Beispielcharaktere: Jägerin des eigenen Volkes


Heute ganz ohne bewusstes mediales Vorbild möchte ich einen Beispielcharakter vorstellen, dessen Motivation mehr im Vordergrund steht als seine Fähigkeiten. Jemanden, der sich von seinem bisherigen Leben abgewandt hat und nun Jagd auf das macht, was er einst war.

Aller Anfang ist schwer

Sicherlich gibt es dieses Model auch in Filmen und Literatur. Meine Gedanken ruhten hierbei jedoch bei einer meiner eigenen Figuren, die ich in der Schule für den Deutschunterricht entwarf. Ihr Name war Leila. Doch wer ist Leila?

Sie ist eine paktierende Hexe, die bereits seit Jahrhunderten lebt und ihren Dämonenvertrag nutzt, um Jagd auf andere Hexen zu machen.

Einerseits will sie sich damit von ihrer eigenen Schuld reinigen, andererseits will sie andere Menschen vor den bösen Mächten schützen.

Um das Konzept zu beginnen, bedarf es einer Klasse oder Rasse, die in der Welt umstritten ist: Hexen, Dämonenbeschwörer, Nekromanten, Vampire etc.

Auch ein Assassine, der andere Auftragsmörder tötet, wäre denkbar. Die Punktevergabe ändert sich je nach Klasse und Möglichkeiten. Wählt ihr ein magisches Wesen, denkt gleichzeitig daran, dass ihr ein Jäger seid.

Schusswaffen, Fallenbauen und ein gewisses Geschick im Nahkampf sind unabdingbar. Charismatische Fähigkeiten sind nicht wirklich notwendig. Das Wissen eures Charakters sollte sich so weit erstrecken, dass es die Jagd erleichtert. Alles darüber hinaus ist erst einmal irrelevant.

Dadurch, dass der Charakter am Anfang eventuell zwei Bereiche abdecken muss (magisch und körperlich), wird er zu Beginn schwächer ausfallen als seine Begleiter. Stört euch nicht daran, die Zahlen auf eurem Zettel sind nicht alles.

Rüstet euch für die Jagd

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Obwohl ihr magisch begabt seid, setzt ihr lieber auf Schusswaffen.

Bei der Ausrüstung würde ich mich einer leichten Tracht zuwenden, die viel Bewegung ermöglicht. Ein Lederwams und Hosen oder im modernen Setting eine schusssichere Weste. Vielleicht noch ein Tuch oder Hut, um das Gesicht ein wenig zu verbergen. Mit einer fraglichen Vergangenheit könnte es immerhin gut sein, dass euer Antlitz gar nicht so unbekannt ist.

Waffentechnisch sollte wie gesagt eine Schusswaffe dabei sein. Eine Armbrust, Pistolen oder ein Scharfschützengewehr. Für den Nahkampf sollte eine leichtere Waffe genügen. Ich persönlich finde immer Macheten oder Rabenschnäbel sehr ansprechend. Bedenkt immer, wie eure Gegner getötet werden müssen. Muss eventuell der Kopf abgeschlagen werden, habt etwas dafür dabei. Müsst ihr das Herz durchstechen, habt etwas dafür dabei. Müsst ihr sie verbrennen … na ihr wisst schon. Ansonsten könnte das Ende der Jagd unliebsam enden.

Sollte es eine Waffe oder ein Mittel geben, das besonders effektiv gegen euer bevorzugtes Jagdopfer ist, gehört dies natürlich auch in den Rucksack. Materialen für Fallen sollten ebenfalls genügend vorhanden sein. Wenn möglich wollt ihr das Ganze eventuell noch mit einem Jagdgefährten, wie zum Beispiel einem Hund oder Falken (zum Spähen) erweitern.

Woher der Sinneswandel?

Das Entscheidendste des Charakters ist eure Motivation. Was ist der Grund, warum ihr euch gegen das wendet, was ihr selber seid? Hatte jemand darunter zu leiden, der euch sehr nahe stand? Hat eure eigene Tat euch so sehr erschüttert, dass ihr etwas ändern wollt? Vielleicht ist es aber auch eine Familientradition, die ihr weiterführt oder ihr wurdet von eurer eigenen Art verstoßen.

Solltet ihr zum Beispiel einen Nekromanten spielen, werdet ihr auch weiterhin eure Kräfte nutzen, solange sie dazu dienen, andere Nekromanten zur Strecke zu bringen. Es liegt eine gewisse Doppelmoral in euren Handlungen. Ihr denkt, ihr könnt mit euren Fähigkeiten Gutes bewirken und habt sie unter Kontrolle, alle anderen jedoch nicht! Dies kann sogar soweit führen, dass ihr weder die guten Taten anderer eurer Art wahrnehmt, noch eure eigenen bösen Taten.

Inspiration können euch zum Beispiel der Vampir Mikael aus Vampire Diaries, Blade oder auch in etwas abgewandelter Form Alicia Claus aus Bullet Witch bieten.

Im Übrigen verlangt dieses Konzept keinen ernsten Charakter, der seine Vergangenheit durchgehend bereut. Euer „Jäger“ kann ironisch oder sarkastisch auftreten, aber auch sehr freundlich und fürsorglich sein. Ob ihr bei der Jagd hoch konzentriert seid oder einen Spruch nach dem nächsten raushaut, liegt ganz bei euch.

Gruppentechnisch sollte sich kein Problem ergeben, solange nicht unbedingt Jagdziel Nummer 1 mit dabei ist. Welche weiteren moralischen Ansprüche ihr habt, liegt ganz an eurer Hintergrundgeschichte. Habt ihr euch nach eurem Wandel vielleicht dazu entschieden, euch der Kirche zuzuwenden? Büßt ihr dadurch, dass ihr jedem helft, oder reicht euch eure Jagd?

Wie die Gruppe euch aufnimmt hängt eigentlich von zwei Faktoren ab: Wie erkenntlich ist eure Vergangenheit und haben eure Kameraden überhaupt ein Problem damit?

Andere Beispielcharaktere

 

Artikelbild © annemaria 48 (The Ghost Spirits Calling)

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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