Beispielcharaktere: Der Concierge des Verbrechens


Titel und Porträt dieses Charakters sind stark durch die Serie Blacklist inspiriert und beziehen sich auf Raymond Reddington. Red ist ein klassischer Meister-Krimineller im Stile Moriartys, aber ohne eigene Agenda. Anders als Moriarty verfolgt der Concierge des Verbrechens keine eigenen Ziele, sondern ist… naja… Dienstleister. OK, vielleicht ähnelt er doch recht stark jenem Moriarty aus Sherlock – ein “Consulting Criminal”, wie Sherlock es so schön ausformuliert.

In Rollenspielen hat ein ähnliches Konzept schon lange Tradition. Ich kenne es eher als “Face”, Shadowrun nennt es auch “Chamäleon”. Ein Charakter, der sich durch zwei Dinge auszeichnet: Wen er kennt und wie gut er sich in verschiedene Situationen einbringen kann. Hinzu kommt die Fähigkeit, sein gegenüber gut einschätzen zu können. Und zu wissen, was der/die Andere will und wie er/sie zu kaufen sind.

…sonst hol ich meine Brüda!

Vitamin B ist alles. Für den Concierge ist es nicht so wichtig, was er selbst kann, sondern wen er kennt. Er ist der Ultimative Broker für alles, was das Herz begehrt: “Waffen? Kein Thema, ich kenn’ da wen beim Militär. Drogen? Ein Arzt schuldet mir ‘nen Gefallen.” Der Concierge zielt weniger auf Geld ab, auch wenn er es nie ablehnt, sondern viel mehr auf Gefälligkeiten. “Wer mir einen Gefallen schuldet, der kann mir später nochmal nützlich sein. Wer mich bezahlt hat, dem bin ich egal.” Aber genauso wichtig ist es andersrum: “Wem ich etwas schuldig bin, der schadet mir nicht. Für den bin ich ja noch nützlich.” Die Konsequenz daraus ist natürlich, dass ich niemanden verraten darf. Für den Concierge ist sein Wort genauso bindend wie für den ehrenhaftesten Ritter. 

Natürlich bin ich eingeladen!

Der Concierge bewegt sich in und zwischen allen sozialen Schichten und Gesellschaften. Er kennt keine politische oder religiöse Verpflichtungen. Zumindest keine, die er mit jemandem teilt. Er vermittelt zwischen dem reichen Schnösel und dem Gossenschläger, zwischen dem Oligarchen und dem religiösen Fanatiker. Er muss mit allen reden können und mit allen auf gutem Fuße sein. In vielen Situationen muss er sich behaupten und wie selbstverständlich seinen Platz einfordern.

Verrat’ mir, was du wirklich willst…

Besonders hilfreich ist es, erkennen zu können, was dein Gegenüber wirklich möchte, und vielleicht noch wichtiger, was sein Preis ist. Hier braucht es Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl – und im P&P die entsprechenden Werte dazu. Im Spiel ist es jedoch manchmal sehr schwer, versteckte Motive zu erkennen. Aber nur wenn man versteckte Wünsche und Motive erkennen kann, kann man wirklich vorankommen. Denkt an Varys aus Game of Thrones: Er hilft Leuten lieber als sie zu bestrafen. Zuckerbrot ist häufig besser als die Peitsche. Zu erkennen, was dein Gegenüber will oder braucht, ist enorm wichtig.

Will ich denn gar nichts für mich selbst?

Doch. Aber erst, wenn alle Spielsteine in Position sind. Und selbst dann möchte der Concierge eigentlich nicht, dass alle Welt weiß, was sein eigentliches Ziel war. Um seine Ziele zu erreichen, sammelt er Kontakte und Gefälligkeiten, organisiert Situationen, welche für seine Klienten gut und für seine Gegenspieler schlecht sind. Er führt seine Kämpfe nicht selber, sondern lässt für sich kämpfen. Aber wenn der Gegner dann geschlagen ist, dann tritt er auf, damit jener weiß, wer ihn besiegt hat. Wo wäre denn auch der Spaß, wenn man seinen Sieg dem Gegner nicht unter die Nase reiben kann.

Andere Beispielcharaktere

Skywalker im Mittelalter
Der Dandy Highwayman
Ein Allrounder für D&D 5
Erbarmungsloser Kopfgeldjäger
Victor von Doom
Mit einem Schlag ist alles vorbei
Kampfkunstmeister
Der Wolf im Schafspelz
Femme fatale
Kampfmagier
Assassine
Der inkompetente Magus
Indiana Jones

Die Kriegerprinzessin

Geheimnisvoller Waldläufer

Gerrit Buse

Gerrit Buse

Anglist, Informatiker, Vollzeit-Nerd und Teilzeit-Otaku. Braucht dringend Lagerraum für Miniaturen und Kostüme.
Hauptthemen: Comics, Larp und Bücher

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden