich genug Freiwillige finden.  

Das sind vor allem Mhairé Stritter und Nicolas Mendrek. Seit Jahren in der Rollenspielszene mit ihrem Web TV-Format unterwegs.
Hauptthemen: LARP, Pen&Paper

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