Puzzle Strike – Das Deck-Hau-Spiel


Ein Deckbauspiel gemischt mit Casual- und Kampf-Videospielen? Welcher Teufel den Designer da wohl geritten hat? Gibt Puzzle Strike mehr her als ein interessantes Themen-Mash-Up?

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Bild: Pegasus Spiele

Die erste Puzzle Strike Edition brachte Designer David Sirlin bereits 2010 im Eigenverlag Sirling Games auf den Markt. In den beiden darauf folgenden Jahren gab es bereits eine zweite und sogar eine dritte Edition (erschienen 2012).

Dank des Pegasus Spieleverlages finden wir es seit einigen Monaten auch auf deutsch in den Spieleläden unseres Vertrauens.

 

 

 

Es mal so richtig krachen lassen

Charakter Chips

Charakterchips sind in bunten Bonbonfarben gehalten.

Das Grundprinzip dürfte euch bekannt vorkommen, wenn ihr schon mal ein Deckbauspiel (wie Dominion) gespielt habt. Nur benutzt ihr diesmal Chips statt Karten. Diese mischt ihr, indem ihr sie in einen der mitgelieferten Stoffbeutel gebt. Manche nennen solche Spiele daher auch Bagbuilder.

Statt dem Genre üblichen Sammeln von Siegpunkten müsst ihr hier die sogenannte Juwelenauslage eurer Mitspieler füllen. (Ich fühlte mich an den Mehrspielermodus von Tetris erinnert.) Jede Runde wächst diese Auslage weiter, und im Laufe des Spieles auch immer schneller. Ihr müsst mit Hilfe eurer Chips die eigene Auslage reduzieren und die eurer Gegner füllen. Hierfür gibt es Chips, die beispielsweise mehrere Juwelen zu einem einzigen verbinden, und wieder andere, die diese dann zu euren Mitspielern schicken. Dies heißt im Spiel „crashen“.

Zu Beginn habt ihr nur eine kleine Auswahl an Chips. Darunter zählen auch drei Charakterchips, die nur ihr besitzt. Im Laufe des Spiels könnt ihr dann immer mehr und immer mächtigere Chips kaufen, um sie in euren Beutel zu mischen. Mit etwas Glück gelingen euch sogar Kombinationen, mit denen ihr dem Gegner die Juwelen nur so um die Ohren fliegen lasst. Endet eurer Zug mit zehn oder mehr Juwelen in eurer Auslage, habt ihr verloren.

Ein leichtes Schwergewicht

Inlay

Das riesige Inlay für die Chips sorgt für Ordnung.

Mit über 340 Pappchips im Pokerchipformat sowie vier Sichtschirme mit gleicher Anzahl an Tableaus und Stoffbeuteln bringt die große Schachtel einiges an Spielmaterial und Gewicht mit sich. Zum Glück gibt es aber ein wohl strukturiertes Inlay, das auch beim Transport alles an Ort und Stelle hält. Dadurch ist der Auf- und Abbau des Spiels mit wenigen Handgriffen möglich.

Mit zehn verschiedenen Charakteren, die euch jeweils andere Startchips geben, und 24 verschiedenen Fähigkeitschips, von denen immer zehn eure Kaufauslage bilden, gibt es zigtausende Startaufstellungen. Bei vier Spielern sind das – genau genommen – 411.863.760 Möglichkeiten. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Viele Deckbauspiele haben das Problem, dass sie zwar für mehrere Spieler ausgelegt sind, aber jeder sein eigenes Deck wenig interaktiv vor sich her baut. Mit erfahrenen Spielern kann das sogar soweit gehen, dass euer Mitspieler einen Zug macht, ihr derweil Kaffee kochen geht, zurück kommt und verloren habt. (Ihr merkt vielleicht schon, dass ich etwas Dominion vorbelastet bin…)

Da ihr aber bei Puzzle Strike ständig angreift oder angegriffen werdet, habt ihr hier keine ruhige Minute. Ihr müsst euer Deck entsprechend eurer Charakterchips kontinuierlich an eure Gegner anpassen. Darin liegt letztendlich auch die Herausforderung.

Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Tisch 2

Für zwei Spieler  braucht Puzzle Strike nicht viel Platz.

Puzzle Strike ist unheimlich einfach zu lernen: Eine Aktion ausführen, weitere Chips kaufen, neue Chips nachziehen. Wenn keine Chips mehr im Beutel sind, kommt die Ablage in den Beutel und wird einmal durchgeschüttelt. Endlich kein nerviges Kartenmischen mehr!

Aber jenseits dieser einfachen Regeln wartet eine Spielmechanik auf euch, welche euch ständige Aufmerksamkeit sowie ein gehöriges Maß an Taktik und Strategie abverlangt. Wundert euch also nicht, wenn ihr bei den ersten Matches nach wenigen Runden ahnungslos da sitzt und euch nicht ausmalen könnt, warum ihr verloren habt. Ihr müsst es einfach ein paar Mal spielen, bis es „Klick“ macht. Aber dann wollt ihr es gar nicht mehr aus den Händen legen.

Das Spiel funktioniert mit allen angegebenen Spielerzahlen wunderbar. Zu zweit gefällt es mir aber am besten, weil ich mich gezielt auf meinen Gegner einstellen kann, um eine funktionierende Strategie zu entwickeln.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Chips leider keinen Platz für Artwork bieten. Somit wird das Thema des Kampf-Videospiels lediglich gestreift.

Fazit

Alle, die Spaß an Deckbauspielen haben, können hier blind zugreifen. Diejenigen, denen bei Dominion und Co. die Interaktion fehlt oder die des ständigen Mischens überdrüssig sind, haben nun keine Ausrede mehr, diesem Genre aus dem Weg zu gehen: Puzzle Strike ist so frisch und anders, dass es meiner Meinung nach in jede Spielesammlung gehört – also ein Pflichtkauf!

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Puzzle Strike, das Deck-hau-spiel

Ab 10 Jahre

Spieldauer: 30-60 Minuten

2-4 Spieler

 

Pegasus Spiele 51100G – Puzzle Strike – Das Deck-Hau-Spiel

Price: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen (3 customer reviews)

7 used & new available from EUR 6,99

 

 

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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