Ungewöhnliche Helden


Wir kennen sie vielfach als die Schergen des Bösen, doch eignen sich Orks auch als Protagonisten eines Werkes? Der Autor Michael Peinkofer und der Zeichner Peter Snejbjerg wagen den Versuch: Sie schicken einfach zwei nicht ganz so heldenhafte Orks durch Erdwelt. Ob das gut geht? Lest selbst und findet es heraus!

Michael Peinkofer veröffentlichte bereits 2006 mit Die Rückkehr der Orks den Auftakt seiner aktuell vier Bände umfassenden Reihe beim Piper Verlag. Die Abenteuer seiner beiden Protagonisten, die orkischen Gebrüder Balbok und Rammar, sind jetzt – 10 Jahre nach ihrem Debüt – auch in der grafischen Literatur zu erleben. Zusammen mit dem Zeichner Peter Snejbjerg erweckt Michael Peinkofer seine ungewöhnlichen Helden in der Ork Saga zu neuem Leben. Aktuell plant Cross Cult vier Bände, die jährlich erscheinen sollen.

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Sei ein braver Ork und halte die Klappe.

Die ungleichen Brüder werden zu Beginn ihres Abenteuers mit einer scheinbar simplen Aufgabe betraut: Gnome zählen.
Doch schon nach wenigen Seiten befinden wir uns in einer Schlacht, die zwangsweise zur Suche nach einem Kopf führt. Im Zuge ihrer Nachforschungen verschlägt es Balbok und Rammar unweigerlich zu dem unheimlichen Zauberer Rurak. Jener schlägt ihnen wiederum ein Handel vor und schickt die zwei Grünhäute gen Norden zu den Elfen.

Es ist amüsant mitanzusehen, wie das unfreiwillige Unterfangen der beiden immer länger wird. Insbesondere, da Rammar eigentlich ein kleiner Feigling ist und vorzugsweise jedem Konflikt aus dem Weg gehen möchte. Balbok scheut hingegen keine Auseinandersetzung, zeichnet sich jedoch durch eine gewisse Naivität aus, die dem Duo immer wieder aufs Neue Ärger beschert.

Rammar und Balbok unterscheiden sich nicht nur charakterlich, sondern auch optisch voneinander. Rammar hat einen untersetzten Körperbau und sein nackter Bauch lugt leicht unter der Rüstung hervor. Balbok ist hingegen hochgewachsen und derart schlaksig, dass es mir ein Rätsel ist, wie er eine so riesige Streitaxt führen kann. Beide haben aber für Orks eher weiche Gesichtszüge, die mittels überzeugender Mimik hervorragend in Szene gesetzt werden.

Besonders gut hat mir dabei Peter Snejbjerg zeichnerische Umsetzung des Zauberers Rurak gefallen. Sein totenschädelähnlicher Kopf mit den stierenden Augen in den tiefen Höhlen und das breite Grinsen lassen keinen Zweifel über, dass es sich hier um eine zwielichtige Gestalt handelt.

Außerdem können wir auf den ersten und letzten Seiten der Erzählung bereits einen kurzen Blick auf die Elfen werfen. Die Hohepriesterin entspricht mit ihrer grazilen Statur und dem langen offenen Haar den gängigen Vorstellungen einer anmutig schönen Elfin. Ihr Charakter scheint jedoch nicht ganz so stereotypisch zu sein wie ihr Äußeres zunächst vermuten lässt.

Neben gut gezeichneten Figuren bietet der Comic ein sehr beeindruckendes Spiel aus Licht und Schatten, welches besonders in nächtlichen Szenen gut zur Geltung kommt.

Fazit

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Die Hohepriesterin der Elfen

Früher habe ich häufiger Fantasyromane gelesen, jedoch reizten mich die scheinbar recht festgefahrenen Settings immer weniger: Viel zu oft stolperte ein junger Akteur mit einer besonderen Gabe durch die Seiten, um an sich selber zu wachsen. Zwar sind mir seither Michael Peinkofers Werke entgangen, aber um so mehr erfreue ich mich nun am ersten Comic der Ork Saga. Wenngleich die Protagonisten im ersten Moment noch den typischen Wesenszügen ihrer grünhäutigen Artgenossen zu unterliegen scheinen, überraschen sie alsbald durch mehr Individualität. Auf diese Weise können wir die beiden Brüder eben durch ein nicht ganz so typisches Fantasyabenteuer begleiten.

Insgesamt erscheint mir die Geschichte sehr vielversprechend. Ich bin gespannt, wie Balboks und Rammars Reise durch Erdwelt weitergehen wird. Der Comic ist für jeden empfehlenswert, der humorvolle Fantasy mag.

 

Wer bereits jetzt schon einen Blick in den Comic werfen möchte, Cross Cult hat einen ziemlich coolen Trailer online gestellt.

 

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Ork -Saga 1: Zwei Brüder
Autor: Michael Peinkofer, Jan Bratenstein
Zeichner: Peter Snejbjerg
Verlag: Cross Cult
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
 

 

Ork-Saga 1: Zwei Brüder

Price: EUR 14,95

4.2 von 5 Sternen (6 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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