Boss Monster: Baue deinen Dungeon!


Das Kartenspiel Boss Monster, erschienen bei Pegasus Spiele, entführt euch in die Welt düsterer Dungeons und mächtiger Ungeheuer. Allerdings übernehmt ihrr hier nicht wie üblich die ruhmvolle Rolle der Helden, sondern die des fiesen Dungeon Lords. Erster Hingucker ist dabei eindeutig die Spielverpackung, die an alte Konsolenspiele erinnert und in vergangenen Zeiten schwelgen lässt. Nun stellt sich aber die alles entscheidende Frage: Versteckt sich hinter der schicken Aufmachung auch ein gutes Spiel oder täuscht der erste Eindruck? 

Origineller Retro-Look

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Spielpackung im schicken Retro-Design

Das 2013 bereits auf dem englischsprachigen Markt erschienene Spiel bezaubert zunächst ganz klar durch seine optische Gestaltung. Alle Bilder sind in schöner Pixel-Grafik gestaltet, die stark an PC- und Konsolenspiele der 80er Jahre (oder neuere Games im Retro-Look) erinnern. Jeder Karte ist sehr liebevoll und mit einem gewissen Witz gestaltet.

Außerdem bemerken die Kenner unter euch sofort die viele Andeutungen auf jene Videospiele vergangener Tage. Ich konnte mich persönlich beim erstmaligen Stöbern in der Spielebox an den Karten gar nicht satt sehen. Auch die Fluff-Texte, die für die Spielmechanik keinerlei Bedeutung haben, sind nicht nur recht passend gewählt, sondern auch derart lustig, dass sie schon für so manchen Lacher am Tisch gesorgt haben.

Bezüglich der optischen Ausgestaltung gibt es also überhaupt nichts zu meckern. Die vielen Grafikdesigner haben hier wirklich fantastische Arbeit geleistet.

Verteidigt euer Verließ!

Wie eingangs erwähnt verkörpert jeder Spieler einen Dungeon Lord bzw. ein Boss Monster. Euer nicht ganz so edles Ziel ist es, eine gewisse Anzahl ruhmlüsternder  Helden in euer Dungeon zu locken und zu besiegen. Zeitgleich müsst ihr aber auch darauf achten, dass die Eindringlinge euer Heim nicht allzu einfach bis zum Endgegner durchlaufen können, um diesem Schaden zufügen. Erhält euer finales Monster  insgesamt fünf Schadenspunkte, werdet ihr besiegt und fristet euer Dasein bis zum Ende des Spiels auf der Ersatzbank.

Jeder der zwei bis vier Spieler baut seinen eigenen Dungeon. Jede Runde dürft ihr dabei euer trautes Heim um einen Raum erweitern, bis ihr eine komfortable Größe von fünf Räumen erreicht habt. Im Anschluss werden die Helden auf die einzelnen Dungeons losgelassen. In den einzelnen Räumen erleiden jene Helden zumeist Schaden oder werden mit anderen Effekten belegt.

Zusätzlich könnt ihr noch Zauberspruchkarten benutzen. Mit diesen könnt ihr sowohl euren eigenen Dungeon beschützen als auch anderen Spielern Schaden zufügen. Dies offeriert euch nicht nur eine der wenigen Möglichkeiten, mit euren Gegnern zu interagieren, sondern kann erfahrungsgemäß auch zu gewissen Frustmomenten führen, wenn euch ein generischer Zauber im falschen Moment erwischt.

Auf der Suche nach dem Spielspaß

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Die vier Kartentypen: Räume, Boss Monster, Zauber und Helden.

Beim erstmaligen Lesen der Spielbeschreibung musste ich leider schon feststellen, dass mir die dem Spiel zugrunde liegenden Mechaniken nicht sonderlich zusagen, zumal ich sie als wenig innovativ empfinde. Zu Beginn des Spiels ist der Dungeon nämlich noch viel zu schlecht ausgestattet. Somit wird natürlich alles daran gesetzt, das Eindringen von Helden in den Dungeon zu vermeiden. Das Spiel kommt also sehr zäh in Gang. Meist verliere ich schon nach den ersten Minuten die Lust auf das aktuelle Match.

Was mich allerdings fast noch mehr stört, ist der oftmals nicht gerade kurze Text auf den Karten. Als Neueinsteiger musste ich daher erst einmal alle Karten lesen und versuchen diese zu verstehen, was den Einstieg nochmals verlängerte. Sicherlich wird es flüssiger, wenn die Karten nach einigen Partien besser bekannt sind. Ich befürchte allerdings, dass mich vor diesem Punkt schon die gesamte Lust auf das Spiel verlassen wird. Ich bin aber auch allgemein kein Fan von vielen Texten in Spielen und ziehe eine eindeutige Bildsprache mit einprägsamen Piktogrammen immer vor. Andere Spieler haben damit vermutlich nicht so ein Problem wie ich.

Fazit

Grafik Hui, Spiel Pfui? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Boss Monster ist mir einfach zu beliebig und bietet keinerlei wirklich interessante Aspekte, funktioniert aber und ist auch nicht unspielbar. Ich bin mir sicher, dass das Spiel trotzdem seine Anhänger finden wird und somit Geschmackssache ist. Meinen trifft es trotz der überragenden Grafik leider nicht.

Auf Englisch gibt es bereits eine erste Erweiterung. Ob diese es auch ihren Weg nach Deutschland finden wird, ist noch nicht bekannt.

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Boss Monster: Baue deinen Dungeon

Autor: Johnny O’Neal, Chris O’Neal

Verlag: Pegasus Spiele

2-4 Spieler

30-60 Minuten

Pegasus Spiele 17560G – Boss Monster

Price: EUR 13,95

4.1 von 5 Sternen (9 customer reviews)

77 used & new available from EUR 10,60

 

Jan Kempf

Ist Anhänger des analogen Spielens zu Tisch. Ein wahrer Wettkampf findet für ihn immer noch im Angesicht seiner Gegner statt.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele

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